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Franz Beckenbauer (l.) vertritt in der FIFA-Exekutive Michel Platinis UEFA © imago

Ab dem Jahr 2016 sollen 24 Mannschaften an der EM teilnehmen. Unterdessen gehen die Diskussionen um das Turnier 2012 weiter.

Bordeaux - Die Europameisterschaft 2016 wird mit 24 statt wie bisher mit 16 Mannschaften ausgetragen.

Diese Entscheidung gab FIFA-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer, der die Belange der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in der Regierung des Welt-Fußballs vertritt, am Rande der UEFA-Exekutivsitzung in Bordeaux am Donnerstag bekannt.

Das neue Modell werde am Freitag offiziell vorgestellt, sagte Beckenbauer.

Verlängerung und Erweiterung

Keines der 13 stimmberechtigten UEFA-Exekutiv-Mitglieder wollte sich am Donnerstag zu diesem Thema äußern. Angeblich findet die Abstimmung über eine Aufstockung auf 24 Teams am Freitagmorgen statt. Beckenbauer ist nicht stimmberechtigt.

UEFA-Präsident Michel Platini hatte bereits zuvor erklärt, er wolle auch kleineren Nationen die Chance geben, an einer EM-Endrunde teilzunehmen. Die EM würde ab 2016 damit um eine auf vier Wochen verlängert und um ein Achtelfinale im K.o.-System erweitert.

Versechsfachung des Starterfeldes seit EM-Einführung

Folgender Spielmodus, der zuletzt bei der WM 1994 in den USA mit 24 Mannschaften durchgeführt wurde, ist denkbar:

Es könnten in acht Jahren sechs Vierergruppen formiert werden. Neben den jeweils beiden Gruppenersten würden die vier besten Dritten ins Achtelfinale (16 Teams) einziehen. Derzeit wird nach der Gruppenphase (Vier Mannschaften in vier Gruppen) sofort das Viertelfinale (acht Teams) ausgetragen.

Das Starterfeld würde sich mit dieser Entscheidung von vier Mannschaften (von 1960 bis 1976), über acht Teams (von 1980 bis 1992) und 16 Teilnehmer (von 1996 bis 2012) seit Einführung der EM versechsfachen.

Diskussion um die EM 2012

Am Rande des UEFA-Meetings ging auch die Diskussion um die Organisationsschwierigkeiten der Gastgeber des Turniers 2012, Polen und die Ukraine, weiter.

"Es ist völlig offen, ich möchte da keine Prognose abgeben", sagte das deutsche Mitglied UEFA-Exekutive Gerhard Mayer-Vorfelder, der "dpa" zu einer möglichen Aberkennung des Turniers oder einer möglichen Verschiebung.

Verschiebung auf 2016?

Diese hatte Polens Fußball-Präsident Michal Listkiewicz überraschenderweise ins Spiel gebracht. "Wenn die EM erst 2016 stattfinden würde, hätten wir überhaupt kein Problem", sagte er "Zeit Online".

Probleme könnte mit diesem Vorschlag allerdings UEFA-Präsident Platini bekommen, schließlich ist dessen Heimatland offensichtlich stark an der Ausrichtung der EM 2016 interessiert. "Frankreich hat sich für 2016 schon in Stellung gebracht. Da gibt es ein großes Interesse", erklärte Gerhard Mayer-Vorfelder.

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