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Karl-Heinz Feldkamp wurde 1991 mit Kaiserslautern Deutscher Meister © getty

75 Jahre, und noch lange nicht gehört er zum alten Eisen. Trotzdem lässt es Karl-Heinz Feldkamp zu seinem Geburtstag ruhiger angehen.

Frankfurt/Main - Eigentlich wollte Karl-Heinz Feldkamp mit 55 Jahren in Rente gehen - doch seine Leidenschaft für den Fußball ließ den mehrmaligen Meistertrainer einfach nicht los.

Selbst heute kann Feldkamp, der am Dienstag seinen 75. Geburtstag feiert, immer noch nicht vom runden Leder lassen.

"Kalli" war bis vor wenigen Tagen Technischer Direktor beim türkischen Ex-Meister Galatasaray Istanbul - den er schon vor 17 Jahren zur Meisterschaft geführt hatte und für den er weiter tätig sein will.

Feldkamp bleibt Berater

"Ich bin am Donnerstag aus der Türkei zurückgekommen. Ich werde für den Klub weiter als Berater arbeiten. Aber ich werde nicht mehr vor Ort sein. Dabei geht es nicht um Geld oder einen Vertrag, sondern um den Austausch. Der Kontakt nach Istanbul wird nie abreißen", sagte Feldkamp.

Am Dienstagmittag macht er sich dann mit seiner Frau auf den Weg in sein spanisches Domizil: "Die Feier holen wir später nach. Das ist mit der Familie so abgesprochen."

In "blendender" Verfassung

Ohnehin soll Feldkamps Familie nach den Jahrzehnten im Fußball-Geschäft zukünftig mehr in den Vordergrund rücken.

"Ich werde nicht mehr voll aktiv werden. Diesen Druck hatte ich zuletzt in Istanbul. Das ist jetzt vorbei", meinte der frühere Spieler von Rot-Weiß Oberhausen, dem es nach eigener Aussage "blendend" geht.

Keine Altersdebatte um Feldkamp

Wer sich in den vergangenen Jahren über die Ausdauer des rastlosen Lockenkopfs wunderte, der erntete nur ein Kopfschütteln von Feldkamp.

"Der Papst ist doch auch schon 80", entgegnete der gebürtige Oberhausener vor zwei Jahren bei seiner Rückkehr zu "Gala" und erstickte die Altersdebatte im Keim.

Zuvor allerdings hatte auch "Jungbrunnen" Feldkamp zu spüren bekommen, dass das Stahlbad Profifußball seine Spuren hinterlassen hat.

Acht Jahre hatte sich Feldkamp, der Mitte der 90er Jahre auch als Experte beim "ZDF" arbeitete, nach seinem Abschied von Besiktas Istanbul 1999 aus dem Trainer-Geschäft zurückgezogen.

2007 Rückkehr als Trainer

Vom Fußball konnte Feldkamp, der als einziger Coach mit drei verschienden Klubs (Bayer Uerdingen, Eintracht Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern) den DFB-Pokal gewann, aber nicht lassen.

"Beyaz Tilki" (der graue Fuchs), wie ihn die Türken voller Ehrfurcht nennen, hatte Hunger auf weitere Erfolge. Im Sommer 2007 übernahm Feldkamp zum zweiten Mal als Trainer Galatasaray, warf dort im April 2008 aber das Handtuch.

"Aufpasser" von Skibbe

Doch die Führungscrew des Traditionsklubs wusste, was sie am ehemaligen Lauterer Meistercoach hatte.

Sie holten Feldkamp, der bei über 400 Bundesligapartien an der Seitenlinie stand, im November vergangenen Jahres zurück und machten ihn zum "Aufpasser" von Trainer Michael Skibbe, der im Februar entlassen wurde.

Unpopuläre Meinung

Feldkamps Wort hat immer noch Gewicht am Bosporus. Auch wenn seine Meinung manchmal unpopulär ist.

"Ich bemängele immer wieder die Überheblichkeit im türkischen Fußball. Wenn sie nur den Namen des Gegners hören, sind sie oft schon eine Runde weiter", sagt der Routinier, aus dem beim Rückblick auf sein Leben für den Fußball eine Kämpfernatur spricht.

"Die größten Erfolge waren nicht die Meisterschaften und die Pokalsiege. Die größten Erfolge waren es, die Rückschläge wegzustecken und wiederzukommen."

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