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Die Fans von Waldhof Mannheim gingen Anfang Januar für ihren Verein auf die Straße © imago

Die Lage bei den Mannheimern spitzt sich zu. Aufgrund der finanziellen Misere hofft man auf die Unterstützung von Dietmar Hopp.

Mannheim - 25 Jahre ist es her, dass Waldhof Mannheim unter Trainer Klaus Schlappner und mit "Waldhof-Buben" wie Jürgen Kohler, Maurizio Gaudino oder Fritz Walter Fußball-Deutschland verzückte.

In der Gegenwart steht der ehemalige Bundesligist nun am Abgrund. Schlappner "blutet das Herz" und findet die Situation "erbärmlich". Die Hoffnung auf Rettung trägt einen Namen: Dietmar Hopp.

Dem Regionalliga-Vierten fehlt rund eine Million Euro zur Deckung des Saisonetats. Die Spieler waren wegen ausstehender Gehälter in den Streik getreten.

Zudem hatte die Staatsanwaltschaft im Zuge von Ermittlungen gegen Ex-Funktionäre wegen möglicher Veruntreuung von Geldern die Geschäftsräume durchsucht.

"Dringendstes Thema ist die Liquidität"

"Das ist zwar für die Außendarstellung eine Katastrophe, aber die Ermittlungen werden nun für Klarheit und Aufklärung sorgen", sagte Waldhof-Geschäftsführer Andreas Laib der "Stuttgarter Zeitung": "Dringendstes Thema ist aber die Liquidität."

Das Schicksal von Waldhof liegt ausgerechnet in den Händen von Mäzen Hopp vom Bundesliga-Spitzenreiter 1899 Hoffenheim. Der Millardär hat die Kurpfälzer schon mit einer gehörigen Finanzspritze unterstützt, weitere Hilfe aber von einer Untersuchung der wirtschaftlichen Verhältnisse beim Traditionsklub abhängig gemacht.

"Das Engagement von Herrn Hopp ist ehrenhaft. Ich hoffe, dass er dem Klub weiterhin hilft", sagte Schlappner. Er forderte zugleich einen radikalen Neuanfang in der Führungsebene: "Jetzt muss ein Schlussstrich gezogen werden. Dazu muss auch das Personal in der Führung konsequent ausgewechselt werden."

Ende des Spieler-Streiks

Die Spieler beendeten am Donnerstag zumindest ihren Streik. "Alle im Team sind weiter gewillt, alles zu geben. Unser Ziel bleibt unverändert die Meisterschaft", erklärte Kapitän Christof Babatz.

Ausschlaggebend für das Streikende war eine Telefon-Konferenz der Klubführung mit Hopp. "Herr Hopp hat die auf einem Treuhänderkonto befindlichen 220.000 Euro aus einem Darlehen im Dezember freigeschaltet", sagte Laib der Online-Ausgabe des "Mannheimer Morgen". Zudem seien einige fällige Zahlungen von Sponsoren eingegangen.

Verdacht der Untreue

Für Unruhe sorgt aber weiter die Untersuchung der Staatsanwaltschaft. Am Dienstag waren Ermittler zur Durchsuchung der Geschäftsräume angerückt.

Die Ermittlungen richten sich gegen drei ehemalige Verantwortliche des Klubs. Es geht um den Verdacht der Untreue oder des Betrugs im Umfang von 660.000 Euro.

Entscheidung rückt näher

Ob es beim Klub, bei dem auch Sepp Herberger groß geworden ist, weitergeht, wird wohl das Wochenende zeigen. Dann soll es weitere Gespräche mit Hopp geben.

"In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, ob der Verein gerettet wird", sagte Laib.

Auch bei einer Rettung mag Schlappner an eine baldige Rückkehr besserer Zeiten nicht glauben: "Es wird lange dauern, bis sich Waldhof erholen wird."

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