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Objekte der Madrider Begierde: Cristiano Ronaldo und der CL-Pokal © getty

Im Sommer klagte Real Madrids Trainer über die "Ronaldo-Obsession" seines Präsidenten. Doch der Portugiese bleibt der Wunschkandidat.

Von Thorsten Mesch

München - Real Madrid lässt nicht locker.

Nachdem Präsident Ramon Calderon in der Sommerpause bei seinem Versuch, Cristiano Ronaldo zum spanischen Rekordmeister zu lotsen, ohne Erfolg geblieben war, forderte nun Trainer Bernd Schuster die Verpflichtung des Stars von Manchester United.

"Es muss alles Mögliche unternommen werden, denn diesen Fußballer zu holen lohnt sich", fordert der Trainer in der Sporttageszeitung "Marca" die Vereinsführung zum Handeln auf.

Hoffnung auf baldigen Wechsel

"Es besteht die Hoffnung, dass er im nächsten Jahr zu uns kommt", ist Schuster überzeugt, dass es 2009 für Manchester United schwierig werde, den Portugiesen zu halten.

Bereits in diesem Jahr hatte Real bis zu 100 Millionen Euro für den portugiesischen Star geboten - ohne Erfolg.

85 bis 90 Millionen

Im Juni hatte Schuster im "DSF" gesagt, dass Madrid 100 Millionen Euro für Portugals Ausnahmestürmer investieren würden. Daraufhin hatte Calderon erklärt, die "Königlichen" seien nicht bereit, diese "galaktische" Summe zu zahlen.

Schuster geht nun von einer Ablösesumme von 85 bis 90 Millionen Euro aus:

"Für weniger werden sie ihn kaum gehen lassen. Real Madrid weiß das und muss für eine solche Ausgabe vorbereitet sein."

Kritik an Ronaldo-Obsession

Die Madrilenen hatten sich in diesem Sommer auf dem Transfermarkt so sehr auf die Verpflichtung Ronaldos konzentriert, dass dadurch zunächst andere Transfers blockiert wurde, was Schuster auch kritisierte.

"Wir sind seit langer Zeit davon besessen, einen gewissen Spieler, dessen Name mir gerade nicht einfällt, zu verpflichten", hatte er vor dem Saisonstart verlauten lassen. Gemeint war natürlich Cristiano Ronaldo.

Die Hängepartie "hätte vor der Europameisterschaft unter Dach und Fach gebracht werden müssen", so Schuster damals. "Wir haben zwar einen Plan B, aber je mehr Zeit vergeht, umso schwieriger wird dessen Umsetzung", sagte der Coach.

Van der Vaart einziger Top-Transfer

Erst als klar wurde, dass Manchester seine Nummer sieben nicht ziehen lassen würde, wurde Rafael van der Vaart vom Hamburger SV verpflichtet.

Von den beiden Europameistern David Villa vom FC Valencia und Santi Cazorla vom FC Villarreal kamen Absagen und Calderon erklärte, es werde keine weiteren Verstärkungen geben.

Schuster gab sich daraufhin gelassen. "Ich habe Vertrauen in meine Mannschaft", so der Trainer, der Madrid gleich in seiner ersten Saison zur Meisterschaft geführt hatte: "Ich bin überhaupt nicht beunruhigt, weil ich mit einem Team von Spielern arbeite, die seit einem Jahr zusammenspielen".

Champions League als großes Ziel

Schuster hätte nichts dagegen, wenn im nächsten Jahr Ronaldo dazu kommen würde. Die Chance, nach 2002 wieder einmal die Champions League zu gewinnen, wäre mit Ronaldo sicher größer als zuletzt, als Madrid jeweils früh scheiterte.

Für den ehemaligen Mittelfeldstar ist der Portugiese in jedem Fall der große Favorit bei der Wahl zu Europas Fußballer des Jahres.

Ronaldo habe mehr Chancen als sein Torhüter Iker Casillas und Xavi vom FC Barcelona, so Schuster.

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