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Meister in der Ligue 1: Laurent Blanc bejubelt mit Girondins Bordeaux die Meisterschaft © getty

Erstmals nach sieben Jahren verpasst Olympique die Meisterschaft - weil Laurent Blanc mit Girondins Bordeaux etwas dagegen hat.

Bordeaux - Nachdem Girondins Bordeaux den französischen Fußball-Thron bestiegen und die siebenjährige Regentschaft von Olympique Lyon beendet hatte, atmete fast ganz Frankreich erleichtert auf.

"Der Titel für Girondins bringt frischen und symphatischen Wind in die Ligue 1", schrieb die Sportzeitung L'Equipe und sprach damit vielen Fans aus dem Herzen.

Mit einem 1:0 am letzten Spieltag bei SM Caen und dem elften Sieg in Folge verteidigte Bordeaux, das bereits im April den Ligapokal gewonnen hatte, erfolgreich die Tabellenspitze vor Olympique Marseille und sicherte sich seinen insgesamt sechsten Meistertitel.

Die Spieler tanzten anschließend auf dem Platz wilde Meistertänze, in Bordeaux machten zehntausend feiernde Anhänger auf den Straßen die Nacht zum Tage.

Meistertrainer Laurent Blanc

Meistertrainer Laurent Blanc dagegen wirkte in der Stunde des Erfolges in sich gekehrt. "Das ist eine große Befriedigung für die Jungs", sagte der frühere Welt- und Europameister.

Dabei ist der erste Ligatitel seit zehn Jahren für die Südfranzosen vor allem sein Werk.

Blanc, der vor zwei Jahren das Zepter bei Girondins übernommen hatte, führt die Mannschaft so wie früher die Abwehr in der Nationalmannschaft: elegant, fair und erfolgsorientiert.

"Wir wissen, was wir dem Trainer zu verdanken haben. Er hat uns Selbstvertrauen geschenkt und eine Philosophie gelehrt. Alles an seinem Coaching ist positiv", sagt Nationalspieler Alou Diarra.

Allerdings: Medien sind skeptisch

Die französischen Medien aber sind skeptisch, ob die Wachablösung in Frankreich wirklich von Dauer ist.

"Die neuen Könige von Frankreich müssen sich als wahrer Nachfolger von Olympique Lyon erst noch beweisen", schrieb L'Equipe und spielte damit vor allem die Champions League an, wo Lyon jahrelang die französische Fahne hochgehalten hatte.

Ob der Privatfernsehsender und Klub-Eigentümer M6 in Zeiten der Wirtschaftskrise genügend Geld für Verstärkungen zur Verfügung stellt, ist fraglich.

Lyon, das als Dritter in die Qualifikation zur Champions League muss, wird jedenfalls neu aufrüsten und wieder angreifen.

Marseille trauert

Und auch Vizemeister Marseille lechzt nach dem knapp verpassten Titel in dieser Saison nach der Meisterschaft.

"Wir hätten es verdient, Champions zu sein. Aber wir haben den Titel nicht heute Abend verloren", sagte Marseille-Stürmer Mamadou Niang nach dem am Ende bedeutungslosen 4:0 gegen Stade Rennes.

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