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Djibril Cisse (l.) und Abou Diaby stehen gegen Norwegen nicht in Frankreichs Kader © getty

Der von Geldproblemen geplagte Klub wird ab Montag für 150 Millionen Euro angeboten. Koeman muss in Ungarn gehen. Splitter.

München - Beim früheren Weltmeister Frankreich greift der neue Nationaltrainer Laurent Blanc nach dem desaströsen WM-Auftritt in Südafrika durch.

Der Nachfolger von Raymond Domenech suspendierte für das Länderspiel am 11. August in Norwegen sämtliche 23 WM-Teilnehmer und erhielt dafür am Freitag in Paris die eingeforderte Rückendeckung der Verbandsführung.

Für Blanc ist die Begegnung mit den Skandinaviern nach Domenechs kläglichem Scheitern das Debüt als Nationaltrainer.

Durch den kompletten Verzicht auf die WM-Spieler setzte der Weltmeister von 1998 auch ein Zeichen nach den skandalösen Querelen innerhalb der "Equipe tricolore" bei der WM und die sportliche Bankrotterklärung mit dem Vorrunden-Aus ohne Sieg.

Über das erbärmliche Abschneiden der Grande Nation am Kap hinaus waren zuletzt in Frankreich auch Forderungen auf einen Ausschluss von Bayern Münchens französischem WM-Teilnehmer Franck Ribery und den nicht für Südafrika nominierten Spanien-Legionär Karim Benzema (Real Madrid) aufgekommen.

Gegen beide ist am vergangenen Dienstag in der Rotlicht-Affäre um intime Kontakte zu einer minderjährigen Prostituierten ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

SPORT1 hat weitere internationale News zusammengefasst:

Der AS Rom steht zum Verkauf

Der dreimalige italienische Meister AS Rom steht zum Verkauf.

Die italienische Großbank UniCredit und die römische Unternehmerfamilie Sensi, seit 17 Jahre Eigentümerin des Klubs, bieten ab dem kommenden Montag den Vizemeister für 150 Millionen Euro an.

Sollte der Ex-Klub der deutschen Weltmeister Rudi Völler, Thomas Häßler und Thomas Berthold für mehr als 100 Millionen Euro verkauft werden, soll laut der Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" Klubpräsidentin Rosella Sensi fünf Prozent der Summe erhalten, die über dieser Grenze liegt.

Die Roma kämpft seit Jahren mit schweren Geldproblemen.

Wegen der hohen Verschuldung von Sensis Erdölunternehmen Italpetroli wurde vor zwei Wochen eine neue Gesellschaft gegründet, die den AS Rom kontrolliert.

Italpetroli, das bei UniCredit Verbindlichkeiten in Höhe von 325 Millionen Euro vorweist, übernahm 51 Prozent der neuen Gesellschaft. (Alle internationalen News)

Den Rest hält die Mailänder Bank. Rosella Sensi soll vorerst Präsidentin des Klubs bleiben.

Die Roma gewann in den Jahren 1942, 1983 und 2001 die Meisterschaft und wurde insgesamt neunmal Pokalsieger.

Real Mallorca bereitet Einspruch vor

Der finanziell angeschlagene spanische Erstligist Real Mallorca wehrt sich gegen den Ausschluss aus der Europa League und bereitet einen Einspruch vor.

Dies teilte Luis Huerta, Anwalt des Klubs, am Freitag auf der Klubhomepage mit. Die UEFA hatte das Team von der Urlaubsinsel am Dienstag wegen Überschuldung aus der Europa League ausgeschlossen.

Das Kontrollgremium und das Disziplinarorgan der UEFA hatten ihre Entscheidung damit begründet, dass der Verein nicht die notwendigen Aufnahmekriterien erfüllt habe.

Die Iberer sollen Berichten zufolge Verbindlichkeiten in Höhe von rund 85 Millionen Euro aufweisen.

Als Meisterschafts-Fünfter der Primera Division hatte sich Real direkt für die Gruppenphase im früheren UEFA-Cup qualifiziert.

Der neue Trainer Michael Laudrup zeigte sich optimistisch: "Das klingt alles nicht sehr logisch. Ich denke nicht, dass wir außen vor bleiben werden."

Ungarn entlässt Nationaltrainer Koeman

Der ungarische Fußball-Verband (HFA) hat sich von Nationaltrainer Erwin Koeman getrennt.

Laut HFA-Präsident Sandor Csanyi wird Sandor Egervari die Nachfolge des ehemaligen niederländischen Nationalspielers antreten.

Der 60-jährige Egervari hatte im vergangenen Jahr mit Ungarn den dritten Platz bei der U-20-Weltmeisterschaft in Ägypten belegt.

"Unser Ziel ist die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien. Wir werden rund um die erfolgreichen Nachwuchsspieler eine neue Mannschaft aufbauen", sagte der zukünftige Coach.

Der Niederländer Erwin Koeman hatte sein Amt im Mai 2008 angetreten und anschließend die Qualifikation für die WM-2010 in Südafrika verpasst.

Zuletzt hatte sein Team vier Spiele in Folge verloren. Bei der 1:6-Niederlage gegen die Niederlande im Juni saß der 48-Jährige zum letzten Mal als Nationaltrainer Ungarns auf der Bank.

Bafana Bafana: Südafrika bangt um Spitznamen

Die südafrikanische Nationalmannschaft muss sich möglicherweise einen anderen Spitznamen als Bafana Bafana zulegen.

Um einem Urheberrechtsstreit aus dem Weg zu gehen, zieht der südafrikanische Verband (SAFA) eine Umbenennung des Nationalteams in Erwägung.

Wie SAFA-Präsident Kirsten Nematandani mitteilte, habe sich bereits 1994 ein Geschäftsmann die Rechte an der Bezeichnung Bafana Bafana gesichert und damit laut Medienberichten bei der abgelaufenen WM-Endrunde Einnahmen in Höhe von knapp acht Millionen Euro erzielt.

"Wir sind besorgt, wir können diesen Weg nicht weitergehen", sagte der SAFA-Präsident.

Auch der Verband verwendet in vielen seiner Publikationen den Spitznamen.

Weil dies möglicherweise illegal ist, deutete Nematandani an, dass sich die südafrikanische Nationalmannschaft einen anderen Spitznamen suchen müsste - auch wenn es derzeit keine Hinweise darauf gibt, dass der Inhaber der Namensrechte die Safa verklagen wolle.

Kommt es zu einer Umbenennung, solle die Öffentlichkeit daran beteiligt werden.

"Der Name stammt aus der Bevölkerung, wir geben den Ball an die Menschen zurück", sagte Nematandani.

Bafana Bafana ist Zulu und bedeutet "die Jungs".

Journalisten sollen der Nationalmannschaft den Namen in den frühen 90er Jahren gegeben haben, kurz nachdem der weltweite Bann für südafrikanische Sportler aufgehoben worden war und die Kicker international völlig unerfahren auftraten.

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