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Lionel Messi wurde schon in der Jugend beim FC Barcelona ausgebildet © getty

Als erster Argentinier steht Lionel Messi ganz oben bei der Wahl zum Weltfußballer. Bei der Frauen triumphiert die Abo-Siegerin.

Zürich - Lionel Messi hat sich im vorweihnachtlichen Zürich nach einem perfekten Jahr auch die letzte Trophäe gesichert und Cristiano Ronaldo vom Thron des Weltfußballers gestoßen.

Dagegen blieb Europameisterin und EM-Torschützenkönigin Inka Grings das i-Tüpfelchen auf das erfolgreichste Jahr ihrer Karriere versagt.

Während Messi am Montagabend vom Weltverband FIFA besten Spieler 2009 gekrönt wurde und damit die Nachfolge von Portugals Glamourboy antrat, musste die erstmals nominierte Duisburgerin Grings ebenso wie die dreimalige Titelträgerin Birgit Prinz der Brasilianerin Marta den Vortritt lassen.

Diese wurde zum vierten Mal in Folge geehrt und ist damit vor der zweitplatzierten Prinz jetzt alleinige Rekordhalterin.

Auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen hatte Inka Grings einen schweren Autounfall, war aber unverletzt geblieben.

Messi bleibt bescheiden

Messi, der als erster Argentinier zum Weltfußballer gewählt wurde, blieb trotz der Auszeichnung durch FIFA-Präsident Joseph S. Blatter und Michael Platini, den Chef der Europäischen Fußball-Union (UEFA), bescheiden.

"Ich bin nicht der König der Welt. Natürlich freue ich mich, aber ich fühle mich nicht wie der Beste", sagte der 22-Jährige und gab die Lobeshymnen an seine Mannschaft weiter: "Das Beste ist Barca." Ein bisschen Stolz klang bei seiner Dankesansprache aber doch durch: "Es ist großartig, diesen Preis auch noch zu gewinnen. Es ist eine Ehre, da auch die Kollegen abgestimmt haben."

Messi, der Ronaldo bereits den Goldenen Ball als Europas Fußballer des Jahres entrissen hatte, gewann in diesem Jahr mit den Katalanen alles:

Champions League, Meisterschaft, Pokal, europäischer und spanischer Supercup - zudem bescherte er Barca am Samstag höchstpersönlich zum ersten Mal in der 110-jährigen Geschichte den Titel bei der Klub-WM.

Ronaldo deklassiert

Von den Trainern und Kapitänen der Nationalmannschaften wurde der Siegeszug des Offensivkünstlers, der im kommenden Jahr mit Barca im Achtelfinale der Champions League auf den VfB Stuttgart trifft, wie erwartet honoriert.

Messi deklassierte mit 1073 Punkten Ronaldo (352). Der teuerste Spieler der Welt, der im Sommer für 94 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid wechselte, durfte sich zumindest mit dem Puskas-Preis für das schönste Tor 2009 trösten.

Auf den Plätzen folgten Spaniens Europameister Xavi (196), der Brasilianer Kaka (Real Madrid/190) und der Spanier Andres Iniesta, Klubkollege von Messi und Xavi beim FC Barcelona (134)

Ballack fällt durchs Sieb

Deutsche Profis waren in Zürich unter den Finalisten einmal mehr nicht vertreten. Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack vom FC Chelsea schaffte es nach seinem 14. Platz im Vorjahr zwar unter die besten 23 Spieler, fiel bei der Vorauswahl aber erneut durch das Sieb 182530(DIASHOW: Die Kandidaten für den "Weltfußballer 2009").

Als einziger deutscher Spieler hatte Lothar Matthäus in den Jahren 1990 und 1991 den Sprung zum Weltfußballer geschafft.

Grings

Dafür waren bei den Frauen immerhin zwei deutsche Torjägerinnen in der Endausscheidung. Dabei hatten viele vor allem Grings zugetraut, den Titel zu holen.

Die 31-Jährige hatte das DFB-Team in Finnland mit einem Torrekord (sechs) zum EM-Titel geschossen und zudem mit dem FCR Duisburg den UEFA-Pokal gewonnen.

Turbulente Anreise

Dass es am Ende nur zu Platz fünf (216) reichte, war Inka Grings angesichts der turbulenten Anreise letztlich aber egal.

"Da unser geplanter Flug von Düsseldorf wegen des schlechten Wetters gestrichen worden war, sind wir mit dem Auto nach Frankfurt gefahren. Dort sind wir auf der Autobahn mit einem Lkw zusammengestoßen und dann an die Leitplanke geprallt. Das war wie Billard", sagte Grings, die erst kurz vor der Gala im Kongresshaus in Zürich eintraf.

Schon die Sportler-des-Jahres-Gala am Sonntag in Baden-Baden hatte die 31-Jährige wegen der widrigen Witterung verpasst.

Prinz hütet das Bett

Immerhin Zweite hinter Marta (833) wurde Birgit Prinz (290), die aber gar nicht in Zürich war, weil sie mit einer fiebrigen Grippe das Bett hüten musste.

Auf den Plätzen drei und vier landeten die Engländerin Kelly Smith (252) und die Brasilianerin Cristiane (239).

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