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Oliver Kahn gewann mit dem FC Bayern die Champions League und den UEFA-Cup © getty

Bei seiner Vorstellung als neuer Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung spricht Oliver Kahn über seine Absage an Schalke.

Aus Leipzig berichtet Martin Volkmar

Leipzig - Am Freitag sagte er Schalke ab, am Samstag dem DFB zu.

Oliver Kahn wird neuer Botschafter Sepp-Herberger-Stiftung.

Doch dieses Thema stand bei der Vorstellung am Samstag durch DFB-Präsident Theo Zwanziger ebenso wenig im Vordergrund wie die Wahl des Verbandsbosses zum UEFA-Vizepräsidenten.

Vielmehr musste Kahn Fragen zu Schalke, Bayern, seiner Zukunft und der Torwart-Diskussion im DFB-Team beantworten.

Sport1.de hat die Aussagen des ehemaligen Nationalkeepers zusammengefasst:

Oliver Kahn über...

die Absage an Schalke 04:

"Ich habe mich intensiv damit beschäftigt. Das ist eine sehr interessante Aufgabe und Schalke ein absoluter Top-Verein. Aber Schalke benötigt sofort einen Manager, der zu 100 Prozent nur für den Klub da ist. Und bei mir ist das nicht möglich und deswegen habe ich davon Abstand nehmen müssen."

die Gründe für die Absage:

"Ich kann so eine Aufgabe nicht mit 60, 70 Prozent machen. Wenn ich so etwas mache, dann zu 100 Prozent. Aber ich habe jetzt Verpflichtungen in Asien, die teilweise auch sehr kurzfristig terminiert werden. Und ich habe viele andere Aufgaben. Deshalb kommt das für mich sechs bis acht Monate zu früh. Wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht funktioniert, dann sollte man es nicht angehen."

sein angebliches Konzept für Schalke:

"Es ist richtig: Es gab von mir ganz klare Vorstellungen, wie das bei Schalke 04 strukturell aussehen könnte. Aber es ist einfach in der Kürze der Zeit für mich mit 100 Prozent nicht machbar."

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seine Vorstellungen als Manager:

"Ich habe über 20 Jahre Erfahrung in diesem Geschäft, davon alleine 14 Jahre bei Bayern München. Da sieht man, welche Strukturen ein Verein haben sollte, um erfolgreich zu sein. Da ist es ganz normal, dass man sich mal mit einem anderen Verein darüber austauscht und vielleicht auch beratend tätig wird."

die Kritik einiger Schalker Fans an seiner möglichen Verpflichtung:

"Das hat bei meiner Absage keine Rolle gespielt. Wer mich kennt, der weiß, dass es mich nicht so interessiert, ob die Fans das sagen oder das sagen. Wenn ich einmal gefangen bin von der Aufgabe und wirklich 100 Prozent davon infiziert bin, dann ist mir das egal."

seine mögliche Zukunft als Manager:

"Ich suche gar nichts. Ich habe meine Karriere jetzt ein dreiviertel Jahr beendet und da wäre es verkehrt, wenn ich mich auf irgendeine Aufgabe festlegen würde. Ich lasse das alles ganz entspannt auf mich zukommen."

eine Rückkehr zum FC Bayern:

"Ich habe keinen Druck in irgendeine Richtung etwas machen zu müssen, sondern ich lasse das alles sehr entspannt auf mich zukommen. Es gibt natürlich da ein paar Fragen: Welche Strukturen findet man vor, was kann man verändern, wie kann man sich einbringen."

sein Interesse an der Nachfolge von Uli Hoeneß:

"Wie gesagt: Es geht bei solchen Aufgaben immer darum, wie ich mich verwirklichen kann. Welche Strukturen finde ich vor, mit welchen Menschen habe ich es zu tun. Das sind alles Fragen, die jeder von uns beantworten muss, wenn er irgendeine neue Aufgabe beginnt."

die aktuell fehlenden deutschen Weltklasse-Torhüter:

"Weltklasse kann ich ja nur werden, wenn ich mich wöchentlich mit den Besten der Welt messen kann. Natürlich kann man viel trainieren, in der Bundesliga spielen und im UEFA-Cup. Aber die Weltklasse-Torhüter wie Buffon oder Cech spielen permanent höchstes Niveau in der Champions League. Das war ja auch mein großes Glück."

die Situation im DFB-Tor:

"Ich glaube nicht, dass die Torwartfrage in Deutschland im Moment ein so großes Thema sein muss. Alle, die wir zur Verfügung haben, sind großartige Torhüter. Aber nur wenn ich in einem Verein spiele, in dem ich mich permanent mit den Besten messen kann, kann ich Weltklasse werden."

seine Rolle als neuer Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung:

"Nach einer Karriere wie meiner empfindet man ein bisschen Dankbarkeit und möchte etwas zurückgeben. Daher müsste ich nicht lange nachdenken und habe sofort zugesagt, denn das passt wunderbar mit meinen sonstigen Aktivitäten zusammen."

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