vergrößernverkleinern
Mit ihm begann der Ärger: Paul Pogba wechselte von Le Havre nach Manchester © getty

Erneut beschwert sich ein Verein über ManUniteds Wechsel-Machenschaften bei der FIFA. Juristen raten Chelsea von einer Zivilklage ab.

München - Manchester United droht erneut Ungemach wegen des Transfers eines minderjährigen Fußballers.

Wie die FIFA am Dienstag bestätigte, hat der AC Florenz den Weltverband wegen des Wechsels des 16-jährigen Verteidigers Michele Fornasier kontaktiert.

Eine formale Beschwerde sei noch nicht eingegangen, dies könne jedoch nach Vervollständigung der Unterlagen noch geschehen, hieß es von Seiten der FIFA.

Zweiter Fall binnen weniger Tage

Der englische Meister ist damit bereits zum zweiten Mal binnen weniger Tage wegen des Transfers eines Talents ins Zwielicht geraten.

Zuvor hatte der französische Zweitligist AC Le Havre die FIFA damit beauftragt, den Wechsel des ebenfalls 16-jährigen Paul Pogba nach Manchester zu untersuchen.

United hatte Le Havre darauf mit einer Klage gedroht. Wie im Falle Pogba sei sich United auch beim Transfer Fornasiers der Rechtmäßigkeit seines Handelns sicher, hieß es von Klubseite.

Auch ManCity am Pranger

Neben United steht auch Lokalrivale Manchester City am Pranger.

Die Citizens sollen dem französichen Erstligisten Stade Rennes den 17 Jahre alten Abwehrspieler Jeremy Helan mit unsauberen Mitteln abspenstig gemacht haben.

Sportjuristen warnen Chelsea vor Zivilklage

Der FC Chelsea wurde vor wenigen Tagen wegen eines ähnlich gelagerten Falls von der FIFA mit einem Transferverbot belegt.

Die Londoner erwägen nun ihrerseits rechtliche Schritte gegen die Transfer-Sperre einzulegen. Sportjuristen warnen jedoch vor einer Klage bei einem britischen Zivilgericht.

"Chelsea mag glauben, dass eine Klage bei einem englischen Gericht wegen Beschränkung des Handels höhere Chancen auf einen Erfolg haben könnte, weil englische Richter Handelseinschränkungen hassen. Aber Chelsea würde damit ein großes Risiko eingehen, denn dadurch würde der Verein zu einem Aussätzigen im Fußball", sagte Adam Morallee aus Anwaltskanzlei Mishcon de Reya.

Deswegen solle Chelsea "den Weg der Sportgerichtsbarkeit wählen und vor den internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen."

Möglichkeit zur Aussetzung der Transfer-Sperre

Der Advokat begründete seine Empfehlung mit der rund zwei Monate zurückliegenden CAS-Entscheidung im ähnlich gelagerten Fall des Schweizer Erstligisten FC Sion:

"Der CAS hat das Transferverbot bis zur Klärung in der Hauptsache ausgesetzt, so dass der Klub weiter auf dem Transfermarkt aktiv sein kann. Das könnte auch für Chelsea eine vielversprechende Option sein."

"Die FIFA statuiert ein Exempel"

Wie Morallee misst auch Dan Lowen aus der Sportrecht-Kanzlei Couchman Harrington Associates dem Fall grundsätzliche Bedeutung zu.

"Die FIFA statuiert ein Exempel. Die FIFA-Regularien sollen Planungssicherheit für alle Vertragsparteien schaffen. Das Signal der FIFA signalisiert eindeutig, für wie wichtig die FIFA diese Regularien erachtet."

Die FIFA hatte in der vergangenen Woche gegen Chelsea ein Transferverbot für ein Jahr verhängt.

Damit dürfen die Blues, die 2007 nach Ansicht der FIFA den Spieler Gael Kakuta zum Bruch seines Vertrages beim französischen Erstligisten RC Lens animiert haben sollen, in den nächsten beiden Transferperioden (Winter 2009/10 und Sommer 2010) keine Spieler aus dem In- und Ausland verpflichten.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel