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Zwei Jahre in Folge führt er seinen neuen Arbeitgeber zu Meisterehren
Christoph Daum gewann 2009 mit Fenerbahce den türkischen Supercup © getty

Christoph Daum erhält von Fenerbahce Istanbul eine hohe Abfindung, darf aber im Gegenzug nur positiv über den Verein sprechen.

Istanbul - Mit warmen Worten und den Taschen voller Geld verabschiedete sich Christoph Daum von Fenerbahce Istanbul und beendete damit eine wochenlange Trennungs-Posse.

"Fener ist einer der weltbesten Vereine, es ist immer eine große Ehre, hier zu arbeiten", sagte Daum der türkischen Tageszeitung "Sabah Gazetesi".

Der deutsche Trainer hatte sich am Freitagabend mit dem türkischen Rekordmeister auf eine Auflösung des bis Ende Juni 2012 laufenden Vertrages geeinigt (Alle internationalen News).

Angeblich soll Daum eine Abfindung von 2,4 Millionen Euro kassieren, im Gegenzug darf sich der 56-Jährige nicht schlecht über "Fener" äußern.

Kocaman wird Daum-Nachfolger

Auch Daums langjähriger Co-Trainer Roland Koch soll eine schriftlich vereinbarte Abfindung erhalten, über deren Höhe nichts bekannt wurde.

Nachfolger von Daum wird der bisherige Sportdirektor Aykut Kocaman, der am Montag das erste Training leiten wird. Kocaman erhält einen Einjahresvertrag mit der Option auf eine weitere Saison.

Nach einer wahren Schlammschlacht in den letzten Wochen ging es am Freitag relativ schnell.

"Folter für den Verein"

Daums Anwalt Stefan Seitz beendete um 19.30 Uhr MESZ die Verhandlungen mit dem Vereinsvorstand, um 20 Uhr traf sich dann Daum persönlich mit den "Fener"-Bossen, um eine Stunde später die endgültige Trennung zu verkünden.

"Fenerbahce war für mich immer ein Teil meines Lebens und wird es auch in Zukunft sein. Ich möchte immer mit dem Verein in Verbindung bleiben", sagte Daum, der nach Angaben der Zeitung "Milliyet" zehn Prozent seiner Abfindung der in der Türkei hochangesehenen Militärstiftung spendete.

"Der Vorhang des Vorstadt-Theaters ist endlich gefallen", titelte "Sabah Gazetesi" und sprach anschließend angesichts des durch Daums Anwalt penibel aufgesetzten Auflösungsvertrages von "Folter für den Verein".

Trennung war beschlossene Sache

"Wir bedanken uns bei den Herren Daum und Koch für ihre Arbeit und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute", hieß es in einer offiziellen Erklärung des Klubs.

Eine Trennung war eigentlich bereits nach dem verpassten Meistertitel in der abgelaufenen Saison beschlossene Sache.

Doch Klub-Präsident Aziz Yildirim wollte die Kosten für die Abfindung drücken und ließ keine Gelegenheit aus, Daum nach dessen Rückkehr aus seinem Urlaubsdomizil auf Mallorca in der vergangenen Woche zu einem Rücktritt zu bewegen.

Trainerstab wird entlassen

Zuerst wurden in Co-Trainer Ayhan Tumani, Torwarttrainer Holger Gehrke sowie Trainer-Sohn und Scout Marcel Daum drei Mitarbeiter seines Stabes entlassen, dann musste Daum täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr auf dem Vereinsgelände anwesend sein, obwohl außer ihm nur noch der Platzwart dort arbeitete.

Außerdem musste der Trainer einen Gesundheitscheck absolvieren, den er aber nicht im vereinsnahen Krankenhaus Acibadem durchführen ließ.

Die türkische Presse bewertete dies als "taktischen Schachzug im kalten Krieg". Zwischenzeitlich sorgte Daum mit Berichten über eine angebliche Drohung eines Vorstandsmitgliedes gegen seine Person und seine Familie für Aufsehen.

"Der Vorstand hat mich gewarnt"

"Der Vorstand hat mich gewarnt: Wenn du wiederkommst, kann es für dich und deine Familie ungemütlich werden", hatte Daum gesagt.

Die Klubführung wollte dies jedoch nur als Ratschlag verstanden wissen. Bei den Fenerbahce-Fans hatte Daum keinen Kredit mehr. 55 Prozent sprachen sich zuletzt für eine Trennung aus.

Daum stand seit Saisonbeginn in Diensten des Spitzenklubs, nachdem er im vergangenen Sommer den 1. FC Köln kurzfristig für das hochdotierte Angebot am Bosporus verlassen hatte.

Fenerbahce hatte er bereits von 2003 bis 2006 betreut und damals zweimal zum Meister gemacht. Dies war ihm in der abgelaufenen Saison nicht gelungen.

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