vergrößernverkleinern
Der Brasilianer Anderson (li.) spielt seit 2007 bei Manchester United © imago

Liverpool steckt in einer Krise. Stars wie Gerrard und Torres sind angeschlagen, nun kommt Manchester United. Benitez steht unter Druck.

Von Thorsten Mesch

München - Vier Pflichtspielniederlagen in Folge - eine Negativserie von diesem Ausmaß erlebte der FC Liverpool zuletzt vor 22 Jahren.

Dem 0:1 in der Premier League am vergangenen Wochenende durch das "Wasserball-Tor" gegen den FC Sunderland folgte am Dienstag die Last-Minute-Pleite in der Champions League gegen Olympique Lyon.

In der Meisterschaft haben die Reds schon sieben Punkte Rückstand auf Platz eins und nach zwei Niederlagen wird die Lage auch in der europäischen Eliteliga immer bedrohlicher.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zu allem Übel musste Kapitän Steven Gerrard, gerade rechtzeitig zur Partie gegen Lyon wieder fit geworden, gegen die Franzosen schon nach nicht einmal einer halben Stunde angeschlagen den Platz verlassen.

Torres fällt wohl aus

Fernando Torres saß am Dienstag nur auf der Tribüne und wird wohl auch am Sonntag fehlen, wenn Tabellenführer Manchester United an die Anfield Road kommt (So., ab 15 Uhr LIVESCORES).

"Ich habe noch keine Ahnung, welche Mannschaft ich gegen Manchester aufstellen kann", sagt Trainer Rafael Benitez vor dem Spiel gegen den Erzfeind. Auch hinter dem Einsatz von Verteidiger Glen Johnson steht noch ein Fragezeichen.

"Ohne Gerrard und Torres sehe ich Liverpool ohne Chance", sagt Ex-Profi Ian Wright in seiner Kolumne in der "Sun". "Ich glaube nicht, dass sie genügend Reserven haben, um ein solches Spiel zu gewinnen."

Diesmal kein Spitzenspiel

Zumindest bei Gerrard wird wohl doch auflaufen können, allerdings fehlt Torres' Landsmann Albert Riera, der vom AS Rom gekommene Alberto Aqulani wird wohl auch nicht zum Einsatz kommen.

Ein Spitzenspiel ist das Duell der englischen Rekordchampions - beide gewannen 18 nationale Meistertitel - dieses Mal nicht - Liverpool liegt aktuell nur auf Platz acht - richtungweisend ist der Klassiker aber allemal.

Drei Tage nach dem Hit gegen United folgt im Ligapokal das schwere Auswärtsspiel beim FC Arsenal, weitere drei Tage darauf geht es wieder nach London ? zum Ligaspiel beim FC Fulham.

Vier Niederlagen in Folge

In der Königsklasse geht es für den Champions-League-Sieger von 2005 am 4. November beim Rückspiel in Lyon schon ums sportliche Überleben.

Eine Niederlage am Sonntag gegen Manchester wäre die fünfte Pflichtspielpleite in Folge - das gab es in Liverpool seit 56 Jahren nicht - und würde auch Trainer Benitez noch mehr in Bedrängnis bringen.

Zwar bekennt sich Klubbesitzer George Gillett zu seinem Teammanager, doch Benitez weiß, dass "Ergebnisse auch im Fußball entscheidend" sind.

Mourinho für Benitez

Die Statistik spricht jedoch gegen den Spanier: Von den zehn Ligaspielen, die er seit 2004 gegen Manchester auf der Bank saß, verlor Liverpool sieben.

Der 4:1-Sieg im Old Trafford im März ist schon fast wieder vergessen, vielmehr wird in Liverpool darüber spekuliert, wer Benitez' Nachfolger werden könnte.

Inter Mailands Coach Jose Mourinho gilt als Favorit, aber auch der Name Jürgen Klinsmann war zu vernehmen.

Verhöhnung mit Wasserbällen

Jobsorgen hat Manchesters Teammanager Sir Alex Ferguson traditionell nicht. Bei ihm stimmen die Ergebnisse.

Mit 22 Punkten führt United die Premier League an, in der Champions League gewannen die "Red Devils" ihre ersten drei Spiele und haben das Achtelfinale fast schon sicher.

Dementsprechend tritt der Titelverteidiger mit breiter Brust an der Anfield Road an. Die United-Fans planen eine Choreographie mit roten Wasserbällen, den Gegner zu verhöhnen.

Protestmarsch in Liverpool

Dabei ist die Stimmung in Liverpool ohnehin schon gereizt. Die Gruppierung "Spirit of Shankly" hat eine Aktion gegen Klubboss George Gillett und Co-Besitzer Tom Hicks angekündigt.

10.000 Fans werden zu einem Protestmarsch erwartet. Sollte Liverpool am Sontag verlieren, dürften es bald noch mehr sein.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel