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Richard Sukuta-Pasu (M.) erzielte bei der EM in vier Spielen drei Tore © getty

Nach dem Triumph der U-19-Auswahl bei der EM in Tschechien blicken Verantwortliche, Fans und Spieler optimistisch in die Zukunft.

Von Julian Ignatowitsch

Vorbei die Zeiten als ganz Fußballdeutschland um die Zukunft der Nationalmannschaft bangte und eine in die Jahre gekommene Mannschaft bei der EM 2000 sang- und klanglos in der Vorrunde ausschied. Es fehle an Talenten, darin waren sich damals alle einig.

Acht Jahre später ist die DFB-Auswahl Vize-Europameister, der U 19 gelang sogar der ganz große Wurf. "In den Vereinen und im Verband ist viel getan worden", freut sich U19-Coach Horst Hrubesch.

Die verstärkte Nachwuchsförderung trägt Früchte - und das nicht erst seit diesem Jahr. Spieler wie Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger und Kevin Kuranyi kommen aus der Talentförderung und sind längst feste Größen im Nationalteam von Joachim Löw.

Sammer hofft auf "eine große Generation"

Dennoch sind solche Erfolgsgeschichten insgesamt gesehen die Ausnahme, wie auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer warnt: "Der EM-Sieg ist der Anfang der Fahnenstange, nicht das Ende. Nur, wenn die Spieler jetzt begreifen, dass sie sich auf dem Triumph nicht ausruhen dürfen, werden wir einige von ihnen in ein paar Jahren auch wieder sehen", so der 40-Jährige.

Die Hoffnung, dass "aus diesem Jahrgang eine große Generation werden kann" hegt aber auch er. Hrubesch traut allen Spielern aus dem jetzigen U-19-Kader den Sprung zu. Sport1.de wagt eine Prognose und stellt aussichtsreiche Kandidaten vor.

Sven und Lars Bender

Die Bender-Zwillinge haben zusammen schon 81 Zweitliga-Spiele auf dem Konto und sind dabei erst je 19 Jahre jung. Beide stehen sinnbildlich für die junge Generation des TSV 1860 München und sind dort "unverkäuflich". Lars erzielte im EM-Finale mit einem satten Schuss in den Winkel den Führungstreffer.

Marcel Risse

Der beidfüßige Mittelfeldspieler stand bei Bayer Leverkusen letzte Saison schon mehrfach im Bundesliga-Kader und kam sogar dreimal zum Einsatz. Der erst 18-Jährige kann auch als Stürmer auflaufen und ist extrem torgefährlich. 2007 wurde er mit Leverkusens A-Junioren Deutscher Meister und erzielte in 22 Spielen neun Tore. Bei der EM traf er zweimal.

Richard Sukuta-Pasu

Der 18-Jährige darf mit gutem Gewissen als der Gewinner der Europameisterschaft bezeichnet werden. Nachdem er kein Qualifikationsspiel bestritten hatte, kam seine EM-Nominierung überraschend. Sukuta-Pasu zahlte es zurück und war mit drei Treffern in vier Spielen bester EM-Torschütze der Deutschen. Die "Bild" feiert ihn schon "als schwarzen Poldi". In der A-Jugend erzielte er für Bayer Leverkusen 17 Tore in 22 Spielen.

Timo Gebhart

Der in Memmingen geborene Mittelfeldspieler wurde 2004 vom TSV 1860 München verpflichtet. 2006 feierte er mit der U 17 des TSV die Deutsche Meisterschaft. Nur ein Jahr später gab er am 26. August sein Debüt im Profikader und absolvierte letzte Saison 910 Minuten im Trikot der "Löwen". Für die U 19 traf er in 14 Spielen sieben Mal. Im EM-Finale war er der stärkste Mann.

Deniz Naki

Auch wenn der 19-Jährige bei der EM kein Tor erzielte, ist er der Spieler mit den meisten Treffer im Dress der U 19. In der EM-Qualifikation traf Naki fünfmal in sechs Spielen, insgesamt hat er bei 15 Einsätzen neunmal getroffen.

Fazit:

Das Potenzial ist da. Zahlreiche Spieler haben das Zeug für die Nationalmannschaft und stehen nach dem EM-Titel verstärkt im Blickpunkt. Doch die Youngsters brauchen Zeit, um sich weiterzuentwickeln und müssen behutsam an höhere Aufgaben herangeführt werden. Eins ist sicher: Die Nachwuchssorgen von 2000 sind Vergangenheit.

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