Der Winter sorgt für Frustration. Jena sabotiert sich gleich selbst und Erfurt winkt ein Pokal-Fight beim Favoriten-Killer.

Das letzte Aufbäumen des Winters hat den Osten der Republik noch im Griff.

Entsprechend schleppend kommen speziell in Mitteldeutschland sowohl die Grillsaison als auch der Spielbetrieb unterhalb der Zweiten Liga in Gang.

Das führt zu manch kurioser Konstellation. Während die zweite Mannschaft in der Oberliga munter loslegt, steckt die Regionalliga-Vertretung Carl-Zeiss Jenas beispielsweise noch mehr oder weniger im Winterschlaf.

[image id="355723c3-63df-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Der einst so ruhmreiche Europapokal-Finalist verfügt im mehr alten als ehrwürdigen Ernst-Abbe-Sportfeld zwar über den Luxus einer Rasenheizung, lässt sie aus Kostengründen aber meist aus.

Eine Flut von Nachholspielen ist die Folge. Bei so vielen Partien unter der Woche wird für viele verkappte Profis der Scheinjob beim Vereinsmäzen noch mehr zum Alibi als er es ohnehin schon ist.

Einzig Krösus RB Leipzig nähert sich im wohligen Zentralstadion Woche für Woche dem Aufstieg in den bezahlten Fußball. Spielerischen Glanz verbreiten die Kicker von Sportdirektor Ralf Rangnick freilich nur selten.

Die Verbände bekleckern sich aber auch nicht gerade mit Ruhm. Statt jenseits der vierten Spielklasse den Rückrundenstart ins Frühjahr zu legen, werden die Amateure bis in die untersten Kreisligen teilweise in Januar und Februar über die Dörfer gehetzt.

Aufgrund immer kleiner werdender Staffeln - Schuld ist die fehlende Förderung und der demographische Wandel - ist der Spielbetrieb oftmals bereits Anfang Mai beendet, wenn die meisten Plätze gerade erst wieder bespielbar sind.

Mancher Krisenklub wünscht sich dagegen schon zurück in die Winterpause. Drittligist Rot-Weiß Erfurt steckt sportlich und vor allem finanziell auch 2013 in der Bredouille.

Nur ein Punkt trennt die Thüringer in der Dritten Liga von den vorletzten Babelsbergern. Zudem geht mit Smail Morabit im Sommer einer der wichtigsten Spieler in die Zweite Liga zum VfL Bochum.

Da käme ein wahrer Geldregen als Stimmungsaufheller wie gerufen. Am Wochenende steht das Halbfinale des Landespokals auf dem Programm. Das Ticket für den DFB-Pokal winkt.

Allerdings muss der Goliath auf tönernen Füßen beim kleinen ZFC Meuselwitz antreten. Auf der Glaserkuppe nahe des Skat-Mekkas Altenburg erlebten schon viele Favoriten ihr Waterloo.

Die bissigen Ostthüringer schlugen den Schwergewichten aus der Landeshauptstadt und von den Jenaer Kernbergen in den vergangenen drei Jahren zweimal ein Schnippchen und holten sich den Titel.

Wenn aller guten Dinge drei sind, erwartet im grünen Herz Deutschlands nicht nur die weltbekannten Griller ein frostiges Osterfest. Dann wird es auch für den FC Rot-Weiß ungemütlich.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel