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Werders Manager Klaus Allofs kämpft um Diego und zieht vor den CAS © getty

Der Weltverband FIFA hat eine Abstellungspflicht von Spielern unter 23 Jahren für die Olympischen Spiele verfügt.

Von Daniel Rathjen

Zürich - Damit stützte der Einzelrichter der Kommission für den Status von Spielern, Slim Aloulou (Tunesien), eine Entscheidung des Dringlichkeitskomitees vom Vortag.

Aloulou berief sich bei seinem Urteil auf die seit Olympia 1988 praktizierte Regelung, dass Spieler unter 23 Jahren von ihren Vereinen freigestellt werden, also das Gewohnheitsrecht.

Werder Bremen und Schalke 04 bleibt damit jetzt nur noch die Hoffnung auf eine entsprechende Eintscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, um eine Olympia-Abstellung der Brasilianer Diego und Rafinha zu verhindern. Werbung

Die CAS-Richter in Lausanne hatten ein Urteil zur anhängigen Klage der deutschen Vereine bis zu einer Entscheidung der FIFA ausgesetzt.

Kacar kann noch nach Peking

Auch eine Olympia-Teilnahme von Gojko Kacar von Hertha BSC ist durch die FIFA-Entscheidung weiterhin möglich.

Der Serbe macht seine Reise nach Peking von dem CAS-Urteil abhängig, weilt im Gegensatz zu Rafinha und Diego aber noch in Deutschland.

Die Brasilianer waren trotz der ablehnenden Haltung ihrer Klubs mit dem Olympia-Team des Rekordweltmeisters nach Asien aufgebrochen.

CAS verhandelt über sechs Fälle

In Peking befindet sich bereits eine Ad-Hoc-Kammer des CAS, die innerhalb kürzester Zeit über dringliche Fälle befinden soll.

Die Unterlagen für eine Klage haben Schalke und Werder durch ihren Anwalt Theo Paeffgen bereits in der vergangenen Woche (25. Juli) eingereicht, nachdem FIFA-Präsident Joseph S. Blatter erstmals öffentlich von einer Abstellungspflicht gesprochen hatte.

Der CAS muss laut Paeffgen über sechs Fälle verhandeln: Die Klagen von Schalke und Werder gegen den CBF, gegen das Internationale Olympische Komitee IOC und das brasilianische Nationale Olympische Komitee.

Achselzucken bei Allofs

Werders Sportdirektor Klaus Allofs wird das FIFA-Urteil deshalb auch mit einem Achselzucken hingenommen haben. "Im Grunde", sagt er, "entscheidet die FIFA über sich selbst und ihre Regeln."

Eine Entscheidung in Bremen und Gelsenkirchen fällt voraussichtlich erst am 4. oder 5. August. Allofs lacht mittlerweile über neue Verzögerungen.

"Verlierer ist die FIFA"

"Die Verlierer bei der ganzen Sache sind die Vereine, weil wir die Spieler bezahlen aber nichts von ihnen haben", grollt der Manager in der "Kreiszeitung Syke" - und fügt an: "Nein, die Verlierer sind die Leute von der FIFA, weil die sich in der ganzen Angelegenheit als unfähig erwiesen haben."

Magath wettert mit

Das sieht übrigens auch Felix Magath so. Der Trainer des VfL Wolfsburg wettert ebenfalls gegen den Weltverband und fordert anlässlich des Streits ein hartes Vorgehen.

"Einem Spieler, der gegen seinen Arbeitsvertrag verstößt, sollten weltweit Sanktionen drohen. Durchaus Sperren von ein bis zwei Jahren", erklärte Magath in der "Sport Bild".

Der 55-Jährige kritisiert die FIFA, "weil die Vereine kaum handlungsfähig sind und sehr gute Spieler die Regeln bestimmen". Dieser Zustand, so Magath, "ist unhaltbar".

Diego wie Messi

FIFA-Einzelrichter Aloulou hielt zum Abschluss noch fest, dass die Teilnahme an Olympischen Spielen für Athleten aller Sportarten eine einmalige Gelegenheit sei.

Das sieht auch Lionel Messi so. Der Argentinier will noch diese Woche trotz Freigabe-Verbots Barcelonas zur argentinischen Olympia-Auswahl reisen.

"Der Klub muss verstehen, dass es mein Traum ist, für mein Land aufzulaufen. Wenn der CAS sagt, dass ich zurückkommen muss, komme ich zurück", wurde Messi auf Barcas Internetseite zitiert. Wie Messi will sich übrigens auch Werders Diego verhalten.

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