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Kaka gewann mit dem AC Milan 2004 die italienische Meisterschaft © getty

Der Verpflichtung von Milans Kaka sollen laut Real Madrids Präsident Florentino Perez bald weitere Mega-Deals folgen.

Von Martin van de Flierdt

München ? Die zweite "Ära der Galaktischen" bei Real Madrid ist eingeläutet.

Nur etwas mehr als eine Woche nach der Rückkehr auf den Präsidentenstuhl hat Florentino Perez die Verpflichtung von Kaka perfekt gemacht.

Der Weltfußballer von 2007 wechselt für sechs Jahre vom AC Mailand zum spanischen Rekordmeister und verdient dort kolportierte neun Millionen Euro pro Jahr.

65 Millionen Euro Ablöse

Die Ablösesumme liegt spanischen Medienberichten zufolge bei rund 65 Millionen Euro. Damit ist Kaka der zweitteuerste Spieler nach Zinedine Zidane.

Der Franzose, heutiger enger Berater von Perez, war 2001 in der ersten Amtszeit des Bauunternehmers für 76 Millionen Euro von Juventus Turin zu Real gewechselt. 102361 (DIASHOW: Die teuersten Transfers der Fußball-Geschichte)

"Immer mit Milan verbunden"

"Ich kann nun offiziell sagen, dass ich ein Spieler von Real Madrid bin", sagte Kaka auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz im brasilianischen Recife, wo er sich mit der Nationalmannschaft auf das WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch gegen die punktgleiche Auswahl Paraguays vorbereitet.

"Meine berufliche Beziehung zum AC Mailand ist nun beendet. Doch emotional werde ich Milan immer verbunden sein."

Der Offensivmann, der sich vor Vertragsunterzeichnung in Recife einer sportärztlichen Untersuchung unterzogen hatte, war 2003 für 8,5 Millionen Euro aus Sao Paulo nach Mailand gewechselt und hatte seither in 193 Ligaspielen 70 Tore erzielt.

Manchesters vergebliches Werben

Als Manchester City im vergangenen Winter um seine Dienste geworben hatte, hatte Kaka noch abgelehnt. "City und Real sind zwei verschiedene Klubs mit unterschiedlichen Gegebenheiten", erklärte der 59-malige brasilianische Nationalspieler.

"Als das Angebot von Manchester kam, befanden wir uns mitten in der Saison. Weil die Fans unbedingt wollten, dass ich bei Milan bleibe, habe ich das getan."Nun allerdings sei die Situation eine andere, der AC Mailand befinde sich in einer finanziellen Krise.

"Ich wollte Milan nicht verlassen. Aber wie viele Unternehmen, die wegen der Finanzkrise eine schwere Zeit durchmachen, ist auch der AC Mailand betroffen. Die beste Methode, Milan zu helfen, war, dem Transfer zuzustimmen", meinte Kaka.

"Das sportliche Projekt in Madrid ist für mich sehr interessant. Der Wechsel wird mir einen wichtigen Schub geben, um meine Karriere auf dem höchsten Niveau fortsetzen zu können."

Geschichtsschreiber Kaka

Mit Spaniens Rekordmeister hat Kaka Großes vor: "Real will eine großartige Mannschaft aufbauen um historische Spieler wie Raul und Iker Casillas. Wir werden wieder Geschichte schreiben, in Spanien und Europa, viele Titel holen und die Vormacht von Barcelona beenden."

Auch weil Perez Kaka zugesichert hat, "noch weitere Weltstars zu holen". Der nächste auf der Liste soll nun der amtierenden Weltfußballer Cristiano Ronaldo von Manchester United sein.

"Wir möchten ihn gerne haben. Aber wir müssen zunächst noch mit Manchester sprechen", sagte Perez dem italienischen TV-Sender "Sky Italia". "Denn es ist uns sehr wichtig, das gute Verhältnis zu diesem Klub zu wahren."

Nennenswerte Parallele

Ähnliches hatte Perez bezüglich des ebenfalls heftig umworbenen Franck Ribery über seine "Freunde Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß" gesagt. Dass Manchesters Trainer Sir Alex Ferguson Real noch unlängst "nicht mal einen Virus" verkaufen wollte, spricht allerdings nicht für beste Beziehungen zwischen United und Real.

Doch damals hieß der Präsident Madrids noch Ramon Calderon. Der Transfer von Kaka sei nun, so Perez, "nur der Anfang. Ich werde alles dafür tun, damit Cristiano Ronaldo für Real spielen wird."

Im Schatten des Kaka-Deals soll sich der spanische Vize-Meister schon dem FC Valencia über einen Transfer von EM-Torschützenkönig David Villa geeinigt haben. Kostenpunkt: geschätzte 38 Millionen Euro.

Milan dankt dem "großartigen Champion"

Der AC Mailand hat sich unterdessen von seinem scheidenden Superstar, der die "Rossoneri" unter anderem 2007 zum Champions-League-Triumph und zwei Jahre zuvor ins Finale geführt hatte, mit Wehmut verabschiedet.

"Milan dankt dem Menschen und großartigen Champion Kaka für seinen entscheidenden Beitrag an den vielen Erfolgen in den sechs Jahren seiner Tätigkeit für den AC", hieß es in einer offiziellen Stellungnahme.

"Über den Verlust an sportlicher Qualität ? so gravierend er auch sein mag ? werden wir hinwegkommen. Aber es wird schwierig sein, die Lücke zu schließen, die der Mensch Kaka hinterlässt, der ein glänzendes Beispiel für Ernsthaftigkeit, Leistungsbereitschaft und Professionalität darstellt."

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