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Lothar Matthäus sieht seine Stellung in Deutschland nicht genug gewürdigt © getty

Lothar Matthäus sieht sich in Deutschland nicht genug gewürdigt und zeigt sich enttäuscht von Bielefeld und Leverkusen.

Frankfurt/Main - Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat sich gegen seinen in Deutschland angekratzten Ruf als Trainer zur Wehr gesetzt und gleichzeitig Werbung in eigener Sache betrieben.

"Ich kann Spott und Häme nur so beantworten: Rein sportlich können mir nur wenige was vormachen. Aus Nachwuchsspielern habe ich Erstliga-Spieler gemacht. Aus Erstliga-Spielern Nationalspieler. Aus Nationalspielern Führungsspieler", schrieb der Weltmeister von 1990 in seiner "Sport-Bild"-Kolumne.

Der 48-Jährige sieht sich in seiner Heimat als Trainer völlig falsch bewertet.

"Überall genieße ich großes Ansehen"

"Überall in dieser Welt genieße ich großes Ansehen. Vielleicht als Fußballer das größte Ansehen nach Franz Beckenbauer. Ich war und bin einer der besten Sport-Repräsentanten, die Deutschland je hatte. Andere Länder wären froh, wenn sie so einen Sportler gehabt hätten, würden mit ihm umgehen wie die Argentinier mit Diego Maradona", meinte der 150-malige Nationalspieler.

Tief getroffen hat Matthäus vor allem das Verhalten von Zweitligist Arminia Bielefeld, wo er zwischenzeitlich als Kandidat für den Trainerposten galt.

Enttäuscht von Bielefeld und Leverkusen

Matthäus fühlt sich von der Arminia benutzt. "Ich will mich nicht anbiedern, ich will nicht weinen. Ich lasse nur nicht irgendwelche Leute mit Füßen nach mir treten. Wie es zum Beispiel der Mensch von Arminia Bielefeld getan hat", schrieb Matthäus.

Enttäuscht zeigte sich Matthäus auch darüber, dass er von Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler zwar geschätzt werde, aber keine Chance als Nachfolger von Bruno Labbadia erhalten habe.

"Es gibt einen Sportdirektor in Deutschland, den ich gerne mag und er mich. Er kann nicht verstehen, warum ich nicht in der Bundesliga arbeite, hat er gesagt. Aber er hatte in den letzten fünf Jahren mindestens dreimal die Chance, mich zu holen. Es ist Rudi Völler von Bayer Leverkusen", meinte Matthäus.

In Fehervar erwartet Matthäus Geld und Macht

Nachdem sich auch ein Engagement bei Zweitligist 1860 München vorerst zerschlagen hat, wird Matthäus in den kommenden Tagen voraussichtlich einen Vertrag beim ungarischen Erstligisten FC Fehervar unterschreiben (Matthäus verhandelt letzte Details).

"Der ungarische Verein FC Fehervar, mit dem ich zweimal verhandelt habe, ist mir sehr sympathisch. Hinter diesem Verein steckt alles, was Rang und Namen hat in Ungarn. Politiker und Wirtschaftsbosse - alles. Da steckt nicht nur Geld, sondern auch Macht dahinter", meinte Matthäus.

"Bis zum heutigen Zeitpunkt hätte ich bei fünf Vereinen unterschreiben können. Guten Klubs. Alle im Ausland. Ich fühle mich geehrt, und ich lasse mich nicht beirren", fügte der 48-Jährige hinzu.

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