DSF-Experte Udo Lattek schreibt in seiner Sport1.de-Kolumne über Oliver Kahn auf Schalke und die Attacke von Bayerns Franck Ribery.

Hallo Fußball-Freunde,

das Thema der Woche war das Treffen von Schalkes Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies mit Oliver Kahn.

Ich bin allerdings der Meinung, dass die Sache bewusst initiiert worden ist.

Sich geheim zu treffen, wäre überhaupt kein Problem gewesen. Aber Tönnies hat das Treffen gebraucht für Schalke, und Kahn wollte sich ein Stück weit positionieren.

Es hat ja auch schon ein Treffen von Uli Hoeneß mit Kahn stattgefunden. Alles still und leise, das ist alles unter der Decke geblieben.

Nach den jüngsten Aussagen der Bayern spricht aber wenig dafür, dass Kahn Manager in München wird.

Hinsichtlich der Hoeneß-Nachfolge habe ich ohnehin das Gefühl, dass keine Einigkeit zwischen Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer herrscht. Keiner will die Macht aus der Hand geben.

Man braucht einen starken Mann, aber er darf nicht so stark sein, dass die anderen nichts mehr zu sagen haben. Ich habe das Gefühl, dass die dort noch ein wenig im Dunkeln tappen.

Kahn sei für seine Zukunftsplanung nur mit auf den Weg gegeben: Wer bei Schalke ins kalte Wasser geworfen wird, der erfriert.

Ein weiterer Aufreger am Wochenende war die Aktion von Franck Ribery gegen den Karlsruher Andreas Görlitz. Den Regeln nach war das natürlich Rot, aber Ribery schlägt nicht.

Er hat keine Faust gemacht, sondern Görlitz nur ein bisschen heftig weggeschoben. Darüber kann man dann doch geteilter Meinung sein.

Eindeutig ist dagegen, dass die Bayern wieder mitten im Titelrennen sind, auch wenn sie gegen den KSC mit Sicherheit nicht gut gespielt haben.

Doch Jürgen Klinsmann wiederholt immer wieder, dass sie Deutscher Meister werden müssen, egal wie. Die Mannschaft wird ihm irgendwann glauben.

Deshalb kann ich diese Beschwerden über die Spielweise der Bayern nicht verstehen. Sie haben drei Punkte geholt. Andere Teams haben gut gespielt, aber sonst nichts.

Dass sich Herthas Coach Lucien Favre dann auch noch nach der Niederlage in Stuttgart hinstellt und sagt, seine Mannschaft sei kein Spitzenteam, ist in meinen Augen kontraproduktiv.

Er tut sicherlich nicht gut daran, die Mannschaft klein zu reden und das Gegenteil dessen zu tun, was Klinsmann macht.

Felix Magath geht in Wolfsburg den Mittelweg, er gibt der Mannschaft verbal immer wieder mal einen mit, provoziert sie.

Er hat beim VfL einfach das Geld, für das man Leute kaufen kann, die Tore schießen. Und davon hat er grundsätzlich Leute geholt, die in die Mannschaft reinpassen.

Neben Torjäger Grafite ist Zvjezdan Misimovic der Mann, der auf dem Platz alles in der Hand hat. Das passt einfach.

Da muss ich Felix gratulieren, dass sich der Manager in Wolfsburg mit dem Trainer so hervorragend versteht.

Euer Udo Lattek

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