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Franz Beckenbauer ist Mitglied in der Exekutive des Fußball-Weltverbandes FIFA © getty

Nach seiner Einkaufstour prasselt von allen Seiten Kritik auf Real-Boss Perez ein. Auch Franz Beckenbauer spart nicht mit Tadel.

München - Der Kaufrausch von Spaniens Rekordmeister Real Madrid hat im Vatikan Kritiker auf den Plan gerufen.

Auch Franz Beckenbauer stimmt die Situation äußerst bedenklich.

Der "Kaiser" sieht diese Entwicklungen gerade im Hinblick auf den Einbruch der Weltwirtschaft sehr skeptisch:

"Es ist schon ein Irrsinn, was da für Summen gehandelt werden. Aber irgendeinen Verrückten findet man immer, der mit Geld um sich wirft."

Perez-Summen schaden dem Fußball

In der Vatikan-Zeitung "Osservatore Romano" war ähnliches zu vernehmen.

Chefredakteur Gaetano Vallini wies auf die Gefahren von Pleiten und der Unterwanderung des Fußballs durch Verbrecher-Organisationen aufgrund des riskanten Finanzgebarens hin.

"Es wäre gut, sich zu fragen, ob die Summen, die Reals Präsident Florentino Perez in Zeiten der wirtschaftlichen und finanziellen Krise bezahlt, ökonomisch noch zu rechtfertigen und marktwirtschaftlich überhaupt erklärbar sind", schrieb Vallini. 127771(Diashow: Der Real-Trainingsauftakt)

"Man sollte auch prüfen, ob diesem Summen noch in die Welt des Fußballs passen oder nicht viel mehr destabilisierend wirken."

Kriminelle dürfen nicht an die Macht

Real hatte in den vergangenen Wochen insgesamt 214 Millionen Euro für die Ablösesummen für Cristiano Ronaldo 54388(die Bilder) , Kaka 124145(die Bilder), Karim Benzema und Raul Albiol ausgegeben.

Ronaldo war mit einer Transfersumme von 94 Millionen Euro zum teuersten Fußballer der Welt avanciert (Ronaldo-Transfer endgültig fix).

Vallini fürchtet eine negative Entwicklung in mehreren Bereichen:

"Wenn man die Preisspirale für Spieler weiter nach oben dreht, wächst das Risiko für die Klubs, bankrott zu gehen oder in die Hände von Kriminellen zu fallen, die ihre Gelder aus illegalen Geschäften im Fußball nur reinwaschen wollen."

"Ich hätte ein schlechtes Gewissen"

In der " Passauer Neuen Presse" äußerte sich Franz Beckenbauer ähnlich zur Kaufwut der Spanier und monierte auch die angebliche Ablösesumme für Franck Ribery von 80 Millionen Euro.

"Ich hätte ein schlechtes Gewissen. Irgendwas muss mit den Gehältern geschehen, das wissen alle", erklärte er.

Modifikation drigend nötig

Doch den Masterplan, um das außer Kontrolle geratene Transfer- und Gehaltsgefüge wieder einzufangen, hat auch Beckenbauer nicht in der Schublade liegen.

"Ich bin skeptisch, ob eine Gehaltsgrenze funktioniert. Ein Lizenzierung nach deutschem Muster wäre eine Möglichkeit. Oder man könnte den Klubs Auflagen machen, dass sie nur 50 oder 60 Prozent ihrer Einnahmen für Spieler ausgeben dürfen", meinte er.

Doch gerade jetzt sei es unerlässlich, ein fähiges Modell auf die Beine zu stellen, da in der weltweiten Finanz- und Wirtschafskrise so viele Menschen vor dem Aus stünden, so dass "es einfach ein Wahnsinn ist, was sich da im Moment abspielt".

"Im ersten Jahr war er der Unterschied"

Überraschend äußert sich Beckenbauer auch sehr deutlich zum französischen "Problemkind" Franck Ribery: " Ribery hat im ersten Jahr den Unterschied ausgemacht, im zweiten nicht mehr."

Die Zeichen stehen also auf Abschied für den Dribbel-Künstler beim FC Bayern, auch wenn sich das Transfer-Hick-Hack nach Meinung des "Kaisers" wohl noch "einige Zeit hinziehen wird". (Von wegen Rückzug! Real wirbt weiter um Ribery)

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