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Didier Drogba (2. v. l.) erzielte im letzten Liga-Spiel gegen Wigan einen Dreierpack © imago

Die "Blues" um Michael Ballack greifen nach dem FA-Cup - und sind haushoher Favorit. Doch Portsmouth glaubt an den großen Coup.

Von Nikolai Kube

München/London - Erster gegen Letzter. Meister gegen Absteiger. Die Superreichen gegen die Armen.

Die Vorzeichen vor dem FA-Cup-Finale zwischen dem FC Chelsea um Nationalspieler Michael Ballack und dem FC Portsmouth (Sa., 15.45 Uhr live im TICKER und im TV auf SPORT1) könnten unterschiedlicher nicht sein.

Doch für 90 oder vielleicht 120 Minuten begegnen sich die beiden Klubs im legendären Londoner Wembley Stadion auf Augenhöhe.

Ballack träumt vom Double

Michael Ballack geht diesem Duell mit großer Vorfreude entgegen.

"Ich bin stolz und glücklich, dass ich englischer Meister geworden bin", sagte der DFB-Kapitän SPORT1.

Und fügte an "Ich hoffe, dass ich die Saison mit dieser tollen Mannschaft mit dem Double krönen kann"

"Blues" in Topform

Denn die "Blues" befinden sich in Topform: Mit 8:0 fertigte das Team von Trainer Carlo Ancelotti am letzten Spieltag der Premier League Wigan Athletic ab und sicherte sich den Titel. Manchester United musste sich mit Platz zwei trösten. (DATENCENTER: Premier League)

Und Chelseas Trophäen-Hunger ist noch lange nicht gestillt. "Wir haben die große Chance, das Double zu holen - zum ersten Mal in der Geschichte", sagt Ancelotti, der aber zugleich vor dem Außenseiter warnt.

Respekt müsse seine Mannschaft vor Portsmouth haben. "Sie sind zwar abgestiegen, aber sie haben es sich verdient, im Finale zu stehen. Es wird ein harter Kampf", so der Trainer.

Euphorie in Portsmouth

Und auch die Euphorie beim großen Außenseiter ist greifbar.

Zahlreiche Schlachtenbummler jubelten dem Team von Ex-Chelsea-Coach Avram Grant bei der Abreise in die englische Hauptstadt zu.

"Wir freuen uns auf das Finale und wir werden alles aus uns herausholen, um den Pokal wieder nach Portsmouth zu holen", sagt Stürmer Nwankwo Kanu, der vor zwei Jahren durch seinen Siegtreffer im Endspiel gegen Zweitligist Cardiff maßgeblichen Anteil am zweiten FA-Cup-Triumph der Vereinsgeschichte hatte.

Mullins stichelt gen Chelsea

Dass mit dem frischgebackenen Meister diesmal ein anderes Kaliber auf den hochverschuldeten Klub wartet, der im Halbfinale überraschend die Tottenham Hotspur aus dem Wettbewerb warf, scheint dem Selbstbewusstsein der Südengländer keinen Abbruch zu tun:

"Auf uns lastet kein Druck, der lastet nur auf Chelsea", sagt Routinier Hayden Mullins.

"Je länger wir die Null halten, desto nervöser werden sie." Freche Worte, die den großen Favoriten aber kaum beeindrucken werden.

FA-Cup als letzter Strohhalm

Im Februar musste "Pompey" als erster Verein in der Geschichte der Premier League einen Insolvenzantrag stellen. Die Folge: Neun Punkte Abzug. Portsmouth versuchte alles, doch am 34. Spieltag stand der bittere Gang in die Zweitklassigkeit auch rechnerisch fest.

Gegen Chelsea steht für das Grant-Team nun der Saisonhöhepunkt an.

Genau darin sieht Ancelotti die Gefahr: "Es ist für sie die perfekte Gelegenheit, die Saison noch zu retten. Wir werden auf hochmotivierte Spieler treffen."

Terry ist einsatzbereit

Da spielt es dem Trainerfuchs natürlich in die Karten, dass sein Kapitän John Terry nun doch mitwirken kann.

Terry hatte sich im Training am rechten Fuß verletzt.

Schlimmste Befürchtungen, der Innenverteidiger würde sogar die WM verpassen, bestätigten sich nicht. "Mir geht es gut und ich freue mich auf das Finale. Ich habe keinerlei Probleme mehr", gibt Terry Entwarnung.

Historie macht Portsmouth Hoffnung

In Bestbesetzung kann der englische Meister also antreten, zudem befinden sich Stürmer Didier Drogba, der gegen Wigan einen Dreierpack erzielte, und auch Mittelfeldantreiber Frank Lampard in Topform.

Es spricht wenig für den FC Portsmouth. Doch auch beim ersten FA-Cup-Sieg der Vereinshistorie 1939 war der Premier-League-Absteiger klarer Außenseiter - und erwischte die Wolverhampton Wanderers beim 4:1-Sieg auf dem falschen Fuß.

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