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Ronaldinho ist der beste fußballer der Welt © getty

Mailand - Ronaldinho ist da - und Mailand, ja ganz Italien spielt verrückt.

Sein Name prangt in riesigen, goldenen Lettern auf der Internetseite der Rossoneri, die Presse berichtet vom "Wunder in Mailand" und dem "Transfer des Jahrhunderts", und die Fans sehen dem ersten Einsatz ihres neuen Lieblings mit unendlicher Vorfreude entgegen. Der Wechsel des Fußball-Stars vom FC Barcelona hat in der lombardischen Metropole eine grenzenlose Euphorie ausgelöst.

Und auch der brasilianische Nationalspieler ist hin und weg. "Für mich beginnt ein neues Leben. Ich verspreche, dass ich für Milan alles geben werde", sagte der zweimalige Weltfußballer, der am Mittwochnachmittag in Mailand im Beisein von Milan-Boss Silvio Berlusconi im Teamquartier Milanello präsentiert werden sollte.

Ronaldinho erhält einen mit 6,5 Millionen Euro Jahresgehalt dotierten Dreijahresvertrag, 22,5 Millionen Euro soll er gekostet haben. "Ich spüre unendliche Freude. Es war schon immer mein Traum, für Milan zu spielen. Leider hat es lange gedauert, bis ich endlich hier sein durfte", sagte der 28-Jährige. Er wolle die neue Phase in seinem Leben genießen und "mein ganzes Herz" für den Verein geben.

Für Ministerpräsident Berlusconi ist der Transfer ein ganz persönlicher Triumph: Im jüngsten Wahlkampf hatte er den Einkauf des Weltstars vollmundig angekündigt. "Ich hoffe, dass nun all jene Wähler, die mich um den Kauf Ronaldinhos gebeten haben, zufrieden sind", meinte der Patron.

Doch der Zugang des begnadeten Technikers wird auch kritisch beäugt. "Während eine schwere Wirtschaftskrise Italien belastet, leistet sich Berlusconi einen so teuren Spieler wie Ronaldinho", ätzte das linke Oppositionsblatt "L'Unita". Schwerer als die finanziellen wiegen aber die sportlichen Bedenken.

Einige Experten bezweifeln, dass das "Dickerchen", wie Ronaldinho aufgrund seiner Gewichtsprobleme zuletzt genannt wurde, seine Topform nochmal erreichen wird. "Ist er noch der Alte, oder droht ein zweiter Fall Ronaldo?", fragte das Blatt "Tuttosport".

Der Stürmer kam 2007 in einer ähnlich desolaten Verfassung zu Milan, enttäuschte Verein und Fans - und hat den Klub mittlerweile wieder verlassen. Ronaldinhos meist schwache Leistungen für Barca in den vergangenen beiden Jahren geben allen Grund zu der Annahme, dass sich diese Geschichte wiederholen könnte.

In Barcelona rief der Abschied des früheren Lieblings dennoch Trauer hervor. Die Presse lobte ihn als den "Größten" und wünschte viel Glück für die neue Aufgabe. Im Ex-Stuttgarter Alexander Hleb vom FC Arsenal hat Barca aber bereits einen Nachfolger gefunden.

"Ronnie" sollte noch am Mittwoch erstmals mit seinen neuen Kollegen trainieren, einen Großteil der Vorbereitung wird er aber verpassen: Er nimmt mit Brasilien an den Olympischen Spielen in Peking teil. "Die Goldmedaille ist mein Traum", hatte er zuletzt betont. Das könnte für Milan ganz schnell zum Alptraum werden.

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