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Das hätte Berlusconi (l.) am liebsten: Milan gewinnt die Champions League wie 2007 © imago

Italiens Regierungschef hält sich für den besseren Trainer. Zenga soll Lazio übernehmen, Lorant Linz. Internationale Splitter.

München - Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat als Klubeigner des AC Mailand offenbar weniger Durchsetzungsvermögen als in der Politik.

Der Premierminister kritisierte in einem Telefon-Interview seines TV-Senders "Canale 5" Milans "enttäuschendes Saisonabschneiden."

Das wäre nicht passiert, wenn man auf ihn gehört hätte, sagte er.

"In dieser Saison hat Milan nicht die Taktik gespielt, die ich vorgeschlagen habe. Wir haben Spiele in den letzten Minuten verloren, weil die Mannschaft nicht so gespielt hat, wie ich es geraten hatte", sagte Berlusconi.

Beschwerde wegen Ronaldinho

Der 72-Jährige kritisierte auch den inzwischen zum FC Chelsea abgewanderten Trainer Carlo Ancelotti: "Wir haben Champions wie Ronaldinho, der nur in den letzten 20 Minuten eines Spiels zum Einsatz kam. Das brachte ihn um seine Spielmoral."

Nur mit dem Saisonfinale, bei dem sich die Lombarden mit einem 2:0-Sieg beim AC Florenz am vergangenen Wochenende für die Champions League qualifizierten, war der Staatschef zufrieden: "Da haben sie so gespielt, wie ich es gesagt habe."

Sport1.de hat weitere internationale Splitter zusammengefasst:

Valencia-Präsident Soriano tritt zurück

Vicente Soriano, Präsident des sechsmaligen spanischen Meisters FC Valencia, hat seinen Rücktritt erklärt.

"Ich bin gekommen, um meinen unwiderruflichen Rücktritt bekanntzugeben. Von meinem ersten Tag als Präsident habe ich gekämpft, um die finanzielle und sportliche Lebensfähigkeit des FC Valencia zu erhalten. Dies ist nur teilweise gelungen", sagte der Geschäftsmann.

Der Verein befindet sich in einer tiefen finanziellen Krise. Valencia hatte versucht, das Gelände um sein altes Mestalla-Stadion zu verkaufen, um den 300 Millionen Euro teuren Neubau für 79.000 Zuschauer zu finanzieren. Bereits im Februar steckte der Klub in Zahlungsschwierigkeiten.

Zenga bei Lazio im Gespräch

Nach der Trennung von Delio Rossi soll die frühere Torwart-Ikone Walter Zenga neuer Trainer bei Lazio Rom werden.

Dem Ex-Nationaltorhüter liegt laut der Zeitung "Il Messaggero" ein unterschriftsreifer Einjahresvertrag vor.

Zenga hatte in der abgelaufenen Saison Catania Calcio trainiert. Mit 38 Punkten hatte Lazio die Spielzeit nur auf dem zehnten Platz abgeschlossen, woraufhin Rossi entlassen wurde.

Italienischen Medien zufolge ist er als Nachfolger von Davide Ballardini bei US Palermo im Gespräch.

Lorant heuert bei Linz an

Werner Lorant wird nach eigenen Angaben den österreichischen Traditionsverein Linzer ASK übernehmen.

Der 60-jährige Ex-Trainer von 1860 München, der vor wenigen Wochen beim slowakischen Erstligisten Dunjaska Streda ging, will bereits in den kommenden Tagen einen Ein-Jahres-Vertrag unterschreiben.

Linz ist bereits Lorants 13. Trainerstation im Profifußball. Nach seiner Zeit als "Löwen"-Coach arbeitete er in der Türkei (Fenerbahce, Sivasspor, Kayseri Erciyesspor, Kasimapsaspor), auf Zypern (Apoel Nikosia), in Südkorea (FC Incheon), Iran (Saipa Teheran), China (FC Liaoning) und in der Slowakei (Dunjaska Streda).

Camacho bleibt Osasuna treu

Spaniens früherer Nationaltrainer Jose Antonio Camacho bleibt Coach von Erstligist CA Osasuna Pamplona.

Der Vertrag des 53-Jährigen wurde um ein Jahr verlängert. Camacho, der im vergangenen Oktober die Nachfolge des zurückgetretenen Jose Angel Ziganda antrat, hatte sich mit seinem Klub erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt in der Primera Division gesichert.

Die Mannschaft aus der nordspanischen Navarra-Region gewann am vergangenen Wochenende 2:1 beim Rekord-Champion Real Madrid, mit dem der einstige Abwehrrecke Camacho zwischen 1973 und 1989 neunmal Meister geworden war.

Klassenerhalt mit Waffen gefordert

Mit Waffengewalt haben 50 Fans von den Spielern des abstiegsbedrohten argentinischen Erstligisten CA San Martin Tucuman den Klassenerhalt gefordert.

Die rabiaten Anhänger des Vorjahres-Aufsteigers stürmten das Trainingsgelände des Klubs und verlangten mit vorgehaltenen von Schusswaffen drei Siege aus den letzten drei Saisonspielen des Vereins.

"Sie haben gesagt, dass wir die Konsequenzen tragen müssten, wenn wir die neun Punkte nicht holen. Sie haben uns dabei ihre Waffen gezeigt und einen Schuss in die Luft abgegeben, als sie gegangen sind", sagte San Martins chilenischer Stürmer Cristian Canio.

Der Klub steht nach einem 0:3 bei Boca Juniors Buenos Aires auf einem Abstiegsrang. Die Hardcore-Fans werfen Trainer Carlos Alberto Roldan eine zu defensive Spielweise vor und beschimpften die Spieler, die ihrer Meinung nach den Klub berauben.

Randale in Holland

19 verletzte Polizisten und 13 Festnahmen lautet die Bilanz nach schweren Ausschreitungen randalierender Fußballfans bei einem Relegationsspiel in den Niederlanden.

600 Anhänger des Zweitligisten SC Cambuur Leeuwarden rasteten nach der 1:3-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Roda JC Kerkrade aus, das sich damit den Klassenerhalt in der Ehrendivision sicherte.

Gastgeber Leeuwarden hatte in der ersten Halbzeit das 1:0 geschossen und bis zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit die Führung verteidigt, musste nach dem späten Ausgleich aber in die Verlängerung.

Voodoo für afrikanische Siege

Auch tote Hühner als Glücksbringer zählen zu den seltsam anmutenden Ritualen: Der Glaube an die magische Kraft ihrer Ahnen soll den Südafrikas Fußballern bei der Heim-WM 2010 Glück und Punkte bringen - und ruft die FIFA auf den Plan.

Hintergrund: Im von Südafrika weitgehend umschlossenen Swasiland hatte ein Medizinmann vor einem Spiel der Black Mambas und Mbabane Swallows ein Huhn geopfert, es verbrannt und unter dem Rasen vergraben.

Die FIFA habe deshalb bereits eine Mahnung ausgesprochen, berichtete der südafrikanische Rundfunksenders 702.

Ein Fußball-Funktionär aus Swasiland mutmaßte dazu, der Weltverband befürchte offenbar, die Voodoo-Praktiken könnten die Gesundheit der Spieler gefährden. Eine FIFA-Sprecherin ließ jedoch verlauten, Fischer man sorge sich vor allem um die ordnungsgemäße Pflege des Rasens - ohne Löcher im Gras.

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