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Otto Pfister wurde 1992 zum "Trainer des Jahres" in Afrika gewählt © getty

Ein Streit mit dem Minister ist die Ursache für den überraschenden Rücktritt von Otto Pfister als Nationalcoach Kameruns.

Jaunde - Der deutsche Weltenbummler Otto Pfister ist als Nationaltrainer Kameruns zurückgetreten und hat als Grund einen Streit mit dem Ministerium angegeben.

"Der Minister hat einfach meinen Mitarbeiter-Stab ausgewechselt. Meine bisherigen Assistenten wurden einfach abgesetzt. Das lasse ich nicht mit mir machen. Ich habe Prinzipien", erklärte der gebürtige Kölner im Interview mit dem "Kölner Express".

Pfister habe "sofort schriftlich gekündigt". Der 71-Jährige stand eigentlich kurz vor dem Aufbruch mit den "unzähmbaren Löwen" zu einem Trainingslager nach Belgien.

Quali-Vorbereitung geplant

Dort wollte er die Mannschaft auf das nächste Spiel am 7. Juni gegen Marokko in der Qualifikation für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika vorbereiten.

Im November 2004 war Kameruns Auswahlcoach Winfried Schäfer unmittelbar nach dem 0:3 im Länderspiel in Leipzig gegen Deutschland entlassen worden. Verbands-Präsident Mohamed Iya hatte damals die Trennung verkündet, bevor er den deutschen Fußballlehrer von dem Rauswurf unterrichtet hatte.

Pfister mit Rundumschlag

Nach seinem Rücktritt holte Pfister unterdessen zu einem Rundumschlag aus.

"Ob in Togo, Nigeria oder Kamerun - überall ist es dasselbe. Es geht um die Clans. Um Kohle. Um Positionen und Intrigen. Wenn Du dazugehörst, hast du eine gute Zukunft. Und so schart die Politik ihre Leute um die Mannschaft", sagte Pfister: "Aus diesem Grund wird ein afrikanisches Team niemals Weltmeister werden."

Zuletzt kritisiert

Pfister hatte das Amt in Kamerum im Oktober 2007 übernommen und die Nationalmannschaft im Februar 2008 zu Platz zwei beim Afrika-Cup geführt. Zuletzt hatte Pfister nach dem 0:1 gegen sein Ex-Team Togo in der Kritik gestanden.

Mit Togo hatte Pfister bei der WM-Endrunde 2006 in Deutschland für Wirbel gesorgt. In einer Nacht- und Nebelaktion war Pfister drei Tage vor der WM-Premiere der Westafrikaner wegen eines Streits um Prämien zwischen Mannschaft und Verband zurückgetreten, ehe er auf Wunsch der Spieler und nach einer Rolle rückwärts doch auf der Bank saß.

WM noch nicht abgeschrieben

Den Traum von der WM-Endrunde in Südafrika hat Pfister trotz des Rücktritts noch nicht ad acta gelegt.

"Ich habe bereits ein Angebot als Nationalcoach aus dem Arabischen Raum und ein weiteres", sagte der Trainer: "Außerdem rollen demnächst sowieso wieder ein paar Köpfe in der Qualifikation."

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