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Tevez (l.) und Mascherano spielten 2006 zusammen bei West Ham © getty

Beim geplanten Rekordtransfer des ausgeliehenen Tevez wird die Investorengruppe MSI groß abkassieren. Doch wer steckt dahinter?

Von Andreas Messmer

München - 41 Millionen Euro will Manchester United zahlen, um den argentinischen Nationalstürmer Carlos Tevez endgültig an sich zu binden. Noch nie wurde in der Premier League so viel Geld für einen Spieler bezahlt.

Kurioserweise überweist ManUnited das Geld nicht an Tevez' letzten Verein West Ham United sondern an die Sport-Rechte-Agentur MSI (Media Sports Investment), die die Transferrechte am dem 24-Jährigen besitzt.

Nicht verwunderlich, dass ausgerechnet ein Tevez-Wechsel für den nächsten Paukenschlag auf dem Transfermarkt sorgen könnte. Die Wechsel des Angreifers gingen auch in der Vergangenheit spektakulär und mit viel Getöse über die Bühne.

Und jedes Mal, wenn Tevez zu einem anderen Verein ging, tauchte auch der Name MSI in den Schlagzeilen auf. Welche Rolle das Unternehmen allerdings genau spielte und was das Kerngeschäft von MSI umfasst, blieb undurchsichtig. Werbung

"Interessiert an Öl, Medien und Unterhaltung"

"Uns unterstützen einige mächtige Männer, die an Öl, Medien und Unterhaltung interessiert sind", sagte der damalige MSI-Chef Kia Joorabchian im Sommer 2005.

Der gebürtige Perser mit britischem und kanadischem Pass, gründete die Investorengruppe im Jahr 2004. Noch im selben Jahr erwarb MSI Anteile am brasilianischen Traditionsklub Corinthians.

MSI stellte enorme Summen bereit und sicherte sich im Gegenzug für zehn Jahre die Kontrolle über den Verein. Etliche Stars und Talente wurden zu den Corinthians gelotst, unter anderem Tevez und Javier Mascherano.

Seltsame Rahmenbedingungen

Der Wechsel des Ausnahmetalents Tevez vom argentinischen Klub Boca Juniors zu den Brasilianern Ende 2004 ging mit einem Transfervolumen von 20 Millionen US-Dollar als teuerster je getätigter Transfer im südamerikanischen Fußball in die Geschichte ein.

Im August 2006 überwarf sich Tevez mit Corinthians-Verantwortlichen und wechselte zusammen mit Mascherano zu West Ham United. Zur gleichen Zeit versuchten Joorabchian und seine Hintermänner, den Londoner Premier-League-Verein zu übernehmen.

Inzwischen war der 37-Jährige als Chef von MSI zurückgetreten, aber weiterhin in die Geschäfte involviert. West Ham zahlte keine Ablöse an MSI sondern übernahm nur das Gehalt des Spielers.

Zwischengeparkt im East End

Damit verstießen die Engländer gegen Liga-Regularien, die verbieten, dass Dritte an einem Transfer mitverdienen und wurden mit einem Bußgeld in Höhe von etwa sieben Millionen Euro belegt.

Joorabchians Übernahmeversuch scheiterte schließlich. Nach nur einem Jahr wurde Tevez für rund 12 Millionen Euro an ManUnited ausgeliehen. Mascherano verließ den Klub in Richtung Liverpool.

Der Eindruck, dass Joorabchian mit den Transfers der Südamerikaner lediglich seine Chancen auf eine Klubübernahme hatte steigern wollen, verfestigte sich. Die Mega-Transfers sollten lediglich ein Vorgeschmack auf die Zukunft unter seiner Führung sein.

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