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Mal "Cup der Verlierer", nun Europa League: Beckenbauer (r.) und Platini sind da flexibel © imago

Der UEFA-Pokal firmiert ab der Saison 2009/10 unter Europa League. Letzte Warnung heißt's für die EM-Ausrichter Polen und Ukraine.

Bordeaux - Öfter mal was Neues - und schon wieder ein anderer Name: Der bisherige UEFA-Pokal wird von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) umbenannt und heißt ab der Saison 2009/10 Europa League.

Das gab die UEFA nach einer zweitägigen Sitzung des Exekutiv-Komitees in Bordeaux bekannt. Zudem wird es ein neues Format mit einer 48 Mannschaften umfassenden Gruppenphase mit Hin- und Rückspielen geben.

"Die Änderung wird einen historischen Wettbewerb stärken, der sehr wichtig für die UEFA und für den europäischen Fußball ist", sagte UEFA-Präsident Michel Platini. "Ich bin davon überzeugt, dass dieses neue Format der Europa League einen neuen Antrieb verleihen wird."

Die neue Gruppenphase wird in Zukunft zentral vermarktet, es wird einen Sponsor und einen offiziellen Spielball geben, teilte die UEFA mit. Die K.-o.-Phase fördert ebenfalls ein zentraler Sponsor. "Dazu wird es ein neues Logo und eine visuelle Identität geben", hieß es.

Einst hieß es Messe-Pokal

Der UEFA-Cup war in der Spielzeit 1971/72 an die Stelle des Messe-Pokals getreten. Der Stellenwert des UEFA-Cups hatte allerdings seit der Einführung der Champions League 1992 stark gelitten.

Bayern Münchens Präsident Franz Beckenbauer hatte den UEFA-Pokal einst als "Cup der Verlierer" bezeichnet.

Der Europapokal der Pokalsieger als dritter europäischer Klub-Wettbewerb wird seit 1999 nicht mehr ausgespielt.

Derweil wurde in Bordeaux noch einmal eine letzte Warnung für Polen und die Ukraine als Gastgeber der EM 2012 ausgegeben. Allerdings wird beiden Ländern, die bestimmte Auflagen in der Vorbereitung der Europameisterschaft in knapp vier Jahren erfüllen müssen, wohl letztmals eine Gnadenfrist seitens der UEFA eingeräumt.

"Ich bin sehr glücklich über die Entscheidung. Das bedeutet: Wir können unsere Vorbereitung fortsetzen", sagte der ukrainische Verbands-Präsident Grigorij Surkis der Nachrichten-Agentur Reuters:

"Uns wurde erklärt, dass wir unsere Anstrengungen bezüglich unserer Infrastruktur verstärken müssen, aber die Fortschritte haben die UEFA zum jetzigen Zeitpunkt zufriedengestellt."

Berlin und Leipzig im Gespräch

Die UEFA tat sich aber ganz offensichtlich schwer damit, Polen und der Ukraine trotz der nach wie vor vorhandenen Defizite in punkto Infrastruktur (Straßen, Bahnverbindungen und Flughäfen), Hotel- und Stadionbau erneut das Vertrauen auszusprechen.

Die angesetzte Pressekonferenz nach zweitägiger Sitzung des Exekutiv-Komitees begann mit zweieinhalb Stunden Verspätung. Zuletzt hatte es wiederholt Kritik am Stand der Vorbereitung in den beiden Ländern gegeben.

Der sid hatte aus UEFA-Kreisen erfahren, dass sogar Berlin und Leipzig im Falle eines Entzugs der EM-Gastgeberrolle der Ukraine als Alternativen gehandelt wurden.

Weniger problematisch war für das Exekutiv-Komitee die Erweiterung der EM-Endrunde ab 2016; der Entschluss fiel einstimmig. Die Europameisterschaft wird in acht Jahren erstmals mit 24 statt mit 16 Mannschaften ausgetragen und damit kräftig aufgebläht.

Franz Beckenbauer, als UEFA-Vertreter der FIFA-Exkos in Bordeaux bei der Sitzung anwesend, plauderte die Aufstockung bereits am Donnerstagabend aus. Beckenbauer versicherte zwar, dass dies der Qualität des Turniers keinen Abbruch tun werde.

Doch der OK-Präsident der WM 2006 hatte sich noch Anfang 2007 skeptischer zu einer Erweiterung der EURO geäußert: "Dann kann man gleich alle Mitgliedsverbände der UEFA mitspielen lassen."

Der Kaiser plaudert - und lästert

Das sind mittlerweile immerhin 53. Knapp die Hälfte ist also künftig bei der EM-Endrunde dabei, die sich von der Anzahl der Teilnehmer ab 2016 auf dem Niveau der Weltmeisterschaft 1994 in den USA befindet.

Als erster Anwärter auf die EM-Gastgeberrolle 2016 gilt im Übrigen Platinis Heimatland Frankreich. Außerdem soll es eine gemeinsame Bewerbung von Schweden und Norwegen geben.

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