DSF-Experte Udo Lattek schreibt in seiner Sport1.de-Kolumne über die Situation von Jürgen Klinsmann nach dem Sieg in Bielefeld.

Hallo Fußball-Freunde,

nach dem Sieg in Bielefeld sind Jürgen Klinsmann und Uli Hoeneß anscheinend wieder ein Herz und eine Seele.

Ich finde es aber absolut okay, dass Uli jetzt an der Seite von Klinsmann steht. Das ist typisch für Uli. Wenn einer tief drinsteckt, dann ist Uli derjenige, der hilft.

Er kann aber auch nur solange helfen, wie die Ergebnisse stimmen. Nach dem Bielefeld-Spiel haben die Bayern erstmal etwas Ruhe.

Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, dass das Können eines Trainers an einem Spiel gemessen wird. Wenn Bayern jetzt gegen Bielefeld 1:1 gespielt hätte, dann wäre Klinsmann immer noch der gleiche Trainer.

Schon nach der Pleite in Barcelona hat mir ein Bekannter aus Kreisen des FC Bayern gesagt: "Wenn wir jetzt gegen Frankfurt wieder gewinnen, dann wird alles wieder schöngeredet."

Das ist offenbar wirklich so. Da fehlt mir einfach die Konsequenz. Entweder man weiß, was der Trainer kann oder man weiß, was er nicht kann. Das mache ich aber nicht von einem Spiel abhängig.

Wenn man sieht, wie Bayern im Januar den VfB Stuttgart im DFB-Pokal mit 5:1 vom Platz gefegt hat, stellt sich mir die alles entscheidende Frage: Warum zeigt die Mannschaft immer wieder wie gut sie ist und fällt dann wieder auseinander?

Da fehlt die Konstanz und irgendwas kann dann nicht stimmen. Vielleicht mangelt es Klinsmann an Respekt im Team.

So hat er zum Beispiel im Fall Michael Rensing an Glaubwürdigkeit verloren. Die Entscheidung, ihn aus dem Tor zu nehmen, ist absolut nachzuvollziehen. Alle, die mit Jörg Butt näher zu tun haben, bestätigen seine hervorragende Verfassung.

Nicht nachvollziehen kann ich aber, dass Klinsmann gesagt hat, Rensing würde nach dem Barcelona-Spiel ins Tor zurückkehren. Dies war nicht der Fall und so etwas kann man als Trainer nicht machen.

Am Ende wird wahrscheinlich Klinsmanns Zukunft davon abhängen, ob er die Meisterschaft holt. Er selber ist davon ja überzeugt.

Aber dafür muss Wolfsburg erstmal verlieren. Bei drei Punkten Rückstand wäre ich daher vorsichtig zu behaupten, dass Bayern am Ende Meister wird.

Euer Udo Lattek

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