"Ich bin froh, dass Sie Ihre blonden Locken haben"
Warum, fragt sich die ganze Fußballwelt, kriegt Stefan Kießling eigentlich keine Chance bei Joachim Löw?
Wenn die Fußballwelt nur wüsste, wie es wirklich war.
Tatsächlich nämlich hat Löw Kießling diese Woche in sein Haus in Wittnau bei Freiburg eingeladen, um in lockerer, ungezwungener Atmosphäre zueinanderzufinden und Kießlings Zukunft im Nationalteam zu diskutieren.
Das Ganze ging jedoch mächtig schief.
Ein Gesprächsprotokoll, das SPORT1 aus unsicherer Quelle zugespielt wurde, belegt es.
Joachim Löw: "Sie erkennen ihn sofort an seinen tollen blonden Locken. Stefan Kießling ist heute Abend zu Gast bei mir. Ein Wochenende mit dem DFB und zwei leidenschaftliche Füße. Jetzt auf dem roten Sofa."
Stefan Kießling: "…"
Löw: "So, und da sitzen Sie nun auf dem roten Sofa, und ich bin sehr, sehr froh, muss ich Ihnen gestehen, dass Sie Ihre blonden Locken haben. Weil heute Morgen habe ich Sie angesehen, auf der DVD, Bayer Leverkusen - Bayern München, die konnte ich mir vorher schon ansehen und da hatten Sie auch schon keine Perücke auf. Wie haben Sie das gemacht?"
Kießling: "…"
Löw: "Wie ist der Stürmertyp, den Sie spielen, in kurzen Sätzen?"
Kießling: "…"
Löw: "Ja gut, dann versuche ich es zu sagen. Ein Stürmer, der in dem Fall unter Sami Hyypiä spielt, im Grunde auch zu einem gutsituierten Werksverein gehört, kann man so sagen, und plötzlich kommt sein Freund Wolfgang Holzhäuser mit einer Nachricht rüber, dass Rudi Völler, in dem Fall, jetzt auch da sei. Und man trifft sich alle, in einem Wochenende, also eigentlich jedes Wochenende, in einem Stadion von dem Wolfgang und Rudi Völler, stellt sich raus, ist halt ehemaliger Vize-Meister und alle waren da drin verstrickt. Habe ich’s richtig erzählt?"
Kießling: "…"
Löw: "Ähm: Tore! Ist auch Ihre Leiden… jetzt kommen Tore, Tore! Sie können das ja großartig. Ich habe mir davon ein YouTube-Video zusammenschneiden lassen, das schauen wir uns jetzt zusammen an. Sie werden begeistert sein, mit was für einem Riecher tatsächlich Stefan Kießling da zu Werke ging."
Kießling: "…"
Löw: "Sensationell, oder? Da leuchten ja auch Ihre Augen gleich ein bisschen mehr, habe ich so das Gefühl… Nä?"
Kießling: "…"
Löw: "Oh… Also, ich hätte mich gefreut, muss ich ganz ehrlich sagen, es ist interessant, mal so viele Jahre zurückzugucken und zu sagen: Mensch, okay, so habe ich damals Tore geschossen. Gut, äh, ne?... Gut, ähm, ja. Manchmal gelingen Dinge eben nicht so, wie man sich das vorgestellt hat. Ich dachte, ich würde Stefan Kießling eine Freude machen."
Kießling: "…"
Löw: "Spielerhandel ist ja inzwischen das größte Geschäft, was es auf der ganzen Fußballwelt zu machen gibt. Ganz grässlich, wenn man sich das vorstellt. Ähm, Sie waren jetzt die vergangenen Jahre, waren Sie in Leverkusen. Wie haben Sie die Menschen, es gibt auch Pressefotos davon, die möchte ich eben mal zeigen, wie haben Sie die Menschen erlebt? In Leverkusen?"
Kießling: "…"
Löw: "Stefan Kießling heute Abend auf dem roten Sofa, zuletzt in der Nationalmannschaft 2010, Uruguay - Deutschland, Spiel um den dritten Platz, Südafrika, im Fernsehen. Tolles Spiel, hoffe ich zumindest. Ich hab es nämlich noch nicht gesehen in dem Fall. Das muss ich jetzt zu meiner großen Schande mal gestehen, weil ich ja Leverkusen - Bayern gesehen habe in voller Länge. Deswegen verraten Sie uns bitte in etwa die Story dieses Spiels."
Kießling: "…"
Löw: "Kasachstan - Deutschland, kommenden Freitag im Fernsehen, 19 Uhr: Könnten Sie eigentlich in so einer Abhängigkeit leben?"
Kießling: "…"
Löw: "Ob Sie in so einer Abhängigkeit leben könnten? Wie die Mitspieler von Mario Gomez, in der Mannschaft? Kasachstan - Deutschland, kommenden Freitag im Fernsehen, 19 Uhr."
Kießling: "…"
Löw (stumm zu sich selbst und seinem Facebook-Account): "Muss ich dazu jetzt eigentlich noch was sagen..?! Den laden wir jedenfalls nicht mehr ein."
Kießling: "…"