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Mit Sergej Barbarez (r.) und "Global United" will Lutz Pfannenstiel in der Antarktis spielen © imago

Im zweiten Teil des Interviews der Woche spricht Lutz Pfannenstiel über Nahtod-Erfahrungen in England und ein Herzensprojekt.

Von Felix Götz

München - Im zweiten Teil des Interviews der Woche spricht Lutz Pfannenstiel über seine Nahtod-Erfahrung in England: "Ich bin unglücklich mit einem Gegner zusammengeprallt und es kam drei Mal zum Herzstillstand."

Nicht nur auf der Insel widerfuhr dem 36-jährigen Torhüter Bedrohliches. Morddrohungen erlebte Pfannenstiel in Südafrika.

Auch die verhinderte Bundesliga-Karriere und ein außergewöhnliches Klimaprojekt sind Themen, die Pfannenstiel beschäftigen.

Spiele für den Klimaschutz

Weshalb der gebürtige Bayer aus Zwiesel fürs kommende Jahr auch einen Kick auf Polar-Eis plant.

Sport1.de: In England, bei Bradford Park Avenue, sind sie haarscharf am Tod vorbeigeschrammt. Was war los?

Pfannenstiel: Das war am zweiten Weihnachtsfeiertag 2002. Ich bin unglücklich mit einem Gegner zusammengeprallt und es kam drei Mal zum Herzstillstand. Ich war drei Mal klinisch tot. Es kam zu einer Nahtod-Erfahrung.

Ich bewegte mich auf einen grauen Tunnel zu. Zum Glück hat mich unser Physiotherapeut drei Mal zurückgeholt. Zehn Tage später habe ich wieder gespielt. Meine Mitspieler haben gesagt: Du bist ein total Wahnsinniger.

Sport1.de: Wo hat es Ihnen am besten gefallen?

Pfannenstiel: Da gibt es einige Orte. In Norwegen war es sehr schön. Auch in Kanada und Neuseeland hat es mir gut gefallen. Am schönsten war es aber in Brasilien. Da habe ich als erster Deutscher gespielt. Es war eine große Ehre, in dem Fußball-Land schlechthin spielen und die ganze Atmosphäre erleben zu dürfen. Zudem war es der letzte Kontinent, der mir zu meinem Weltrekord verholfen hat.

Sport1.de: Bereuen Sie es, nie in der Bundesliga gespielt zu haben?

Pfannenstiel: Das ist ganz klar einer meiner unerfüllten Träume. Aber es war sehr schwierig für mich, weil ich früh ins Ausland gewechselt bin. Wenn man dann in Deutschland als Weltenbummler verschrien ist, dann ist es schwer, im sehr konservativen deutschen Fußball wieder Fuß zu fassen. Ich glaube aber, dass ich auch heute in Deutschland noch mitspielen könnte.

Sport1.de: Sie haben ein Buch geschrieben. Hatten Sie keine Lust mehr die ganzen Geschichten immer wieder erzählen zu müssen?

Pfannenstiel: Ein Buch wollte ich schon immer schreiben. Ich habe so viele Dinge erlebt, dass ich noch zwei Bücher damit hätte füllen können. Es gab auch drei Anfragen für einen Film - sogar von einem Hollywood-Produzenten. Einen Film werden wir also wohl auch noch machen.

Sport1.de: Sie haben ein Projekt namens "Global United" ins Leben gerufen. Zu welchem Zweck?

Pfannenstiel: Fußball ist der globalste Sport überhaupt, und die Klima-Erwärmung ist das globalste Problem überhaupt. Der Fußball hat so viel Kraft und ist damit der ideale Motor für dieses Projekt. Wir wollen zeigen, dass Fußballer nicht nur große "Benzin-Kutschen" fahren, sondern auch an die Umwelt denken. Wir wollen einfach auf das Problem Klima-Erwärmung aufmerksam machen.

Sport1.de: An welchen Orten spielen Sie und das Team?

Pfannenstiel: Mit unserer Mannschaft spielen wir zum Beispiel bei den Hallenturnieren in Riesa (2. Januar) und in Zwickau (9. Januar). Die wichtigen Sachen sind aber Spiele an ungewöhnlichen Orten, so dass die Weltöffentlichkeit das auch zur Kenntnis nimmt. Zum Beispiel in der Antarktis (Dezember 2010) oder in Nepal.

Sport1.de: Sie haben für Ihr Projekt viele prominente Unterstützer geworben. Wer ist beispielsweise dabei?

Pfannenstiel: Es ist bei uns so: Wir haben keine Spieler dabei, denen die Umwelt egal ist. Das erkläre ich jedem, bevor er mitmacht. Alle wissen also, warum wir das machen. Dabei sind beispielsweise Lothar Matthäus, Fredi Bobic, Jörg Heinrich, Marko Rehmer, Silvio Meißner, Krassimir Balakov, Giovane Elber, Bebeto, Cafu und auch Stefan Raabs Praktikant Elton. Insgesamt sind es 168 Leute.

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