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Abwehrspieler Nico Schmied wechselte erst 2010 von Germania Windeck zu Fortuna Köln © getty

In Herne läuft bei Köln gar nichts zusammen und gegen Wattenscheid sehen zwei Spieler rot. Auch der Coach muss auf die Tribüne.

München - Frohe Ostern gab es in diesem Jahr bei Fortuna Köln wohl nicht.

Der Tabellen-Sechste der NRW-Liga (DATENCENTER: NRW-Liga) verlor zwei Spiele in fünf Tagen und das auch noch am Osterwochenende.

Am Donnerstag unterlagen die Fortunen mit 1:3 zu Hause gegen SG Wattenscheid 09 und am Ostermontag kehrten sie mit drei Gegentoren und null Punkten vom SC Westfalia Herne zurück.

"Wenn man sieht, wie wir die Führungstreffer gegen Speldorf, Wattenscheid oder heute Herne kassieren, kann man sagen, dass man es den Gegnern nur noch einfacher macht, wenn man den Ball direkt selbst reinschießt", resümierte ein sichtlich mitgenommener Coach Matthias Mink.

Geschockte Fortunen gegen Herne

Schon nach fünf Minuten lag das ersatzgeschwächte Team der Fortuna mit 0:1 zurück. Marko Onucka hatte keine Mühe, den Führungstreffer zu erzielen, nachdem Ersatztorwart Niklas Blech zuvor über den Ball getreten hatte.

Damit war auch im Stadion "Am Strünkede" die taktische Marschroute wieder einmal über den Haufen geworfen. Die Fortuna wirkte geschockt und hatte den immer stärker werdenden Hernern nichts entgegenzusetzen.

Die beiden Herner Stürmer Abdou Ouro-Akpo und Marko Onucka setzen sich immer wieder gegen ihre direkten Gegenspieler durch und brachten das Tor der Fortuna ein ums andere Mal in Gefahr.

Keeper Ditterle ziemlich unaufgeregt

Die Fortuna hatte dem variablen Spiel des Tabellennachbarn nichts entgegenzusetzen. Kevin Kruth rieb sich bei den Zweikämpfen im Mittelfeld auf, nur sehr selten wurde überhaupt mal eine Flanke in den gegenerischen Strafraum geschlagen.

Die neuformierte Abwehrkette sah sich immer wieder vor Probleme gestellt und auch schon in der ersten Halbzeit hatten die Herner, die nach dem Rücktritt von Trainer Frank Schulz von Arben Tahiri gecoached wurden, weitere Torgelegenheiten durch die starken Onucka und Ouro-Akpo.

Die Fortuna hingegen ließ, nicht nur in der ersten Halbzeit, ihre Torgefährlichkeit komplett vermissen. Herne-Torwart Christoph Ditterle verlebte einen unaufgeregten Ostermontag.

Neues System, Leistung stagniert

Direkt nach dem Halbzeittee gelang Tim Gebauer das entscheidende 2:0.

Wer bis dahin nicht an einen Heimsieg gelaubt hatte, war sich sich nun absolut sicher. Da half auch nicht die Einwechslung von Stürmer Tomas Tomanek und die die damit verbundene Umstellung auf das 4-4-2-System.

In der 74. Minute war es dann Mittelstürmer Ouro-Akpo vorbehalten, den Endstand gegen eine - an diesem Nachmittag - bedauernswerte Fortuna zu erzielen.

Bezeichnend für die indsikutable Leistung an diesem Tag ist die Tatsache, dass erst zehn Minuten vor Schluß der erste Eckball für das Team um Ersatzkapitän Frank Schroden heraussprang - überflüssig zu erwähnen, dass Christoph Ditterle dabei nicht eingreifen musste.

Mink muss gegen Wattenscheid auf die Tribüne

"Der Schiedsrichter hat schlecht gepfiffen und wir haben schlecht gespielt. Die Wattenscheider haben es uns wirklich schwer gemacht und wir haben leider nicht das richtige Mittel gefunden, um heute erfolgreich zu sein. Schade, wir hätten den Zuschauern heute gerne den nächsten Heimsieg präsentiert", sagte Trainer Matthias Mink nach dem Spiel gegen Wattenscheid, bei dem auch er den Innenraum verlassen musste.

750 Zuschauer waren zuvor ins Südstadion gepilgert, um den siebten Heimsieg in Serie zu erleben. Doch es sollte genau 120 Sekunden dauern, bis den meisten von ihnen klar war, dass sich dieser Abend nicht so entwickeln sollte, wie geplant.

Bei einem eigentlich alltäglichen Zweikampf an der Torauslinie des Strafraumes kam der Gegenspieler von Lars Marten zu Fall und zum Entsetzen aller entschied Schiedsrichter Christian Erbs, ohne zu zögern auf Elfmeter. Farat Toku ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und verwandelte sicher.

Muskelfaserriss bei Venekamp?

"Damit war unsere taktische Marschroute ad acta gelegt", sagte Kapitän Stephan Glaser hinterher.

Und tatsächlich, die Fortuna, die in der gleichen Aufstellung spielte, wie beim 3:0 gegen Aufstiegsaspirant Germania Windeck, zeigte sich geschockt. Das Team von Trainer Matthias Mink spielte in den ersten 45 Minuten nicht einmal schlecht, verzeichnete mehr Ballbesitz und kontrollierte das Spiel, eine Torchance wollte dabei aber nicht herausspringen.

Schon in der 19. Minute musste Benjamin Venekamp mit dem Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel den Platz verlassen - diesen nahm Tevifk Furucu ein.

Torraumszenen ergaben sich nur nach Ecken und Freistößen - der Wattenscheider Torwart Phillip Kurz verlebte aber ansonsten eine ruhige erste Halbzeit.

Platzverweis für Glaser

Unverändert gingen beide Teams in die zweite Halbzeit. Die erste, kleine Torgelegenheit der zweiten Halbzeit verzeichneten dann wieder die Gäste aus Wattenscheid, als Timo Erdmann den Ball aus 17 m auf die Latte des Gehäuses von Christopher Möllering köpfte.

In der 69. Spielminute musste mit Stephan Glaser der erste Kölner das Spielfeld verlassen, nachdem er Sven Wienecke am Mittelkreis gefoult hatte. Trainer Matthias Mink kommentierte diese Hinausstellung mit den Worten "Das war abzusehen" und wurde dafür ebenfalls des Feldes verwiesen und musste den Innenraum verlassen.

Jetzt wurde es für die Fortuna natürlich noch schwieriger. Trotzdem wäre ihr nur vier Minuten fast der Ausgleich gelungen, als Hamdi Dahmani im Strafraum zum Kopfball kam. Phillip Kurz parierte bravourös.

Nur zwei Minuten später war es Kevin Kruth, dessen Volleyschuss von der Strafraumgrenze, das Wattenscheider Tor nur knapp verpasste.

Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung

Die Fortuna setzte jetzt alles auf eine Karte, auch Innenverteidiger Lars Marten schaltete sich jetzt immer mehr ins Angriffsspiel ein - bis zur 74. Minute. Denn da wurde auch Christian Beckers mit Gelb-Rot, wegen Schiedsrichterbeleidung, des Feldes verwiesen.

Die Wattenscheider nutzen nun die Räume konsequenter. Der eingewechselte Dimitrios Ropkas erzielte im Fallen das 0:2 (86.). Ein wenig Hoffnung keimte auf, als Alexander Ende zwei Minuten vor dem Schlußpfiff, per Elfmeter, zum 1:2 verkürzte. Fast mit dem Gegenzug gelang dem Gast aber das 1:3 - Kevin Barra schloß einen Konter erfolgreich ab.

Noch nach dem Schlußpfiff war es dann Torwart Christopher Möllering, der ebenfalls die Rote Karte, auch wegen Schiedsrichterbeleidigung, sah - der Schlußpunkt unter einem Spiel, dass niemanden - auf Kölner Seite - zufrieden stellte.

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