vergrößernverkleinern
Kevin-Prince Boateng (l.) feiert seinen Treffer und den Einzug ins Finale © getty

Portsmouth schlägt Tottenham in der Verlängerung und zieht ins Finale ein. Boateng trifft in letzter Minute. Nun wartet Chelsea.

London - Der ehemalige Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng hat mit dem insolventen Premier-League-Absteiger FC Portsmouth das Finale des englischen FA-Cups erreicht und trifft dort auf Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack und den FC Chelsea.

Beim 2:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung gegen den Ligakonkurrenten Tottenham Hotspur war der ehemalige Dortmunder mit seinem verwandelten Foulelfmeter zum Endstand (117.) maßgeblich am Finaleinzug beteiligt.

Zuvor hatte Frederic Piquionne (99.) in einer abwechslungsreichen Partie die Führung für den Pokalsieger von 2008 erzielt.

Blues besiegen Villa

Boateng spielte für Deutschlands U 21, will bei der WM aber für Ghana spielen und würde damit in der Vorrunde auf das DFB-Team treffen.

Im Finale des FA-Cups spielen Boateng und sein Team gegen Titelverteidiger Chelsea. Die Blues hatten sich bereits am Samstag mit einem 3:0 gegen Aston Villafür das Endspiel qualifiziert, Ballack wurde dabei eine Minute vor dem Ende eingewechselt.

Portsmouths Abstieg war am Samstag nach dem 1:0 von Konkurrent West Ham United gegen den FC Sunderland besiegelt worden.

Hohe Schulden beim Fiskus

"Pompey" war im Zuge seiner Finanzkrise zu einem Neun-Punkte-Abzug verurteilt worden.

Der Abzug war automatisch erfolgt, nachdem die britische Steuerbehörde darauf geklagt hatte, den Verein für insolvent zu erklären.

Allein dem Fiskus schuldet der zweimalige FA-Cup-Sieger umgerechnet 13,2 Millionen Euro. Insgesamt sollen sich die Schulden auf 80 Millionen Euro belaufen.

Der FC Portsmouth hat lediglich 6 seiner bislang 33 Saisonspiele gewonnen.

Brutales Foul von Terry

Hauptthema in England war allerding ein brutales Foul Englands vom einstigem Musterprofi John Terry. Der brutale Karate-Tritt des Chelsea-Verteidiger gegen Villas James Milner überschattete den Final-Einzug der Blues.

"Das war ein schreckliches Foul an einem Nationalmannschaftskollegen, und James Milner kann froh sein, dass seine Karriere nicht beendet ist. James hat Glück, dass sein Bein in der Luft war, als Terry ihn traf", schimpfte Villas Teammanager Martin O'Neill nach dem Spiel.

Nur Gelb für Terry

"Das war eine klare Rote Karte. Ich bin sehr, sehr enttäuscht." Terry hatte Milner im Stile eines Karatekämpfers mit einem Tritt unterhalb des Knies in der 74. Minute niedergestreckt.

Schiedsrichter Howard Webb zeigte nur Gelb, worüber sich Terry auch noch lauthals beschwerte. Milner hatte Glück im Unglück und kam mit einer heftigen Prellung davon, Terry verließ das Stadion kommentarlos.

Terrys Vater angeklagt

Terry kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen raus. Kurz vor Chelseas Spiel im Wembley Stadion war bekannt geworden, dass sich Terrys Vater Ted wegen Kokainbesitzes und -handels im kommenden Monat vor Gericht verantworten muss.

Ted Terry wollte im November 2009 einem verdeckt arbeitenden Journalisten drei Gramm Kokain für umgerechnet 140 Euro verkaufen.

Die Videoaufnahme des Deals wurde anschließend der Polizei übergeben. Terrys Mutter ist wegen Ladendiebstahls bereits vorbestraft.

Affäre mit Folgen

Dem Abwehrchef des FC Chelsea war im Februar von Englands Nationaltrainer Fabio Capello nach dessen pikanter Affäre mit dem Unterwäschemodel Vanessa Perroncel Anfang Februar die Kapitänsbinde entzogen worden.

Perroncel war während der Liaison mit Terrys Teamkollegen Wayne Bridge, mit dem sie einen Sohn hat, zusammen.

Bridge hatte nach Bekanntwerden des Verhältnisses seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt.

Wenig später hatte Terry nach dem Ausscheiden des FC Chelsea im Achtelfinale der Champions League gegen Inter Mailand beim Verlassen des Klubgeländes in London einen Sicherheitsmann angefahren, nach dem Unfall aber nicht angehalten.

Die FA-Cup-Halbfinals im Überblick:

Tottenham Hotspur - Portsmouth FC 0:2 n.V.Tore: Piquionne (99.), Boateng (117.)

Aston Villa - FC Chelsea 0:3Tore: 0:1 Drogba (68.), 0:2 Malouda (89.), 0:3 Lampard (90.)

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel