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Felix Magath stand im DSF-Doppelpass Rede und Antwort © getty

Wolfsburgs Trainer Magath äußert sich im DSF-Doppelpass zum Verkauf des Spielmachers, dem Saisonstart und den Saisonzielen.

München - Wolfsburgs "Alleinherrscher" Felix Magath hat eine turbulente Woche hinter sich.

Erst verkaufte der Sportdirektor und Trainer des Meisterschafts-Geheimfavoriten seinen Spielmacher Marcelinho nach Brasilien.

Dann wurde Sturmführer Grafite nach seinem Platzverweis im letzten Testspiel gegen US Palermo für zwei Spiele gesperrt.

Und am Samstag mühten sich die "Wölfe" schließlich im Bundesliga-Auftaktspiel gegen den 1. FC Köln zu einem 2:1-Sieg.

Obwohl sein Team mit dem knappen Erfolg einen Fehlstart vermied und ausgerechnet Marcelinhos Ersatz Zvjezdan Misimovic den Siegtreffer für die Niedersachsen erzielte, musste Magath nach dem Spiel einräumen, dass der egozentrische Brasilianer dennoch schmerzlich vermisst wurde.

Im DSF-Doppelpass sprach der Erfolgstrainer über den Abgang Marcelinhos, den Ellbogencheck des Kölners Pierre Wome gegen Askan Dejagah und die Saisonziele mit dem VfL.

Zudem äußerte sich der DFL-Vorsitzende Christian Seifert zum Streit mit dem Kartellamt um die Bundesliga-TV-Rechte und Liga-Neuling 1899 Hoffenheim.

Felix Magath über...

den Saisonauftakt und die Ziele seiner Mannschaft:

"Die Lobeshymnen sind ganz schön, aber sie sind fernab von jeder Realität. Für uns geht es darum, diese Saison ins internationale Geschäft zu kommen und wenn möglich wieder den fünften Platz zu erreichen."

Zvejzdan Misimovic und Marcelinhos Wechsel nach Brasilien:

"Ich habe ihn (Misimovic, Anm. d. Red.) bewusst gekauft, weil es schon im Frühjahr anfragen für Marcelinho gab. Außerdem ist Marcelinho 33 Jahre alt, von daher war es absehbar, wann seine Karriere zu Ende geht.

Für mich war das eine logische Verpflichtung, für diese Position einen jüngeren Mann zu holen. Wenn ein Spieler wie Marcelinho, der sehr viel für diesen Verein getan hat, ein wesentlich besseres Angebot von einem anderen Verein bekommt, kann man ihm zum Ende seiner Karriere nicht verwehren, in seine Heimat zurückzugehen.

Ich habe ihn nicht weggelobt, er war ja in der letzten Saison unser effektivster Spieler."

das Foul des Kölners Wome:

"Selbstverständlich war das eine ganz klare rote Karte. Aber ich habe das im Spielverlauf auch nicht gesehen.

Das war von Wome sehr geschickt gemacht. Man kann dem Schiedsrichter überhaupt keinen Vorwurf machen, dass er das nicht gesehen hat."

Christian Seifert über...

die Diskusssion um die Bundesliga-TV-Rechte:

"Wir sehen die Situation als Herausforderung. Es gibt noch keinen Grund, in Panik zu verfallen. Wir müssen aus der Situation das Beste machen, da hilft kein Hadern. Wir wollen auch unter den widrigen Bedingungen das Beste für die Klubs herausholen."

die Vorwürfe des Kartellamts:

"Zunächst muss man sich die Frage stellen, ob die Bundesliga überhaupt ein Kartell darstellt.

Die Bundesliga ist mit der klasssischen Industrie nicht vergleichbar. Die Vereine brauchen Gegner, da will keiner den anderen verdrängen - erst der Wettbewerb bringt die Spannung hervor.

Wenn das Kartellamt sagt, die DFL will dem Verbraucher das Geld aus der Tasche ziehen und eine Wahlmöglichkeit nehmen - dann ist das Unsinn! Wir wollen nur den reellen Marktpreis unserer Rechte ermitteln."

seine Sicht der Dinge:

"Wir wehren uns einfach dagegen, dass man bei 34 Millionen Fußballfans im Land davon ausgeht, dass 5,5 oder 6 Millionen Zuschauer aktuell in der ARD der Maßstab sein sollen für die zentrale Vermarktung.

Dass der Verbraucher etwas davon hat, kann man nicht nur am Fernsehen festmachen. Wir haben Nachwuchszentren, die wir finanzieren - die Liga zahlt drei Prozent ihrer TV- und Ticketeinnahmen an den DFB. Das heißt, wir finanzieren den DFB und seine gemeinnützigen Aufgaben mit.

Man kann über den Sendeplatz geteilter Meinung sein - aber wir hätten die Liga eben nicht komplett ins Pay TV verlagert."

Lösungsmöglichkeiten:

"Wir müssen nach Berlin schauen. Die Beamten des Kartellamts sagen, es steht in den Gesetzen. In Berlin sagt man, dass es um EU-Recht geht und die EU sagt, dass es eine deutsche Angelegenheit ist. Wir brauchen Klarheit."

Bundesliga-Neuling Hoffenheim:

"Es wäre anmaßend zu sagen, da kommt jetzt Dorfmief rein, nur weil es Hoffenheim heißt. Da ist ja nun keiner mit dem Hubschrauber über Deutschland geflogen und hat gesagt, den kaufe ich.

Wenn man sich mit Herrn Hopp unterhält, erkennt man deutlich, dass da ein ganz, ganz starkes Bekenntnis zur Region und zu den Menschen ist und dass es eben nicht so funktioniert, dass man sich die teuersten Spieler weltweit zusammenkauft - was er sich ja auch leisten könnte. Auch das Konzept dahinter stimmt, da entsteht ein hochmodernes Leistungszentrum."

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