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Michael Ballack feiert den achten Vereinstitel seiner Karriere © imago

Der DFB-Kapitän wird beim FA-Cup-Sieg des FC Chelsea eingewechselt, bleibt den Blues treu und sagt den neuen Trainer voraus.

London - Erst reckte Michael Ballack vor der Royal Box voller Stolz den Pokal in den Himmel, dann folgte eine wilde Spontanfeier in der Umkleidekabine:

Eine Saison mit herben Enttäuschungen in der Meisterschaft und der Champions League hatte für den englischen Traditionsklub FC Chelsea ein glückliches Ende, die Blues holten sich am Samstag durch ein 2:1 (1:1) gegen den FC Everton zum fünften Mal den FA-Cup.112543(die besten Bilder)

Vergessen waren bei Ballack nach dem Schlusspfiff im mit 89.391 Zuschauern ausverkauften Wembley-Stadion der dürftige dritte Rang in der Premier League, das Halbfinal-Aus in der Königsklasse und die Tatsache, dass er zunächst nur auf der Bank saß.

"Ich war etwas überrascht", sagte Ballack der "Bild am Sonntag" zu seiner Einwechselung in der 61. Minute.

Der Sieg im ältesten Fußball-Wettbewerb der Welt, der sein 128. Finale seit 1835 austrug, überragte jedoch alles: "Der Stellenwert des Pokals ist sehr hoch für mich. Es ist schön, am Ende etwas in den Händen zu halten."

Grund genug für den 32-Jährigen, auch noch eine Neuigkeit aus dem Sack zu lassen. "Ich habe noch nicht unterschrieben, aber ich habe mich mit dem Verein auf einen Einjahresvertrag geeinigt", sagte Ballack der "BBC".

Hiddink und Abramowitsch tanzen

In der Kabine ging es dann drunter und drüber. Der 62-Jährige Hiddink, für den das Intermezzo Chelsea nach vier Monaten endete, tanzte sich wie Klubeigner Abramowitsch, sonst die Zurückhaltung in Person, zusammen mit Spielern und Trainerstab die Seele aus dem Leib.

"Wir haben einen multikulturellen Kader, sie müssten die afrikanischen Spieler sehen. Michael Essien beim Break Dance zu beobachten, ist eine wahre Freude", erzählte Hiddink zum Geschehen in der Kabine.

Der Niederländer wird sich nun wieder ausschließlich um die russische Nationalmannschaft kümmern und meinte zur Bedeutung des Pokalsieges: "Das ist einer der wichtigsten Titel in meiner Karriere. Im Mekka des Weltfußballs den FA-Cup zu gewinnen, ist etwas kaum Fassbares."

Ballack schwärmt von Hiddink

In seiner kurzen Amtszeit hat der Niederländer einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und vor allem mit seiner positiven Einstellung die Stars begeistert.

"Er war immer entspannt. Selbst, wenn wir 0:1 zurücklagen, hat er nie über die Möglichkeit einer Niederlage nachgedacht. Er hat uns immer vertraut, weil er wusste, dass wir Fußball spielen konnten", sagte Ballack. "Es war eine große Freude, mit ihm zu arbeiten."

Gegen den FC Everton zahlte sich diese Einstellung auch aus. Das 0:1 durch Louis Saha nach nur 25 Sekunden - das schnellste Tor in der FA-Cup-Final-Geschichte - verdauten die Blues ohne Probleme, der Erfolg durch die Tore von Didier Drogba (21.) und Frank Lampard (72.) kam zwangsläufig.

Ancelotti wird wohl kommen

Nun wird Ballack bei Chelsea den fünften Trainer nach Jose Mourinho, Avram Grant, Luiz Felipe Scolari und Hiddink bekommen - und gab preis, dass es wohl der Italiener Carlo Ancelotti wird.

"Es ist noch nicht perfekt, aber es sieht so aus, dass er der neue Trainer wird", sagte Ballack der "BBC". Ancelotti ist noch Trainer des AC Mailand, wird die Rossoneri wohl aber nach acht Jahren und zwei Champions-League-Siegen (2007 und 2003) verlassen.

Michael Ballack hat jedenfalls noch einiges vor dem dreimaligen Meister. "Nächstes Jahr wird die Konzentration auf der Premier League und der Champions League liegen", meinte der Deutsche und ergänzte:

"Was wir brauchen, ist Kontinuität. Wir brauchen nicht viel zu ändern, um die Premier League zu gewinnen, denn wir haben einen guten Kader. Aber wir haben wieder einen neuen Teammanager und brauchen etwas Zeit, uns umzustellen." .

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