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Zlatan Ibrahimovic wechselte 2006 von Juventus Turin zu Inter Mailand © getty

Das Tauziehen um den Inter-Star ist beendet: Schon am Sonntag wird der Schwede beim spanischen Meister zum Medizincheck erwartet.

Von Nikolai Kube

München ? Das Wechseltheater um Zlatan Ibrahimovic ist beendet:

Der Schwede wird am Sonntag zur medizinischen Untersuchung in Barcelona erwartet. Dies meldet der spanische Meister auf der Vereinshomepage.

Im Anschluss soll der Stürmer einen Fünf-Jahres-Vertrag bei den Katalanen unterschreiben und am Montag den Fans vorgestellt werden.

Im Gegenzug erhält Inter den Kameruner Samuel Eto'o für ebenfalls fünf Jahre und Alexander Hleb auf Leihbasis für eine Saison, auch wenn der Ex-Stuttgarter dies zuletzt dementierte (Hleb will in Barcelona bleiben): .

Traum geht in Erfüllung

Zusätzlich fließt die Wahnsinnssumme von 40 Millionen Euro von Spanien nach Italien.

Für den Schweden geht mit dem Wechsel in die Primera Division ein Traum in Erfüllung:

"Ich fühle mich wie ein kleines Kind. Ich bin extrem glücklich und habe große Lust, sofort bei Barca loszulegen", schwärmt der 28-Jährige in der spanischen Zeitung "El Mundo Deportivo".

115 Tore in 150 Spielen

Doch macht das Tauschgeschäft für den spanischen Meister wirklich Sinn?

Mit Eto'o verliert das Team von Josep Guardiola einen Stürmer, der Barca 2006 und 2009 zum Champions-League-Sieg schoss und den Klub zu drei Meisterschaften (2005, 2006, 2009) führte.

Seine Torquote war beeindruckend: Der dreimalige afrikanische Fußballer des Jahres traf in 150 Partien 115 Mal.

Neue Reizpunkte setzen

Coach Guardiola hatte zuletzt betont, dass man Eto'o nicht aus sportlichen Gründen vom Hof jagen wolle. Vielmehr müssten nach den Erfolgen der letzten Jahre neue Reizpunkte gesetzt werden.

"Mit Samuel geht ein großartiger Stürmer", sieht auch Mitttelfeld-Abräumer Yaya Toure den Verkauf Eto'os mit einem weinenden Auge.

Dennoch überwiegt die Vorfreude: "Aber mit Ibrahimovic kommt ein anderer Spieler, der ein Killer auf den letzten Metern zum Tor ist."

Guardiola hofft derweil, dass der Schwede "sich schnell an den spanischen Fußball gewöhnt". Dies sollte allerdings für den technisch versierten Stürmer kein Problem darstellen.

Chigrinskiy kommt aus Donezk

Die Shopping-Tour des FC Barcelona scheint noch nicht beendet: Guardiola bestätigte: "Ibrahimovic wird nicht unser letzte Neuzugang sein. Unser Problem ist, dass Yaya Toure und Seydou Keita im Frühjahr zwei Monate wegen des Afrika Cups fehlen werden."

Mit Innenverteidiger Dmitro Chigrinskiy von Schachtjor Donezk sollen sich die Katalanen bereits einig sein.

Mircea Lucescu, Coach des ukrainischen UEFA-Cup-Siegers, gratulierte im "COM-Radio" bereits zu diesem Coup: "Barca wird einen großartigen Transfer tätigen."

Mourinho meldet sich zu Wort

Inter Mailands Coach Jose Mourinho hat sich mittlerweile ebenfalls zu Wort gemeldet, nachdem er zuletzt wochenlang nicht mit den Medien kommuniziert hatte.

"Das ist das Inter, von dem ich immer geträumt habe", schwärmt er in der "Gazzetta dello Sport" von dem Kader mit den Zugängen Eto'o und Hleb.

Dennoch stellte Mourinho in seiner gewohnten Art klar: "Nur ein dummer Trainer wäre glücklich, wenn er Ibrahimovic verliert. Aber auch nur ein dummer Trainer wäre traurig, wenn er Eto'o in seiner Mannschaft hätte."

Seitenhieb an Barcelona

Vor allem der finanzielle Umfang des Tauschgeschäfts habe ihn überrascht. "Für mich ist Eto'o nicht weniger wert als Ibrahimovic."

Einen kleinen Seitenhieb an die Katalanen konnte sich Mourinho nicht verkneifen: "Ich dachte, nur Real würde verrückte Sachen machen. Stattdessen tut Barcelona jetzt dasselbe."

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