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Nach drei Jahren ist Schluss: Aus gesundheitlichen Gründen reicht Daum seinen Rücktritt ein
Christoph Daum war bereits von 2003 bis 2006 bei Fenerbahce © imago

Trotz aller Turbulenzen: Der Trainer und Türkeis Rekordmeister setzen die Zusammenarbeit fort. Wohl aber nur wegen Daums Abfindungsforderung.

Istanbul - Überraschende Kehrwende und nun doch kein Abschied: Christoph Daum bleibt Trainer beim türkischen Rekordmeister Fenerbahce Istanbul.

"Ich werde meine Arbeit hier am Freitag fortsetzen und hoffe, dass ich meinen Vertrag bis 2012 erfüllen werde", sagte der Ex-Bundesliga-Coach nach einem einstündigen Krisentreffen mit dem Klubpräsidenten Aziz Yildirim.

Daum ergänzte: "Ich habe mit Fenerbahce noch große Pläne."

Der Verein bestätigte wenig später, man habe "eine Vereinbarung getroffen, dass das Arbeitsverhältnis aufrechterhalten bleibt. Herr Daum wird am Freitag einen Gesundheitscheck absolvieren und dann seine Arbeit wieder aufnehmen".

Aber: Daum-Sohn muss gehen

Dagegen müssen Co-Trainer Ayhan Tumani, Torwarttrainer Holger Gehrke sowie Trainer-Sohn und Computeranalyst Marcel Daum den Verein verlassen.

Daums langjähriger Co-Trainer Roland Koch wiederum darf bleiben. Diese Entscheidungen seien einvernehmlich gefallen, ließ Fener verlauten. (Alle internationalen News)

Allerdings: Eine weitere Zusammenarbeit zwischen Daum und dem Klub kommt nach der verpassten Meisterschaft sowie den Unstimmigkeiten der vergangenen Wochen überraschend.

Zusammenarbeit wohl wegen Abfindungsforderung

Am Ende dürfte die hohe Abfindungsforderung von Daum gegen eine Trennung gesprochen haben.

Sein bis 2012 laufender Vertrag wird mit schätzungsweise sieben Millionen Euro vergütet.

Kurios: Die Vereinsführung hatte den 56-Jährigen aus seinem Urlaub auf Mallorca nach Istanbul bestellt, nachdem Daum öffentlich über eine angebliche Drohung eines Vorstandsmitgliedes geklagt hatte.

"Kann für dich ungemütlich werden

"Der Vorstand hat mich gewarnt: 'Wenn du wiederkommst, kann es für dich und deine Familie ungemütlich werden'", hatte Daum gesagt und dies - so berichteten türkische Medien - als Drohung aufgefasst.

"Presseberichte stimmen nicht"

"Herr Daum hat uns versichert, dass die Presseberichte der vergangenen Tage nicht stimmen", heißt es nun in der Pressemitteilung von Fenerbahce.

Womit aber nicht gesagt wird, ob Daum nicht tatsächlich bedroht wurde.

Daum wolle in den kommenden Tagen in der Öffentlichkeit dazu Stellung nehmen, ließ Fener weiter verlauten.

Anzeige wegen Verleumdung?

Zuvor hatte die Zeitung "Hürriyet" berichtet, der Klub verlange vom Trainer Beweise oder eine öffentliche Zurücknahme der Behauptung.

Ansonsten denke der Verein sogar über eine Anzeige wegen Verleumdung nach.

Daum widerum hatte in dem jetzigen Krisengespräch gefordert, im sportlichen Bereich die alleinige Verantwortung zu haben.

Zuletzt hatte sich der Coach beschwert, er sei bei Transfers übergangen worden.

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