RB Leipzig kann in der Regionalliga noch nicht feiern. Für die Champions League hat man aber schon eine Hürde genommen.

Den Fußballern von RB Leipzig geht es derzeit in etwa so wie denen des FC Bayern.

Die Meisterschaft in der Regionalliga war zu keinem Zeitpunkt gefährdet und ist seit dieser Woche auch perfekt.

Doch für eine erfolgreiche Saison reicht der Titel nicht aus. Erst wenn in den Relegationsspielen der Aufstieg in die Dritte Liga perfekt gemacht werden kann, war die Mannschaft in dieser Saison erfolgreich.

Eigentlich sollte das vom österreichischen Brausegiganten Red Bull geschaffene Projekt ja längst im bezahlten Fußball spielen.

Doch nachdem das viele Geld in den vergangenen beiden Jahren doch nicht genügend Tore für den Aufstieg geschossen hat, krebsen die "Bullen" immer noch in der vierten Liga herum.

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Dabei hat RB aus den großspurigen Ambitionen von Beginn an keinen Hehl gemacht. Auch die Dritte Liga soll nur eine Durchgangsstation zur Champions League sein.

Auf dem Weg dahin hat der Verein mit dem Decknamen "RasenBallsport" eine erste wichtige Hürde genommen. Noch vor der sportlichen Zugangsberechtigung erhielt RB die wirtschaftliche Lizenz für die höchste Spielklasse des DFB.

Eine Hürde, die die Leipziger trotz gesunder Finanzen nur ganz knapp übersprungen haben.

Es kostete den Verantwortlichen jede Menge Überzeugungskünste, das Engagement von Red Bull beim DFB als zulässig zu verkaufen.

Viele Experten sehen darin einen Verstoß gegen die 50+1-Regel, wonach ein Investor nicht mehr als die Hälfte eines Vereins kontrollieren und damit die Macht an sich reißen darf.

In puncto Mitgliedschaft ließ der DFB aber nicht mit sich reden. RB Leipzig muss nun zumindest offiziell die Möglichkeit bieten, Mitglied im Verein zu werden. Nur so erfüllt der Brauseklub die Anforderungen des DFB.

Bislang nahm RB nur Mitglieder in offiziellen Fanklubs auf.

Die Begründung für diese ungewöhnliche Politik klingt genauso seltsam wie der Vereinsname.

"Vereine, in denen Fans aus der Ultras-Szene Strukturen geschaffen haben, sind sicherlich nicht im Sinn des deutschen Fußballs. Solchen Zuständen wollen wir uns entziehen", behauptete RB-Geschäftsführer Ulrich Wolter in der "Sport Bild". Als ob Vereinsmitglieder automatisch Ultras wären.

Doch gegen unkontrollierbare Auswüchse in der Fan-Szene will man sich eben von Beginn an zur Wehr setzen. Was ja auch seine guten Seiten hat.

RB wird im Gegensatz zum Leipziger Lokalrivalen Lok Leipzig jedenfalls nicht mit der rechten Szene in Verbindung gebracht.

Gegen den klammen Traditionsklub aus Probstheida bekam man im Regionalliga-Derby schon mal einen Eindruck davon, wie es in den nächsten Jahren bei RB-Spielen zugehen kann.

Es herrschte ausgelassene, aber keine feindselige Stimmung vor mehr als 20.000 Zuschauern. Das Endergebnis von 0:0 passte zum friedlichen Rahmen des Spiels, das für lange Zeit das letzte Derby zwischen RB und Lok gewesen sein könnte.

Sollte RasenBallsport Anfang Juni der Aufstieg in die Dritte Liga gelingen, werden sich die beiden so unterschiedlichen Vereine der sächsischen Metropole wohl längere Zeit nicht mehr gegenüberstehen.

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