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Zinedine Zidane (l.) schoss Real Madrid 2002 zum Champions-League-Sieg © getty

Also doch: Real Madrid flirtet wieder mit Ribery. Barcelonas Präsident Laporta kritisiert die Millionen-Einkäufe des Erzrivalen.

Von Thorsten Mesch

München - Mit Peanuts hält sich Florentino Perez nicht auf.

Mehr als 150 Millionen Euro lässt sich Real Madrids Präsident die Transfers von Cristiano Ronaldo (11,2 Millionen Gehalt für Ronaldo?) und Kaka (Kaka ist erst der Anfang) kosten.

Und Madrids nächste Top-Verpflichtung könnte Franck Ribery heißen - entgegen anders lautender Meldungen der letzten Tage.

Zidane rollt roten Teppich aus

Nachdem Madrids Präsident Florentino Perez am vergangenen Mittwoch das Interesse der "Königlichen" am französischen Mittelfeldstar des FC Bayern für beendet erklärt hatte, rollte Perez-Berater Zinedine Zidane seinem Landsmann am Sonntag erneut den roten Teppich aus.ad

"Ich erwarte, dass Ribery für Real spielen wird. Ich glaube wirklich, dass er zu uns kommt. Das wäre etwas Großes für Madrid. Wenn er kommt, werde ich ihn mit offenen Armen empfangen", sagte Zidane dem französischen Radiosender "RMC".

Konkrete Verhandlungen mit Bayern

In einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Dauphine Libere" bestätigte Zidane, dass er bereits konkrete Verhandlungen mit Bayern München über einen Ribery-Transfer führe. Als Ablösesumme sind 60 Millionen Euro plus X im Gespräch.

"Er ist ein überragender Spieler, der wunderbar zu Real passen würde", sagte Zidane.

"Es wäre für ihn ein weiterer großer Karriereschritt, wenn er in dieser Mannschaft spielt. Die Entscheidung liegt bei ihm, aber ich glaube nicht, dass er ablehnen kann."

Zurück auf den Thron des Weltfußballs

Cristiano Ronaldo, Kaka und wohl auch Ribery sollen Real wieder dorthin führen, wo der Klub nach dem Selbstverständnis von Perez und den Madridistas hingehört: an die Spitze des Weltfußballs.

Dort steht nach dem Gewinn des Triples aus Meisterschaft, Pokal und Champions League der FC Barcelona.

"Imperialistisches" und "überhebliches" Gebahren

In Kataloniens Metropole verfolgt man das gigantische Aufrüsten des Erzrivalen aus Spaniens Hauptstadt naturgemäß äußerst kritisch.

Und so überrascht es wenig, dass Barcelonas Präsident Joan Laporta die jüngsten Ereignisse nicht unkommentiert stehen lassen wollte.

"Imperialistisch" und teilweise "überheblich" sei Perez' Vorgehensweise, sagte Laporta am Samstag am Rand einer Partie von Traditionsmannschaften in Sitges.

Im Gegensatz dazu sei das Modell des FC Barcelona auf "Anstrengung, Talent und vorausschauendem Planen" ausgelegt und basiere auf den Grundsätzen eines wirtschaftlichen Projektes. 102361(DIASHOW: Die teuersten Transfers der Fußball-Geschichte)

"Gesunden Menschenverstand anwenden"

Das Handeln seines Madrider Kollegen habe jedoch seinen Ursprung eher in "Gelegenheitskäufen", meinte Laporta.

Barcelonas Modell hingegen sei "wesentlich seriöser" und basiere auf Arbeit.

Was die Planungen für die kommenden Saison angehe. So werde Barca lediglich "einige kleine Veränderungen" vornehmen und dabei "den gesunden Menschenverstand anwenden".

Vor dem Hintergrund der weltweiten Finanzkrise ein weiterer Seitenhieb in Richtung Madrid.

Barcelona noch ohne Millionen-Transfers

Nach Laportas Worten darf man gespannt sein, wie tief der FC Barcelona noch in die Tasche greifen wird, um den Angriff aus Madrid zu kontern.

Barcas Interesse an Ribery war zuletzt nicht mehr ganz so brennend, nachdem der FC Bayern eine Ablösesumme von deutlich mehr als 60 Millionen Euro aufgerufen hatte.

Wohin geht Ibrahimovic?

Und ob Barcelona, das mit Samuel Eto'o, Lionel Messi und Thierry Henry im Sturm bestens aufgestellt ist, unbedingt den international bisher fast immer hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Zlatan Ibrahimovic von Inter Mailand braucht, sei dahingestellt.

Vielleicht landen ja auch Ribery und Ibrahimovic in Madrid. Die 60 Millionen plus X für Ribery sollten zumindest kein Problem sein. Denn mit Peanuts gibt sich Senor Perez nicht ab.

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