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Das Spiel zwischen Bukarest und Liberec musste in der 87. Minute abgebrochen werden © getty

Belgrads Fans randalieren, in Bukarest muss ein Spiel abgebrochen werden. Negredo wechselt zu Sevilla. Internationale Splitter.

München - Die Disziplinarkommission der UEFA wird die Vorfälle bei den Playoff-Hinspielen in der Europa League zwischen Slavia Prag und Roter Stern Belgrad sowie Dinamo Bukarest und Slovan Liberec untersuchen.

In Prag gab es bei Krawallen in der Innenstadt am Donnerstagabend acht Verletzte und 150 Festnahmen, das Spiel zwischen Bukarest und Liberec musste in der 87. Minute wegen Zuschauerausschreitungen beim Stand von 2:0 für die Gäste sogar abgebrochen werden.

Wie die Pressestelle der UEFA mitteilte, müssen die Klubs mit empfindlichen Sanktionen rechnen.

Das können Geldstrafen, Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder auch Heimspielsperren sein.

Zwölf Anklagen wurden bereits erhoben

In der goldenen Stadt versammelten sich Tausende serbischer Fans vor dem Spiel (Endstand 3:0 für Slavia) in der Altstadt, bewarfen Passanten mit Biergläsern und zerstörten Fensterscheiben.

Bei den folgenden Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften nahm die Polizei 150 Personen vorübergehend in Gewahrsam. Gegen 38 von ihnen wird ermittelt, gegen 12 Randalierer wurde nach Angaben der Polizei Anklage erhoben.

Sport1.de hat weitere Nachrichten aus dem internationalen Fußball zusammengestellt:

Negredo unterschreibt bei Sevilla

Der spanische Erstligist FC Sevilla hat Alvaro Negredo von Rekordmeister Real Madrid unter Vertrag genommen.

Der 24 Jahre alte Stürmer unterschrieb beim ehemaligen UEFA-Cup-Sieger einen Fünf-Jahres-Vertrag.

Für den Angreifer, der kurzzeitig auch beim Bundesligisten VfB Stuttgart im Gespräch war, erhält Real 15 Millionen Euro Ablösesumme.

Sevilla hatte sich als Dritter der vergangenen Saison in der Primera Division direkt für die Champions League qualifiziert.

Staatliche Finanzspritze für Argentiniens Fußball

Alle Erstligaspiele live im frei empfangbaren Fernsehen. Was sich für den deutschen TV-Markt wie ein utopisches Szenario anhört, ist seit Donnerstag in Argentinien Realität.

Möglich macht es die Regierung von Staatspräsidentin Cristina Kirchner, die dem nationalen Verband AFA für die Aufkündigung der minder dotierten Verträge mit den Privatsendern zehn Jahre lang umgerechnet 110 Millionen Euro in die Tasche stecken wird.

"Die Regierung will den Klubs helfen, die zwar Millionengeschäfte tätigen, aber arm sind", erklärte Kirchner bei einer Versammlung am AFA-Sitz vor 800 geladenen Gästen, darunter auch Nationaltrainer Diego Maradona.

Spieler als Gläubiger

Die Profiklubs im Land des zweimaligen Weltmeisters schieben eine riesige Schuldenlawine vor sich her. Gläubiger sind neben dem Fiskus vor allem Spieler, deren Gehälter ausstehen.

Der Verband erhält nicht nur eine Geldspritze, sondern auch die Möglichkeit, die TV-Übertragungen zu kontrollieren und zu kommerzialisieren.

Mögliche Überschüsse aus der Vermarktung kommen dem Fußball, aber auch den anderen olympischen Sportarten zugute. Nach der Einigung mit der Regierung startet die Meisterschaft nun am Wochenende mit einwöchiger Verspätung.

Freispruch für brasilianische "Pfeifen-Mafia"

In Deutschland bekam der ehemalige Schiedsrichter Robert Hoyzer wegen Spielmanipulation zwei Jahre und fünf Monate Haft aufgebrummt, am Zuckerhut entkommt die sogenannte "Pfeifen-Mafia" strafrechtlich ungeschoren dem größten Betrugsskandal in der Geschichte des brasilianischen Fußballs.

Beweise für einen Betrug gab es genug, allein es fehlt das Gesetz, um die Übeltäter dingfest zu machen.

Eine Gruppe um den damaligen Fifa-Referee Edilson Pereira de Carvalho hatte 2005 den Ausgang von insgesamt elf Erstligaspielen zu manipulieren versucht, und dafür von einem Wettbetrüger hohe Geldsummen erhalten.

Lebenslange Sperre

Die Schiedsrichter wurden nach Aufdeckung des Skandals lebenslang gesperrt, die betroffenen Spiele wiederholt.

Das brasilianische Strafgesetz sieht bislang eine Verurteilung für derartige Fälle von Spielmanipulation nicht vor. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag wurde nach den Vorfällen jedoch bereits auf dem Weg gebracht.

Gegen die Schuldigen laufen noch Schadenersatzklagen von Stadionbesuchern, die sich als "Kunden", die das Fußballspiel als "Ware" gekauft hatten, hintergegangen fühlen.

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