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Michael Ballack wurde mit Chelsea in der vergangenen Saison Meister und Pokalsieger © getty

Auch die "Red Devils" möchten den derzeit verletzten Kapitän der deutschen Nationalmannschaft offenbar unter Vertrag nehmen.

Von Matthias Becker

München - Die letzten vier Wochen waren für Michael Ballack eine harte Prüfung.

Erst die Verletzung im FA-Cup-Finale nach dem üblen Foul von Kevin-Prince Boateng und das damit verbundene WM-Aus, dann die ausgebliebene Vertragsverlängerung beim FC Chelsea.

Für den Nationalmannschaftskapitän schien es im Herbst der Karriere bergab zu gehen.

Doch für den verletzten Ballack gibt es immer mehr Lichtblicke. Denn trotz seiner 33 Jahre lecken sich die internationalen Top-Clubs und die Spitzenvereine der Bundesliga die Finger nach Ballack.

Jetzt soll auch Manchester United an einer Verpflichtung des Mittelfeldspielers interessiert sein.

Einjahresvertrag plus Option?

Laut eines Berichtes des Londoner "Sunday Mirror" reiht sich auch Englands Rekordmeister in die lange Liste der Vereine ein, die Kontakt Ballack aufgenommen haben sollen.

ManUnited Trainer Sir Alex Ferguson wolle Ballack einen Einjahresvertrag mit der Option auf ein weiteres Jahr anbieten, berichtet das Blatt. Die Verhandlungen mit Chelsea waren unter anderem daran gescheitert, dass der 98-malige Nationalspieler einen Zweijahresvertrag haben wollte, die Blues aber nur um ein Jahr verlängern wollten.

Für ManUnited könnte Ballack auch deshalb interessant sein, weil er ablösefrei zu haben ist. Mit dem hoch verschuldeten Besitzer Malcolm Glazer im Rücken, kann Ferguson auf dem Transfermarkt in diesem Sommer wohl nicht klotzen und ist auf günstige Gelegenheiten wie bei Ballack angewiesen.

"Ich möchte in Europa bleiben"

Zudem erfüllt United die Bedingungen, die der Deutsche an seinem Kommenden Arbeitgeber stellt. Manchester spielt in der Champions League, in der sich Ballack regelmäßig auf hohem Niveau messen will, um sich bis zur EM 2012 in Polen und der Ukraine fit zu halten. Zudem würde Ballack seine Kinder gerne weiter in England zur Schule schicken.

"Ich will noch mindestens zwei Jahre auf höchstem Niveau Fußball spielen", sagte Ballack, der sich wohl mit einem stattlichen Handgeld und einem Jahresgehalt von rund drei Millionen Euro begnügen würde, der "Bild".

Das Finanzielle steht für Ballack eindeutig hinter der sportlichen Perspektive zurück: "Ich bin noch nicht bereit, mich in die Rente in Richtung USA oder Dubai zu verabschieden, und möchte in Europa bleiben."

Auch Tottenham in der Verlosung

Seitdem die Nachricht über Ballacks Aus bei Chelsea die Runde machte, wurden immer wieder neue mögliche Interessenten für den Deutschen genannt. Laut "Sundy Mirror" sei auch Tottenham Hotspur an ihm interessiert. Der Londoner Club hat sich als Tabellenvierter der Premier League einen Platz in der Champions-League-Qualifikation gesichert.

Nach vier Jahren in der britischen Hauptstadt hatte Ballack bei mehreren Äußerungen aber auch eine Rückkehr in die Bundesliga nicht ausgeschlossen. Hier war er bislang schon für den 1. FC Kaiserslautern, Bayer 04 Leverkusen und den FC Bayern München aktiv.

Lattek tippt auf Leverkusen

Leverkusen gehört auch zu jenen Bundesligisten, die schon ein Interesse an Ballacks Verpflichtung bekundet haben. Auch der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg werden als mögliche neue Arbeitgeber genannt. Werder Bremen winkte inzwischen allerdings ab. Wobei Bremen der einzige dieser vier Klubs ist, der eine Champions-League-Persepktive geboten hätte.

Für SPORT1-Kolumnist Udo Lattek ist Bayer der Favorit für eine Verpflichtung.

"Ich tippe mal Michael Ballack geht für zwei Jahre nach Leverkusen, mit etwas zurück geschraubten Verdienstmöglichkeiten. Nach den zwei Jahren wird er von Rudi Völler eingearbeitet und geht dann in den operativen Bereich", sagte Lattek im WM-Doppelpass.

Rückkehr zu Mourinho?

Auch ein Wechsel in die spanische Primera Division ist aber denkbar. Hier wird Ballack als möglicher Neuzugang bei Real Madrid gehandelt.

Dort übernimmt zur neuen Saison Ballacks früherer Chelsea-Trainer Jose Mourinho die Mannschaft. Der machte nie ein Geheimnis daraus, dass er sehr viel vom gebürtigen Sachsen hält.

Die Zukunft könnte für Ballack also deutlich rosiger werden als die letzten vier Wochen.

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