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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Menezes (v.) wird von Ronaldo (2.v.l.) und Roberto Carlos (2.v.r.) verabschiedet © getty

Der neue Selecao-Coach Mano Menezes steht vor der schwersten Aufgabe seines Lebens: Bei der Heim-WM in vier Jahren zählt nur der Titel.

Sao Paulo - Mano Menezes zeigte sich von seiner Nominierung zum neuen Nationaltrainer Brasiliens selber überrascht.

"Ich habe meinen Werdegang so geplant, dass ich eines Tages bei der Selecao ankomme. Es ging schneller, als ich dachte", verkündete der 48-Jährige, der international ein unbeschriebenes Blatt ist, aber sich in seiner Heimat in 13 Jahren als Profitrainer einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet hat.

Am Freitagabend kam der Telefonanruf von Ricardo Teixeira, dem allmächtigen Boss des nationalen Verbandes CBF, am Samstag leitete Menezes zunächst noch ein Training bei seinem Klub SC Corinthians, dann nahm er den wohl schwersten Jobs seines Lebens an.

Denn am Ende wird nur der WM-Titel bei der Endrunde 2014 im eigenen Land zählen.

Am Sonntag folgte noch ein letzter Auftritt auf der Bank des Pokalsiegers im Ligaspiel gegen Guarani aus Campinas.

Am Montag steht schon die Vorstellung des Kaders für seine Selecao-Premiere am 10. August in New Jersey gegen die USA auf dem Programm - ohne die WM-Akteure, die noch im Urlaub weilen, und die Stars aus Europas Topligen, die gerade erst die Saison-Vorbereitung aufgenommen haben.(Alle internationalen News).

Heimatprofis sollen keine Notlösung sein

Doch der Rückgriff auf die Heimatprofis soll keine Notlösung bleiben.

"Wie der neue Trainer mir schon mitteilte, werden in der Nationalmannschaft wieder verstärkt Spieler berücksichtigt, die in brasilianischen Klubs tätig sind", sagte Teixeira.

Vorgänger Dunga war mit 20 Europa-Legionären im 23-köpfigen WM-Aufgebot in Südafrika im Viertelfinale gescheitert.

Ronaldo und Roberto Carlos wünschen Glück

Menezes zählte unter den Journalisten neben Luiz Felipe Scolari, Weltmeister-Coach 2002, zu den Favoriten auf den vakanten Posten, war beim CBF nach der Absage des zunächst favorisierten Muricy Ramalho, der keine Freigabe von seinem Klub Fluminense erhielt, aber nur zweite Wahl.

"Zweiter auf der Liste zu sein, ist auch keine schlechte Position", sagte der 48-Jährige lapidar.

Die Corinthians-Spieler, angeführt von den WM-2006-Versagern Ronaldo und Roberto Carlos, stürmten die Pressekonferenz und wünschten dem scheidenden Coach Glück.

"Große Herausforderungen für große Männer. Brasilien vertraut dir", schrieb Ronaldo später in seinem Mikro-Blog auf Twitter.

Menezes gilt als Siegertyp

Die Altstars Zico und Romario meinten unisono: "Er bringt alles mit, um große Arbeit zu leisten."

Wie sein Vorbild Scolari und Vorgänger Dunga stammt Menezes aus der Fußballschule der Gauchos aus dem Bundesland Rio Grande do Sul.

Er gilt als Fußballbesessener, der im Umgang mit den Spielern zwischen Disziplin und freier Hand die Waage halten kann. Und - ganz wichtig - als Siegertyp.

Der "Hexa" als Ziel: "Ruhe bewahren"

Die fanstarken Topklubs Gremio Porto Alegre (2005) und Corinthians Sao Paulo (2008) brachte er nach deren Fall in die Zweitklassigkeit umgehend wieder ins Fußball-Oberhaus.

Hinzu kommt der Pokalgewinn mit Corinthians im vergangen Jahr sowie ein überraschender zweiter Platz im Libertadores-Cup mit Gremio 2007.

Der "Hexa" 2014 soll der nächste Titel werden.

Die Copa America 2011 in Argentinien und der Confed Cup 2013 im eigenen Land sind wie die nun anstehenden Testspiele des kommenden WM-Gastgebers, der bereits automatisch für die Endrunde in vier Jahren qualifiziert ist, nur Durchgangsstationen.

"Jetzt ist es wichtig, ein wenig die Ruhe zu bewahren und die Dinge zu planen", mahnte der neue Nationaltrainer.

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