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Vor seiner FIFA-Karriere war Sepp Blatter beim Schweizer Eishockey-Verband tätig © getty

FIFA-Präsident Joseph Blatter lehnt das Dopingmeldesystem der WADA entschieden ab und betont die Sonderrolle des Fußballs.

Kopenhagen - FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat auf dem UEFA-Kongress in Kopenhagen nochmals seine Ablehnung des gültigen Dopingmeldesystems der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zum Ausdruck gebracht.

"Wir dürfen im Kampf gegen Doping keine Hexenjagd betreiben", mahnte der Chef des Weltverbandes FIFA.

"Wir sind Pioniere und vielleicht der Verband, der am meisten gegen Doping unternimmt. Aber wir brauchen eine Privatsphäre für unsere Spieler", sagte der Schweizer weiter.

Am Dienstag hatten die FIFA und die UEFA eine gemeinsame Presseerklärung herausgegeben, wonach beide Verbände das gültige Meldesystem der WADA ablehnen.

"Fundamentale Differenzen"

"FIFA und UEFA lehnen die Haltung der WADA zur Meldepflicht und insbesondere zur genauen Nennung der Aufenthaltsorte von Mannschaftssportlern ab", hieß es in der Erklärung. Die WADA hatte kein Verständnis für die Einwände von FIFA und UEFA gezeigt.

Diese jüngste Fußball-Erklärung zum Dopingmeldesystem war vom Exekutivkomitee der FIFA und dem Exko der UEFA bei ihren letzten Sitzungen einstimmig verabschiedet worden.

Beide Verbände wiesen auf "fundamentale Differenzen" zwischen der Behandlung von Einzelsportlern und der von Mannschaftssportlern hin.

Ausnahme für Verletzte und Gesperrte

FIFA und UEFA seien sich aber auch einig, dass - "als Ausnahme von der Regel" - eine individuelle Lokalisierung für Sportler möglich sein sollte.

Dies betreffe aber nur Spieler, die entweder schon eine Sperre absitzen oder seit einer langen Zeit verletzt sind, da diese Athleten nicht unbedingt am täglichen Leben des Klubs teilnehmen.

"Außerdem können FIFA und UEFA es nicht akzeptieren, dass Kontrollen in der kurzen Ferienzeit der Spieler durchgeführt werden, vielmehr sollte ihr Privatleben respektiert werden", heißt es in der Erklärung.

Jedes Jahr organisiere der Fußball zwischen 25.000 und 30.000 Anti-Doping-Kontrollen und unterstützt den Kampf gegen Doping im Fußball mit allen Kräften, hieß es vonseiten der FIFA und UEFA.

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