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Slaven Bilic trainiert seit 2006 Kroatiens Nationalteam © getty

Slaven Bilic galt als Kandidat für den Trainerposten auf Schalke. Der Kroate räumt Gespräche ein, sagt aber ab. S04 dementiert.

Von Mathias Frohnapfel, Liane Killmann und Thorsten Mesch

München - Auf seiner Suche nach zwei Trainern und einem Manager handelt sich Schalke 04 eine Absage nach der anderen ein.

Nachdem Aufsichtsratschef Clemens Tönnies die Kandidaten für den Managerposten reihenweise absprangen, gab am Montag auch der kroatische Nationaltrainer Slaven Bilic den Königsblauen einen Korb.

"Die Leute waren hier"

"Die Leute von Schalke waren hier. Wir haben gesprochen, und zwar über das große Interesse eines Giganten", sagte Bilic auf einer Pressekonferenz des kroatischen Verbandes in Zagreb.

"Das ist eine große Ehre für mich. Ich habe mich bedankt und bleibe bei der kroatischen Nationalmannschaft", ergänzte der 40-Jährige. "Dieses Angebot spiegelt unsere gute Arbeit wider".

Ein Doppeljob nach dem Vorbild von Russlands Trainer Guus Hiddink, der auch beim FC Chelsea auf der Bank sitzt, kommt für ihn nicht in Frage: "Es hat keinen Sinn, darüber zu reden."

Schalke dementiert direkten Kontakt

Derweil verschickte Schalke eine Pressemitteilung, in der der Klub "einen direkten Kontakt zwischen dem kroatischen Nationalcoach und dem Vorstand des Klubs" dementierte.

Bilic werde "kein Trainer beim FC Schalke 04, weder als Interimslösung bis zum Ende der laufenden Spielzeit, noch zur kommenden Saison."

Lattek: "Eine ganz heiße Nummer"

Bilic, ehemaliger Verteidiger des Karlsruher SC, war nicht zuletzt von DSF-Experte Udo Lattek als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge des entlassenen Fred Rutten erachtet worden.

"Was den Trainerposten auf Schalke betrifft: Ich tippe auf Armin Veh oder Slaven Bilic, der vor einiger Zeit mit dem HSV verhandelt hat. Das scheint eine ganz heiße Nummer zu werden", hatte Udo Lattek am Sonntag in seiner Sport1.de-Kolummne vermutet.

Veh angeblich mit Schalke-Bossen gesehen

Veh hatte die "Westdeutsche Allgemeine" neben Michael Skibbe ins Gespräch gebracht. Laut "Stuttgarter Zeitung" soll es Gespräche zwischen Schalke 04 und Veh oder dessen Anwalt gegeben haben.

Die "Neue Sonntagspresse" behauptet, der ehemalige VfB- und FCA-Trainer Veh soll zweimal in Gelsenkirchen gesehen worden sein und mit Schalke-Verantwortlichen in einem italienischen Restaurant gegessen haben. Zudem soll es auch in Vehs Heimat zu Gesprächen gekommen sein.

"Ich habe immer gesagt, dass ich gern wieder was mache, wenn ein interessantes Angebot kommt", hatte Veh zuletzt erklärt. Der 48-Jährige, 2007 mit Stuttgart Meister, wurde im November 2008 vom VfB beurlaubt.

Kein Kommentar von Berger

Neben Bilic, Veh und Skibbe wurde auch der ehemalige Schalker-Coach Jörg Berger (1993-96) als potenzieller Trainerkandidat gehandelt.

"Ich möchte mich nicht dazu äußern", erklärte Berger am Montagnachmittag auf Nachfrage von Sport1.de.

Ristic ein Kandidat?

Aus gut informierten Quellen tauchte zuletzt auch der Name von Aleksandar Ristic, von November 1990 bis Ende 1992 Trainer der Königsblauen, auf der Kandidatenliste auf.

Schalkes bisheriger Trainer Fred Rutten war am vergangenen Donnerstag beurlaubt worden.

Krstajic setzt sich für Mulder/Büskens ein

Mike Büskens und Youri Mulder bereiten das Team auf das Spiel in Bielefeld am Freitag vor und leiteten am Montag das Training. Diese Aufgabe hatten die ehemaligen Co-Trainer nach der Trennung von Rutten übernommen - allerdings nur vorübergehend.

"Die Trainerfrage muss so schnell wie möglich geklärt werden", forderte Kapitän Mladen Krstajic und machte sich stark für das Duo: "Ich hätte aber kein Problem damit, wenn die beiden das Amt bis zum Saisonende übernehmen würden."

Büskens von Unruhe genervt

Büskens, der am Ende der vergangenen Saison zusammen mit Mulder als Interimscoach nach der Entlassung von Mirko Slomka in sechs Spielen 16 von 18 möglichen Punkte geholt hatte, verfolgt die jüngste Entwicklung ebenfalls genervt.

"Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es auf Schalke in den letzten Jahren schon einmal so viel Unruhe gegeben hat", sagte der UEFA-Cup-Sieger von 1997: "Dabei bräuchten wir jetzt vor allem Ruhe im Verein."

Absage von Stevens

Als ein möglicher Kandidat für den Übergangsposten war auch Ex-Coach Huub Stevens gehandelt worden.

Er erteilte dem Klub jedoch am Wochenende eine Absage. "Ich möchte diese Saison meine Freiheit haben", sagte der 55-Jährige. Zuvor hatte sich Stevens enttäuscht gezeigt, dass die Schalker ihn auf ihrer Suche nach einem neuen Manager nicht kontaktiert hatten.

Auch über Otto Rehhagel wurde spekuliert. Griechenlands Nationaltrainer hat bisher keinen Kommentar abgegeben.

Kahn: "Das kommt zu früh"

Für diese Position, auf der zuvor Andreas Müller arbeitete, war unter anderem Oliver Kahn im Gespräch.

Doch der ehemalige Bayern-Keeper fühlte sich für den Job noch nicht bereit. "Das kommt für mich sechs bis acht Monate zu früh", erklärte Kahn. "Wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht funktioniert, dann sollte man es nicht angehen."

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