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Strippenzieher mit besten Kontakten: der 37-jährige Kia Joorabchian © imago

Die Wechselposse um Tevez ist nur der prominenteste Fall, bei dem MSI eine rätselhafte Rolle spielt.

Im Zusammenhang mit den Transfers von südamerikanischen Talenten wird die Agentur häufig genannt.

Das brasilianische Wunderkind Jo, der für mehr als 25 Millionen Euro von ZSKA Moskau zu Manchester City wechselt und der bei Werder Bremen unter Vertrag stehende Carlos Alberto sind weitere Profis, bei denen MSI Rechte hielt oder noch immer hält.

Im Jahr 2007 ermittelten die brasilianischen Behörden wegen des Verdachts auf Geldwäsche gegen Corinthians und Joorabchian. Der Multimillionär bestritt die Vorwürfe. Werbung

Undurchsichtige Strukturen

Darüber, woher die enormen Kapitalmengen von MSI kommen und welche Geldgeber dahinter stehen, wird nur spekuliert.

Gerüchten zufolge sind die russischen Oligarchen Roman Abramowitsch und Boris Beresowski in die Geschäfte von MSI verstrickt.

Der im britischen Exil lebende Beresowski gegen den in verschiedenen Ländern wegen Geldwäsche ermittelt wird und dem in seiner Heimat das Gefängnis droht, bestreitet allerdings, bei MSI involviert zu sein.

Er räumte lediglich ein, dass ihm Joorabchian angeboten habe, "in verschiedene Projekte" zu investieren.

Ein Iraner, ein Israeli und mehrere Russen

Eine weitere schillernde Persönlichkeit, die immer wieder mit Joorabchian und den beiden Russen in Verbindung gebracht wird, ist der israelische Spielervermittler Pini Zahavi.

Der gilt als einer der mächtigsten Berater im englischen Fußball und enger Vertrauter Joorabchians. Zu seinen Klienten zählen unter anderem Rio Ferdinand, Kevin Campbell und Giovani dos Santos.

Er vermittelte einige der spektakulärsten Transfers der Premier-League-Geschichte. Ihm werden exzellente Verbindungen zu ManUniteds Teammanager Alex Ferguson und Chelsea-Eigner Abramowitsch nachgesagt. Zahavi fungiert seit geraumer Zeit als Berater für MSI.

Business statt Spitzensport

Für Zahavi, Joorabchian und deren zwielichtigen Dunstkreis hat sich der Spitzfußball in den letzten Jahren zu einem äußerst profitablen Geschäft entwickelt.

Die Seilschaften in den VIP-Logen der Premier League sind schwer durchschaubar.

Während die Medien gerne von mafiaähnlichen Strukturen sprechen, nennen es die dubiosen Strippenzieher schlicht "Business".

"Ich habe eine Menge Erfahrung beim Kauf, Verkauf und der Umstrukturierung von Unternehmen und große Management-Erfahrung", lässt sich Joorabchian zitieren: "Das passt für jedes Unternehmen und jedes Business."

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