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David Beckham spielte von 2003 bis 2007 bei Real Madrid © getty

Weil Spaniens Regierung Steuervergünstigungen für Top-Verdiener streichen will, droht die Primera Division mit dem Ausstand.

München - Fußball-Stars aus dem Ausland sollen vom spanischen Staat zukünftig wieder ordentlich zur Kasse gebeten werden - und die Folgen für den europäischen Fußball könnten weitreichend sein.

Die regierende sozialistische Partei erklärte, dass sie Einigkeit mit drei weiteren Parteien über die Abschaffung einer Steuererleichterung für ausländische Profis erzielt habe.

Das entsprechende Gesetz wurde 2005 beschlossen und sieht für ausländische Arbeitskräfte, die mehr als 600.000 Euro Gehalt pro Jahr kassieren, eine Reduzierung der Steuerabgabe von 43 auf 24 Prozent für einen Zeitraum von sechs Jahren vor.

Dieses Gesetz wurde im Volksmund "Beckham-Gesetz" genannt, weil es rückwirkend zum 1. Juli 2003 gilt. Das war der erste Arbeitstag von David Beckham bei Real Madrid nach dessen Wechsel von Manchester United.

Klubs drohen mit Streik

Die Steuerentlastung wurde eingeführt, um ausländische Spitzenkräfte für Spaniens Wirtschaft und Forschung zu gewinnen. Als Nebeneffekt erleichterte es den spanischen Klubs, ausländische Stars in die Primera Division zu locken.

Entsprechend groß ist nun die Aufregung bei Spaniens Fußballfunktionären: Der nationale Verband LFP hat als Reaktion auf den Vorstoß der Regierung am Mittwoch mit einem Streik gedroht.

Der Verband wird sich am Freitag zu einer außerordentlichen Sitzung treffen: "Das Ergebnis könnte ein sofortiger Streik für 24 Stunden sein. Die Mehrzahl der Klubs, mit denen wir gesprochen haben, ist dafür", sagte LFP-Vizepräsident Javier Tebas.

Ronaldo und Co. nicht betroffen

Von einem Streik wäre der Spieltag der Primera Division am kommenden Wochenende betroffen.

"Wenn dieses Gesetz abgeschafft wird, hat das Einfluss auf das Interesse am Fußball. Es gäbe weniger TV-Zuschauer, weniger Sponsoren, weniger Fans in den Stadien und damit geringere Steuereinnahmen für den Staat", hatte zuvor schon LFP-Präsident Jose Luis Astiazaran gewarnt.

Das neue Gesetz soll am 1. Januar 2010 in Kraft treten. Es gilt nicht rückwirkend, ausländische Stars wie Cristiano Ronaldo oder Zlatan Ibrahimovic, die schon in Spanien spielen sind also nicht betroffen.

Sport1.de hat weitere internationale Splitter zusammengefasst:

AS Rom unter Druck der Gläubiger

Gläubigerbanken setzen den hoch verschuldeten AS Rom unter Druck.

Die Mailänder Großbank UniCredit hat zwei Hotels im Besitz der Unternehmerfamilie Sensi, seit 1993 Besitzer von AS Rom, gepfändet.

Damit will die Bank einen Teil der rund 400 Millionen Euro eintreiben, die Sensis Erdölgesellschaft Italpetroli, Hauptaktionär des Klubs, der Bank schuldet.

Präsidentin Rosella Sensi könnte zum Verkauf des Klubs gezwungen werden. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Gerüchte über mögliche Interessenten gegeben, es hatte sich jedoch kein Kaufangebot konkretisiert.

Lippi will keinen Klub mehr trainieren

Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi will keinen Klub mehr trainieren.

"Es gibt eine Zeit für alle Dinge im Leben. Ich habe viele schöne und wichtige Spiele erlebt. Ich trainiere aber keinen Klub mehr, Champions-League-Spiele werde ich als Trainer nicht mehr erleben", sagte Lippi der Turiner Tageszeitung "La Stampa".

Lippi macht sich über seine Zukunft nach der WM-Endrunde 2010 in Südafrika derzeit keine Gedanken. "Ich bin in den nächsten Monaten noch Nationaltrainer, nach der WM werden wir sehen. Sollte die WM für Italien schlecht laufen, wären die Leute nicht froh, wenn ich auf der Trainerbank bleiben würde. Alle würden meinen Kopf verlangen", so Lippi.

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