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Clarence Seedorf (r.) wechselte 2002 von Inter zum AC Mailand © getty

Der Niederländer soll gegen Inter eingewechselt werden - hat aber die falschen Schuhe an. Witsel bekommt eine lange Sperre.

Zusammengestellt von Nikolai Kube

München - Die Karikatur muss sich Clarence Seedorf gefallen lassen: Auf der Zeichnung der "Gazzetta dello Sport" sieht man den Milan-Spieler in Badelatschen, die Teamkameraden in Fußballschuhen.

Zu peinlich war das minutenlange Umziehen des Ersatzspielers. Seinem Team brachte er beim 0:4 im Derby gegen Inter damit ungewollt einen Elfmeter und eine Rote Karte ein.

Denn Gennaro Gattuso war bereits verletzt, bat um Auswechslung.

Doch Seedorf war nicht bereit. Also musste Gattuso im Strafraum gegen den enteilten Samuel Eto'o klären. Die Folge: Elfmeter und Gelb für den Italiener.

Der Verteidiger ersehnte daraufhin mit noch verzweifelteren Gesten seine Auswechslung. Doch Seedorf war immer noch nicht fertig.

Seedorf sucht nach Erklärungen

Gattuso beging das nächste Foul und wurde vom Platz gestellt. Mamma mia!

Der Niederländer, der zu allem Überfluss auch zuerst sein Trikot nicht finden konnte, fand nach der Partie diese Ausrede:

"Ich hatte Turnschuhe an, weil sie die Füße wärmer halten. Es ist verrückt zu denken, dass ich dadurch die Einwechslung verzögert hätte."

Angst vor Seedorfs Jähzorn

Falls Gattuso auf ihn sauer sein sollte, wolle er mit ihm darüber reden.

Zudem begründete er die Turnschuhe damit, dass er zuvor muskuläre Probleme hatte. "Außerdem ist in San Siro der Untergrund zum Aufwärmen sehr hart", jammerte der Mittelfeldspieler.

Doch warum forderte Coach Leonardo den 33-Jährigen nicht auf, sich zu beeilen? Womöglich traute sich der Brasilianer nicht - Seedorf ist für seinen Jähzorn berüchtigt.

Sport1.de hat weitere Nachrichten aus dem internationalen Fußball zusammengefasst:

Lange Sperre für Anderlechts Witsel

Standard Lüttich muss in insgesamt elf Partien auf Mittelfeldspieler Alex Witsel verzichten.

Der belgische Verband hat den 20-Jährigen bis zum 23. November gesperrt. Außerdem muss Witsel ein Bußgeld von 2500 Euro bezahlen.

Witsel grätschte bei einem Liga-Spiel gegen den RSC Anderlecht Marcin Wasilewski derart hart um, dass der mit gebrochenem Schien- und Wadenbein vom Platz getragen werden musste.

"Wer mich kennt, weiß, dass ich das nicht mit Absicht getan habe. Ich will mich bei Marcin Wasilewski und seiner Familie entschuldigen und ihn so schnell wie möglich im Krankenhaus besuchen gehen", versprach Witsel.

Spalletti schmeißt beim AS Rom hin

Claudio Ranieri ist der neue Trainer des italienischen Fußball-Erstligisten AS Rom.

Nur wenige Stunden nachdem Luciano Spalletti das Handtuch geworfen hatte übernahm der Ex-Coach von Juventus Turin das Ruder bei den Römern. Ranieri unterzeichnete am Dienstagnachmittag nach einem kurzen Gespräch mit Klubpräsidentin Rosella Sensi einen Zweijahresvertrag.

"Dieser Vertrag ist eine große Ehre für mich und die Krönung meiner beruflichen Laufbahn", sagte Ranieri.

Der gebürtige Römer war im Mai zwei Spieltage vor Ende der Meisterschaft nach zwei Monaten ohne Sieg als Juve-Trainer entlassen worden. Davor hatte der 57-Jährige unter anderem für Chelsea, Atletico Madrid und Valencia gearbeitet.

Von Spalletti, der ASV Rom seit 2005 trainiert hatte, trennte sich der Klub nach zwei Niederlagen zum Meisterschaftsauftakt.

"Ich habe meinen Rücktritt eingereicht und der AS Rom hat ihn angenommen", hatte Spalletti erklärt, der in den letzten Monaten mit der Klubführung in Konflikt geraten war. Er hatte sich beschwert, dass der Verein nicht ausreichend in die Mannschaft investiert habe.

Materazzi zeigt Regisseur an

Der umstrittene italienische Weltmeister Marco Materazzi sorgt wieder einmal für Schlagzeilen auf dem Apennin.

Der Abwehrspieler des italienischen Meisters Inter Mailand hat den TV-Regisseur Marco Manetti angezeigt.

In einer Serie der Krimi-Serie "Ispettore Coliandro", die von "RAI 2" gesendet wird, spielt ein "Polizist" ein Fußball-Videospiel.

"Dieser Bastard von Materazzi hat sich wieder einmal rauswerfen lassen, und ich habe wieder einmal verloren", sagte der "Polizist" in der Serie.

Der Nationalspieler fühlte sich durch diese Aussage beleidigt und verlangt einen Euro Schadenersatz für jeden TV-Zuschauer der Sendung. Diese hat durchschnittlich eine Einschaltquote von drei Millionen Zuschauern pro Abend.

"Das Wort Bastard ist auf scherzhafte Weise benutzt worden. Ich bin selbst Inter-Fan, ich will mich bei Materazzi entschuldigen", sagte der Regisseur.

Russland ohne Arschawin

Ohne Kapitän und Stürmerstar Andrej Arschawin muss Deutschlands Gruppengegner Russland in der Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika in St. Petersburg gegen Liechtenstein antreten.

Der Angreifer vom FC Arsenal erlitt im Punktspiel der Gunners am vergangenen Samstag bei Manchester United (1:2) eine Leistenverletzung.

Russlands niederländischer Coach Guus Hiddink hofft allerdings, dass Arschawin am 9. September gegen Wales wieder auflaufen kann.

Altintop und Sahin für die Türkei

Das Bundesliga-Duo Hamit Altintop (Bayern München) und Nuri Sahin (Borussia Dortmund) steht im Kader der türkischen Nationalmannschaft für die WM-Qualifikationsspiele gegen Estland und in Bosnien-Herzegowina.

Neben den beiden Mittelfeldspielern nominierte Nationaltrainer Fatih Terim 21 weitere Spieler für das Aufgebot des EM-Halbfinalisten.

Die Türkei belegt in der Europa-Gruppe 5 vor den letzten vier Spieltagen den dritten Platz.

Der Rückstand auf die zweitplatzierten Bosnier beträgt vier Punkte.

Europameister Spanien führt die Tabelle nach sechs Siegen in sechs Spielen souverän mit sechs Punkten Vorsprung auf das Balkan-Team an.

Vier Bundesliga-Profis für Ungarn

Mit vier Deutschland-Profis tritt Ungarns Nationalmannschaft zu den beiden nächsten Begegnungen in der WM-Qualifikation an.

Nationaltrainer Erwin Koeman berief für die Spiele gegen Schweden und Portugal die Erstliga-Spieler Tamas Hajnal (Borussia Dortmund) und Pal Dardai.

Aus der 2. Bundesliga nominierte der Coach Torhüter Gabor Kiraly (1860 München) und Stürmer Sandor Torghelle (FC Augsburg).

Nach Blitzschlag: Fußballprofi verliert Unterschenkel

Ein Blitzschlag hat die Karriere des dänischen Erstliga-Fußballers Jonathan Richter auf tragische Weise beendet.

Der Mittelfeldspieler des FC Nordsjaelland war vor rund eineinhalb Monaten beim Training von einem Blitz getroffen worden.

Nun mussten die Ärzte dem 24-Jährigen nach mehrwöchigem Aufenthalt auf der Intensivstation den linken Unterschenkel amputieren.

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