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Guus Hiddink führte Südkorea 2002 ins WM-Halbfinale gegen Deutschland © getty

Startrainer Guus Hiddink heuert ab August beim deutschen EM-Qualifikationsgegner Türkei an und bekommt ein fürstliches Gehalt.

Istanbul - Mit Wunschkandidat Guus Hiddink auf der Trainerbank will die Türkei der deutschen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation ein Bein stellen.

Der niederländische Erfolgstrainer einigte sich mit dem türkischen Verband auf einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Option auf zwei weitere Jahre.

Damit hat der EM-Halbfinalist von 2008 vier Monate nach dem Abschied von "Imperator" Fatih Terim doch noch eine große Lösung gefunden.

"Ich habe mich für die Türkei entschieden, weil ich in der Mannschaft großes Potenzial sehe", sagte Hiddink.

"Die Spieler haben einen großen Kampfgeist. Das EM-Halbfinale gegen Deutschland hat gezeigt, dass die Mannschaft in der Weltspitze mitspielen kann."

Hiddink gab die Qualifikation für die EM-Endrunde in Polen und der Ukraine als Ziel aus.

Türken müssen sich gedulden

Bis zum 1. August müssen sich die Türken aber noch gedulden, ehe der 63-Jährige seinen Dienst antritt.

Hiddinks Vertrag bei den Russen, mit denen er in der WM-Qualifikation zweimal gegen Deutschland (1:2 und 0:1) den Kürzeren gezogen und anschließend auch in den Playoffs an Slowenien gescheitert war, läuft erst Ende Juni aus.

Nicht ausgeschlossen ist auch, dass der Trainer sogar noch für Nigeria bei der WM im Einsatz ist. Die Afrikaner hatten jüngst Interesse signalisiert.

Löw-Verpflichtung vom Tisch

Durch die Verpflichtung Hiddinks ist auch ein Engagement von Bundestrainer Joachim Löw in der Türkei vom Tisch.

Der 50-Jährige, dessen Vertragsverlängerung beim DFB jüngst gescheitert war, galt bis zuletzt als einer der heißesten Kandidaten auf den Job am Bosporus.

"Wir haben einen guten Trainer versprochen und einen guten Trainer geholt", sagte ein stolzer Verbandspräsident Mahmut Özgener.

Fürstliches Gehalt

Die Verpflichtung des Trainers lässt sich der Verband einiges kosten.

Von einem Jahressalär von gut vier Millionen Euro ist in den türkischen Medien die Rede.

Zwar hatte Hiddink zuletzt in Russland angeblich sechs Millionen Euro kassiert, doch ein derartiges Gehalt wollte man in Moskau nicht mehr zahlen.

Am Dienstag waren die letzten Hindernisse bei Gesprächen in Amsterdam mit Hiddink aus dem Weg geräumt worden.

Cetin als Interimstrainer

Dem Mann aus Varsseveld sollen Oguz Cetin und Engin Ipekoglu als Assistenz- und Torwarttrainer zur Seite stehen.

Cetin wird bis zum 1. August noch als Interimstrainer fungieren. Der bisherige Nationalcoach Terim, der seit 2005 in der Verantwortung gestanden hatte, war nach der verpassten WM-Qualifikation zurückgetreten.

Mit Hiddink, der in der Saison 1990/91 bereits Fenerbahce Istanbul trainierte, haben die Türken einen absoluten Fachmann gewonnen.

Hiddink sehr erfoglreich

In seiner 29-jährigen Trainerkarriere feierte der Niederländer große Erfolge:

Er holte mit dem PSV Eindhoven sechs Meistertitel und 1988 den Europapokal der Landesmeister, schaffte 1998 mit Oranje sowie 2002 mit Südkorea den Einzug ins Halbfinale, und bei der WM 2006 in Deutschland scheiterte er denkbar knapp mit Australien im Achtelfinale gegen den späteren Titelträger Italien.

Mit Russland schaffte er es bei der EM 2008 bis ins Halbfinale.

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