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Bayern-Stürmer Luca Toni (l.) wurde 2006 mit Italien Weltmeister © imago

In Bulgarien kommt es zu Krawallen zwischen Hooligans. Die EU lehnt Blatters Ausländerregel ab. Die internationalen Splitter.

Zusammengestellt von Michael Schulz

München - Mit rassistischen Aktionen und Ausschreitungen haben italienische Randalierer am Rande des WM-Qualifikationsspiels der "Squadra Azzurra" in Bulgarien (0:0) erneut für einen Skandal gesorgt.

Nachdem die italienischen Hooligans mit faschistischen Gesänge und Grüßen die bulgarischen Anhänger provoziert hatten, waren beide Seiten mit Steinen und Flaschen aufeinander losgegangen.

Ein Polizist wurde dabei verletzt, drei italienische und vier bulgarische Fans wurden verhaftet.

Tickets haben Namen

"Die Fans müssen bestraft werden", forderte Italiens Verbandspräsident Giancarlo Abete: "Die verkauften Tickets wurden mit Namen versehen, so können wir jede Person verfolgen."

Italien hat seit Jahren schon ein Hooligan-Problem und kämpft bislang erfolglos gegen die Gewaltwelle in italienischen Stadien an.

Luca Toni gesperrt

Sportlich befindet sich der Weltmeister dagegen auf WM-Kurs, auch wenn der Auftritt in Sofia keineswegs ein Glanzakt war. Bayern-Stürmer Luca Toni lieferte eine schwache Vorstellung ab und kann bereits die Reise gen München antreten.

Aufgrund einer Gelbsperre ist der Bundesliga-Torschützenkönig für das Spiel gegen Montenegro am Mittwoch in Lecce gesperrt.

Sport1.de hat weitere News aus dem internationalen Fußball:

EU lehnt Kompromiss zur 6+5-Regel ab

Die EU-Kommission zeigt FIFA-Präsident Joseph S. Blatter offenbar weiter die kalte Schulter. Sie lehnt eine Ausländerbeschränkung durch Quoten im europäischen Fußball weiterhin ab.

"Jede Regel, die auf der Nationalität der Spieler basiert, ist unakzeptabel, sagte EU-Sportkommissar Jan Figel dem Nachrichten-Magazin "Focus" und reagierte damit auf erneute Vorschläge von Blatter.

Der Schweizer hatte eine stufenweise Lösung bei der umstrittenen 6+5 Regel vorgeschlagen. 2010 sollten bei Liga-Spielen mindestens vier einheimische Spieler antreten. 2011 dann fünf und 2012 sechs.

Brüssel beruft sich auf das Bosman-Urteil, das die Freizügigkeit der EU-Bürger, also auch der Fußball-Profis, garantiert. Rechtlich in Ordnung sei aber eine "Eigengewächs-Regelung". Danach sollen die Mannschaften mit einer Mindestzahl selbst ausgebildeter Spieler auflaufen.

Auch UEFA-Präsident Michel Platini hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass die von Blatter angedachte 6+5-Regel im Widerspruch zum EU-Recht stehe und deshalb nicht durchzusetzen sei.

Henchoz beendet Laufbahn

Der frühere Hamburger Bundesligaprofi Stephane Henchoz hat seine Karriere beendet. Der 34-Jährige, der 72-mal für die Schweizer Nationalmannschaft gespielt hatte, fand nach dem Vertragseende beim englischen Premier-League-Klub Blackburn Rovers keinen neuen Arbeitgeber mehr.

Henchoz, der 1998 ein Jahr für den HSV und von 2000 bis 2005 für den englischen Rekordmeister FC Liverpool gespielt hatte, schlägt nun die Trainer-Laufbahn ein.

Er betreut zukünftig die U18-Junioren der Rovers.

Senegal scheitert in der WM-Qualifikation

Die erste Fußball-WM auf dem afrikanischen Kontinent findet ohne Senegal statt. Der WM-Viertelfinalist von 2002 scheiterte in der Afrika-Zone bereits in der vorletzten Phase.

Das vorzeitige Aus wurde durch ein 1:1 gegen Gambia besiegelt.

Nach der Partie kam es in der senegalesischen Hauptstadt Dakar zu Ausschreitungen vor dem Sitz des nationalen Fußballverbandes.

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