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Torsten Frings spielte von 1997 bis 2002 und von 2005 bis 2011 bei Werder Bremen
Torsten Frings wurde in seiner Karriere ein Mal Meister und drei Mal Pokalsieger. SPORT1 zeigt die Bilder seiner Karriere © getty

Von Ballack bis Kahn geben sich beim Abschiedsspiel von Torsten Frings alle die Ehre. Bei SPORT1 blickt Frings zurück.

Von Fabian Greve

Bremen - Eine Werder-Legende tritt ab:

Noch einmal läuft Torsten Frings am Samstagabend als Spieler ins Bremer Weserstadion ein. Der Vize-Weltmeister von 2002 ruft zum Abschiedsspiel (Sa., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) - und alle wollen kommen.

Neben langjährigen Weggefährten wie Michael Ballack; Diego, Naldo und Oliver Kahn wird auch der ehemalige Werder-Trainer Thomas Schaaf erstmals seit seinem Abschied von der Bremer Trainerbank zurückkehren und noch einmal auf der Bank Platz nehmen. Ehre wem Ehre gebührt.

Im SPORT1-Interview blickt Frings auf seine Karriere zurück und erklärt, weshalb die Bundesliga derzeit das reizvollste Ziel für Profis ist.

SPORT1: Herr Frings, am Samstag werden Sie im Weserstadion vor 40.000 Zuschauern Ihr Abschiedsspiel geben. Sind Sie vor Ihrem letzten Auftritt als Fußballer schon aufgeregt?

Torsten Frings: Ja, auf jeden Fall und das Kribbeln geht langsam los. Ich freue mich auf jeden Spieler und Zuschauer, der kommt. Ich denke, es wird ein ganz besonderer Tag für mich und für die Zuschauer hier in Bremen.

SPORT1: Wer wird denn alles dabei sein, auf wen können sich die Zuschauer besonders freuen?

Frings: Ich freu mich, dass mein alter Freund Michael Ballack kommt. Es werden auch ganz viele Bremer Spieler kommen, beispielsweise Marco Bode, Dieter Eilts, Frank Baumann und auch Viktor Skripnik, der jetzt mein Chef-Trainer ist. Wir werden auf beiden Seiten eine richtig gute Mannschaft zusammenbekommen. Und da bin ich auch ein bisschen stolz drauf.

SPORT1: Wie sehr freut es Sie, dass Thomas Schaaf bei Ihrem Abschiedsspiel mit dabei ist?

Frings: Unheimlich natürlich, weil Thomas Schaaf mich meine ganze Karriere begleitet hat. Er hat mich damals zum Profi gemacht. Von daher bin ich ihm sehr dankbar. Ich freue mich auch, dass er bei so einem wichtigen Spiel für mich an der Seite steht.

SPORT1: 402 Bundesligaspiele, 79 Länderspiele. Herr Frings, würden Sie sagen, dass Sie alles erreicht und richtig gemacht haben in Ihrer Karriere?

Frings: Ich denke, man kann es immer besser machen, aber ich bin stolz und zufrieden, mit dem, was ich erreicht habe. Mit ein bisschen Glück hätte man vielleicht einen Weltmeisterschafts- oder Europameisterschaftstitel gewinnen können. Die Endspiele dazu waren da. Aber trotzdem: So wie es gelaufen ist, bin ich sehr zufrieden.

SPORT1: Gibt es ein paar Highlights, an die Sie besonders zurückdenken?

Frings: Es sind die Endspiele, die mir besonders in Erinnerung bleiben werden. Auch wenn wir sie verloren haben, es waren trotzdem überragende Momente. Aber auch die Titel, die ich in meiner Karriere gewonnen habe, die vielen Freundschaften, die man im Laufe der Karriere schließt. Und auch die schöne Zeit, die ich bei den Vereinen hatte. Das ist alles unvergesslich für mich. In meinen Augen war es eine überragende Karriere.

SPORT1: Sie haben in Aachen, Dortmund und München gespielt, aber die größte Zeit bei Werder Bremen verbracht. Würden Sie sagen, dass Ihr Herz an Werder Bremen hängt und es die schönste und familiärste Zeit war?

Frings: Es ist ja kein Geheimnis, dass ich Werderaner durch und durch bin. Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt. Ich liebe diese Stadt und auch Werder Bremen. Von daher war es sicherlich die prägendste Zeit meiner Karriere. Aber ich hatte auch wunderbare Jahre in Dortmund und es war ein sehr erfolgreiches Jahr bei Bayern München. Und ich bin auch froh über meine Zeit in Toronto froh und glücklich, dass ich das erleben durfte.

SPORT1: Sie haben Dortmund und Bayern gerade schon angesprochen. In der letzten Saison fand in Wembley das deutsch-deutsche Champions-League-Finale statt. Haben Sie auch die Befürchtung, dass die Bundesliga langweilig werden könnte, weil diese beiden Mannschaften deutlich über allen anderen stehen?

Frings: Wenn man die Einkäufe sieht, dann ist das schon der absolute Wahnsinn und auch welche Summen da im Spiel sind. Das war vor ein paar Jahren noch gar nicht möglich. Von daher glaube ich schon, dass sich die beiden Mannschaften absetzen werden. Es wird auch für die anderen schwer, da wieder heran zukommen. Wer jetzt von den beiden besser ist, mag ich nicht beurteilen.

SPORT1: Seit dem Champions-League-Finale rüsten viele ausländische Mannschaften kräftig auf, weil sie so ein Finale nicht noch einmal erleben wollen. Würden Sie sagen, dass die Bundesliga inzwischen einen höheren Stellenwert hat als die anderen ausländischen Ligen?

Frings: Ja. Man sieht das auch an den Spielern, die jetzt nach Deutschland kommen. Ich glaube Deutschland ist momentan das reizvollste Land. In meinen Augen wird hier der beste Fußball gespielt und auch die Stadion sind immer voll. Von daher ist es für jeden Fußballer ein Ziel nach Deutschland zu kommen.

SPORT1: Sie sind jetzt im Trainerstab der U-23 von Werder Bremen. Ist es mal Ihr Ziel eine Bundesliga-Mannschaft zu trainieren?

Frings: Das weiß ich jetzt noch nicht (lacht). Ich bin gerade am Lernen und die Aufgabe macht mir unheimlich viel Spaß. Ich stehe jetzt auf der anderen Seite und da sieht man viele Dinge anders. Als Spieler ist man oft sauer auf den Trainer, aber wenn man das aus eigener Erfahrung sieht, dann ist der Trainer-Job nicht einfach.

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