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Mirko Slomka begann seine Trainerkarriere 1998 bei der A-Jugend von Hannover 96 © getty

Der Ex-Schalker Coach wird nicht neuer ÖFB-Teamchef, obwohl er die Aufgabe gerne übernommen hätte. Bei Sport1 erklärt der 40-Jährige, warum.

München - Für den Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) geht die Suche nach einem neuen Teamchef für die Nationalmannschaft von vorne los.

Am Dienstag erteilte der heiße Kandidat für den Posten, Mirko Slomka, dem ÖFB eine Absage.

Der ehemalige Trainer des FC Schalke 04, konnte sich mit seinem Ex-Verein, wo er noch bis 30. Juni 2009 unter Vertrag steht, nicht einigen.

"Ich habe über das Wochenende versucht, Vorstand Andreas Müller persönlich anzusprechen, aber das ist mir leider nicht gelungen", sagte Slomka.

"Muss das Nein akzeptieren!"

Müller selbst stellt in einer Stellungnahme klar: "Wir legen Mirko keine Steine in den Weg. Bis jetzt sind wir bei der Abfindung nicht zusammen gekommen. Seine Forderungen sind zu hoch."

Slomka selbst trauert derweil dem Teamchef-Job nach. "Da es keine einvernehmliche Lösung geben wird, muss ich das Nein des Vereins akzeptieren", so der 40-Jährige im Interview mit Sport1.

Außerdem spricht der Doch-nicht-Teamchef über die Gespräche mit ÖFB-Präsident Stickler und gibt eine Einschätzung zum österreichischen Team ab.

Sport1: Es gibt Gerüchte, wonach sie am Dienstag dem ÖFB als möglicher Teamchef abgesagt haben. Was können Sie dazu sagen?

Mirko Slomka: Ich muss das leider bestätigen. Die Gespräche mit Präsident Friedrich Stickler und Generalsekretär Alfred Ludwig waren sehr gut, da ist sehr viel weitergegangen. Die Aufgabe ÖFB-Teamchef wäre für mich eine sehr interessante und reizvolle gewesen. Deshalb tut es mir auch sehr leid.

Sport1:Warum hat es schlussendlich nicht geklappt?

Slomka:Ich stehe noch bis 30. Juni 2009 bei Schalke 04 unter Vertrag. Da wir nicht zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen sind, muss ich das Nein vom Verein akzeptieren. Und ich wollte dem ÖFB gegenüber nicht unfair sein, denn die Zeit bis zum ersten Testspiel drängt.

Sport1: Wie groß ist ihre Enttäuschung nach dem Aus?

Slomka: Ich finde es richtig schade, denn ich hätte die gute Grundstimmung, die sich in den Gesprächen ergeben hat, gerne weitergeführt. Gemeinsames Anpacken, das Ziel WM-Qualifikation, die Herausforderung annehmen. Das hätte ich gerne gemacht.

Sport1: Warum wurde nicht vorher abgeklärt, ob Sie überhaupt Teamchef werden können?

Slomka: Ich habe mit Herrn Stickler und Herrn Ludwig immer unter Vorbehalt gesprochen, immer gesagt, dass ich erst mit Schalke klar kommen muss. Wir haben gesagt, dass wir das versuchen, vor allem ich in meine Richtung mit dem Verein. Dem ÖFB kann man keinen Vorwurf machen, alles ist sehr professionell und zielgerichtet abgelaufen.

Sport1: Können Sie sagen, wie der Kontakt zum ÖFB zustande gekommen ist?

Slomka: Ich war ein paar Mal bei der Europameisterschaft in den Stadien. Am Finaltag habe ich mich erstmalig mit Präsident Stickler getroffen, dann auch Schalke informiert, dass es diesen Kontakt gibt. Auch die weiteren Gespräche waren so gut, dass ich für mich gesagt habe: Das könnte gut passen!

Sport1: Die Frage muss erlaubt sein: Sie haben mit Schalke 04 um die Meisterschaft und in der Champions League mitgespielt. Warum das österreichische Nationalteam?

Slomka: Ich habe mir natürlich die Mannschaft sehr genau angeschaut, habe auch die Spiele bei der EM gesehen. Der eine oder andere Sieg wäre verdient gewesen, ganz klar. Mit den Spielern, die bei der EM zum Einsatz gekommen sind, zusammen mit einigen Talenten, die bei der U20-WM auf sich aufmerksam gemacht haben, hätte man einiges entwickeln können.

Das Gespräch führte Stephan Schwabl

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