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Citys Carlos Tevez (l.) und Uniteds Rio Ferdinand beim Kopfballduell © getty

Vor dem Derby in Manchester fliegen Giftpfeile zwischen City und United hin und her. Es geht um die Vorherrschaft in der Stadt.

Von Christian Stüwe

München - Ein Stadtderby hat immer einen ganz besonderen Reiz.

Eines der brisantesten innerstädtischen Derbies ist dabei sicherlich das in Manchester (ab 21 Uhr LIVE auf dsf.de).

In den vergangenen Jahren waren die Rollen klar verteilt.

Während Manchester United stets das Aushängeschild des englischen Fußball und einer der mächtigsten Klubs der Welt war, musste Manchester City zwischenzeitlich sogar den bitteren Weg in die Drittklassigkeit antreten.

Vor dem mit Spannung erwarteten Halbfinal-Hinspiel im Carling-Cup zwischen den "Citizens" und den "Red Devils" drohen sich die Verhältnisse nun aber zu verschieben.

Schuld daran ist Mansour bin Zayed Al Nahyan, der seit 2008 sein Geld in ManCity steckt.

Durch die Investitionen des Scheichs wurde City zu einem der finanzkräftigsten Klubs der Welt. Trainer Roberto Mancini kann auf dem Transfermarkt praktisch nach Belieben zuschlagen.

Über 800 Millionen Euro Schulden

United hingegen musste kürzlich einen Schuldenberg von über 800 Millionen Euro einräumen. Angeblich droht sogar der Verkauf von Publikumsliebling Wayne Rooney (Hintergrund: Nach Rooney kommt die Ramschanleihe).

Finanziell stehen die "Citizens" derzeit schon besser da. Nun wollen sich auch sportlich angreifen. Kein Wunder also, dass die Blauen vor dem Spiel große Sprüche klopfen.

Kompany: Stadion soll "blaue Hölle" sein

"Wir sind genauso aufgeregt wie unsere Fans", sagt der frühere Hamburger Vincent Kompany: "Sie sollen für uns das Stadion in eine blaue Hölle verwandeln. Wir kümmern uns um den Rest."

Im September trafen die Klubs in der Premier League aufeinander. In einem dramatischen Derby glich City in der 90. Minute zum 3:3 aus, doch Michael Owen entschied das Spiel mit einem Treffer in der Nachspielzeit.

"Es tut immer noch weh"

City-Veteidiger Micah Richards konnte Owen damals nicht daran hindern. "Es tut immer noch weh", sagt der 21-jährige Nationalspieler und hofft auf Revanche.

"Schöne Autos, ein großes Haus und alle diese Sachen sind das Eine, aber wenn du irgendwann aufhörst zu spielen, wird man sich nur daran erinnern, was du gewonnen hast", sagt Richards.

Und Richards lässt keinen Zweifel daran, was für ihn wirklich zählt: "Es gibt nichts Größeres als einen Sieg gegen United im Pokal."

Mancini hält Wachablösung für möglich

Etwas zurückhaltender gibt sich City-Coach Mancini, doch auch er glaubt an die Möglichkeit einer Wachablösung in Manchester.

"Wenn wir gut arbeiten, ist es möglich", sagt der Italiener: "United hat eine große Geschichte und sie sind in den letzten Jahren ein großes Team gewesen. Aber wir können im nächsten Jahr ein großes Team werden."

Einer, der bereits dem Ruf des Geldes gefolgt ist, ist Carlos Tevez. Der argentinische Stürmer wechselte im Sommer vom Old Trafford ins City of Manchester Stadium.114788(DIASHOW: Internationale Wechselbörse).

Tevez im Fokus

Für die Fans der "Red Devils" ist dies natürlich ein Sakrileg, Tevez muss beim Rückspiel im Old Trafford mit einem unerbittlichen Pfeifkonzert rechnen.

Doch auch die Spieler haben dem Stürmer den Wechsel zum Erzrivalen nicht verziehen.

"Es tut weh, ihn im City-Trikot zu sehen", sagt ManUnited-Verteidiger Patrice Evra: "Ich will nicht, dass er gegen uns trifft."

Dabei fliegt offenbar der eine oder andere Giftpfeil zwischen den Lagern hin und her. "Ich schreibe Carlos jeden Tag", verrät der Franzose:

"Ich habe ihm zu seinem Hattrick gegen Blackburn gratuliert. Aber er hat gesagt: Ich habe mich nur für United warm geschossen."

Beckham: Niemals ManCity

Die Brisanz der Spiele verdeutlicht, dass sich selbst David Beckham, der Manchester United schon vor Jahren in Richtung Madrid, Los Angeles und Mailand verlies, zu Wort meldet.

"Ich würde niemals bei Manchester City unterschreiben", sagte Beckham dem "Mirror": "Es geht nicht um Geld. Es geht nur um Loyalität zu United."

Beckham, der aus der Jugend der "Red Devils" stammt, glaubt nicht an einen Machtwechsel.

"Niemals wird City größer sein als United", erklärte der 34-Jährige: "Geld macht eine Menge aus. Aber der Erfolg und die Wahrnehmung des Klubs kommt nicht vom Geld allein. Es geht um die Geschichte."

Ein weiteres Kapitel in der Geschichte der beiden Klubs aus Manchester wird im Halbfinale des Carling Cups geschrieben.

Dabei geht es nicht nur um den Einzug in das Finale des Liga-Pokals. Es geht um die Vorherrschaft im Nordwesten Englands.

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