DSF-Experte Udo Lattek schreibt in seiner Sport1.de-Kolumne über Schalkes Dauerkrise und den Befreiungsschlag der Bayern.

Hallo Fußball-Freunde,

Brennpunkt Nummer eins in der Liga ist derzeit Schalke 04.

Ich sehe es als ehemaliger Trainer so, dass erstmal die Ergebnisse stimmen müssen.

Die Erwartungshaltung auf Schalke war doch viel zu hoch - das konnte die Mannschaft gar nicht erfüllen. Fred Rutten wollte vor seinem Start in Schalke sicher nach vorne und kreativ spielen lassen.

Doch wenn du keinen Kreativ-Spieler hast, geht das natürlich auch nicht. Rutten hat dann erkannt, dass er ergebnisorientiert spielen muss. Schön spielen reicht alleine eben nicht.

Was aber überhaupt nicht stimmt auf Schalke, ist das Drumherum!

Die Schalker stecken in einer Sackgasse.

Nach meinen Informationen wollte Andreas Müller Fred Rutten nicht entlassen, obwohl es von ihm gefordert worden sein soll.

Weil Müller zu Rutten steht und weil auch die Mannschaft mit dem Trainer einverstanden ist.

Schalkes Präsident Josef Schnusenberg und Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies würden sich meiner Meinung nach einen großen Gefallen tun, sich aus dem operativen Geschäft herauszuhalten.

Sehr interessant ist, dass bei Hertha auf einmal richtig Euphorie aufkommt. Jetzt können sie auch mal die Brust rausstrecken.

Um ehrlich zu sein, ich hätte der Hertha eine solch gute Platzierung nie zugetraut. Wenn mir das vor der Saison einer gesagt hätte, hätte ich gesagt: "Du hast ja keine Ahnung von Fußball." Ich hätte die Berliner nie so weit oben gesehen. Aber jetzt glaube ich, dass sie bis zum Ende an der Spitze mit dabei bleiben.

Zum Münchner 5:1-Erfolg gegen Hannover 96 ist zu sagen: Die drei Punkte geben den Bayern Selbstvertrauen. Allerdings spielt Hannover einfach nicht gut. Das ist furchtbar, wenn ich die Kopfballtore sehe.

Aber die Probleme, die Bayern offensichtlich in der Mannschaft hat, sind durch den Sieg nicht weggewischt worden.

Dennoch bin ich sicher, dass Bayern auf dem richtigen Weg ist. Ein zweiter Platz mit vier Punkten Rückstand - das ist für Bayern nichts. Ich lege mich jetzt fest: Bayern wird trotzdem Deutscher Meister.

Bastian Schweinsteiger hat am Samstag mit seinen Flanken den Weg bereitet. Es kann übrigens sein, dass er nicht ins Spiel kommt, wenn Franck Ribery spielt, weil der Franzose die erste Anspielstation für die Mannschaft ist.

Ein Mann, der so eine spielerische Qualität hat, muss viele Ballkontakte haben. Und die hat Schweinsteiger nicht. Dann fühlt er sich vielleicht unterbewertet.

Es gab ja auch mal das Paar Netzer und Overath, und die konnten zusammen auch nicht spielen.

Euer Udo Lattek

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel