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Bruno Fernandes (l.) spielte beim brasilianischen Erstligisten Flamengo Rio de Janeiro © imago

Dem Torhüter des brasilianischen Erstligisten Flamengo Rio de Janeiro wird ein brutaler Mord an seiner Geliebten vorgeworfen.

Belo Horizonte/Rio de Janeiro - Ein Mord ohne Leiche und ein prominenter Fußballer als skrupelloser Bösewicht:

Brasilien verfolgt seit Wochen gespannt das Kriminalstück um den eines Kapitalverbrechens angeklagten Startorhüter Bruno Fernandes und seiner spurlos verschwundenen Ex-Geliebten Eliza Samudio.

Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen Bruno, der Nummer 1 von Meister Flamengo Rio de Janeiro, erhoben.

Dem Keeper, an dem schon der AC Mailand Interesse gezeigt hatte, sowie neun weiteren Komplizen wird der Prozess unter anderem wegen Mordes, Verstecken des Leichnams und Entführung gemacht.

"Meine Hoffnungen auf die WM 2014 kann ich begraben"

Bei einem Schuldspruch drohen bis zu 42 Jahre Haft (Alle internationalen News).

"Meine Hoffnungen auf die WM 2014 kann ich jetzt begraben", sagte der 25-Jährige, der sich für unschuldig hält, angesichts des Medienauflaufs, als er sich am 7. Juli der Polizei stellte.

Seitdem schweigt der 1,91 Meter große Modellathlet, dessen steiler Aufstieg mit einem turbulenten Privatleben einherging.

Die nach diversen Liebschaften zerrüttete Ehe mit der ebenfalls angeklagten Dayanne Souza, mit der er zwei Töchter hat, regelmäßige Sexorgien und ein vor laufenden Kameras geäußertes Verständnis für Männer, die ihre Frauen schlagen, haben das Ansehen Brunos in der Öffentlichkeit zerstört.

Barbarisches Verbrechen

Die Ermittlungsbehörden glauben an ein barbarisches Verbrechen.

Das Motiv: Bruno wollte den im Februar geborenen Sohn Eliza Samudios nicht als gemeinsames Kind anerkennen und fühlte sich von ihr erpresst.

Schon im vergangenen Oktober hatte das Modell Strafanzeige gegen den Torhüter gestellt, weil dieser ihr mit Gewalt Abtreibungsmittel eingeflößt habe.

Geliebte fordert Geld

Eliza war offenbar auch selbst nicht unbedingt ein Engel. Sie soll unter einem Pseudonym in einem Pornofilm mitgewirkt haben und gab zu, Affären mit Fußballprofis gesucht zu haben.

Als sie Geld forderte, reifte offenbar der mörderische Plan. Die Rekonstruktion der vermeintlichen Greueltat durch die Polizei lässt die Menschen zusammenzucken.

Unter falschen Vorgaben wurde Eliza am 7. Juni zum Ferienhaus Brunos in der Nähe von Belo Horizonte gebracht und drei Tage später im Haus eines Ex-Polizisten von diesem vor den Augen Brunos erwürgt.

Der Auftragsmörder zerstückelte anschließend die Leiche, warf sie seinen Rottweilern zum Fraß vor und verscharrte die Kadaverreste.

Cousin will alles gesehn haben

Diese Version der Polizei basiert hauptsächlich auf den Aussagen eines 17 Jahre alten Cousins Brunos, der alles mit eigenen Augen angesehen haben will.

Doch Ende Juli widerrief der Minderjährige seine Version, erklärte, dass er bei dem Verhör unter Drogeneinfluss gestanden und unter Gewaltandrohung ausgesagt habe.

Zeugen und gefundene Indizien lassen aber den Schluss zu, dass sich die Tat so abgespielt haben könnte. Die Suche nach der Leiche blieb bislang jedoch erfolglos.

Keine Leiche

Zementdecken wurden aufgebohrt, Brunnen und Wasserlöcher im Umkreis des Ferienhauses abgesucht, fast täglich melden sich anonyme Anrufer mit neuen Hinweisen. Doch keiner führt zum Versteck.

Auch Fehler in der Polizeiarbeit überschatten den Fall.

Für Aufsehen sorgte vor allem ein dem TV-Sender "Globo" illegal zugespieltes Video, dass Beamte ohne Wissen Brunos bei dessen Transport von Rio nach Belo Horizonte aufgenommen hatten, als er seinen Freund Luis Henrique Romao als Alleinschuldigen ausmachte.

Brunos Anwälte haben mittlerweile private Kriminalisten auf Spurensuche geschickt, glauben an ein abgekartetes Spiel der Polizei.

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